Die Stimmen zur 4. Etappe der Tour de France 2026

Vacek: “Mussten unsere Egos einpacken und einen Plan machen“

Von Kevin Kempf

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Mathias Vacek (Lidl - Trek) wird von seinem Teamkollegen und Tagessieger Mads Pedersen (rechts) umarmt. | Foto: Cor Vos

07.07.2026  |  (rsn) – Die ursprünglich 34-köpfige Spitzengruppe wurde auf der 4. Etappe der Tour de France von Lidl – Trek beherrscht und das deutsche Team ließ im Finale nichts anbrennen. Quinn Simmons und Mathias Vacek bereiteten ihrem Kapitän Mads Pedersen perfekt dessen ersten Saisonsieg vor. US-Meister Simmons rundete nach 181,9 Kilometern in Foix die perfekte Mannschaftsleistung als Zweiter ab, der Tschechische Meister Vacek belegte Rang zehn, Pedersen holte zudem noch das Grüne Trikot, Vacek das Weiße des besten Nachwuchsfahrers.

Torstein Traeen (Uno-X Mobility) sicherte sich als Tagesachter das Gelbe Trikot. Die Favoritengruppe um den bisherigen Gesamtführenden Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) erreichte das Ziel mit mehr als 13 Minuten Rückstand. 

In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.

Die Stimmen zur 4. Etappe der Tour de France 2026:

Mads Pedersen (Lidl – Trek / Sieger / Ziel-Interview): “Das war unser Masterpiece des Teamworks. Am Berg war es das für mich weniger, ich habe am letzten Berg ganz schön gelitten. Aber mit Quinn und Vacek war es ein unglaublicher Tag und sie haben bergauf Unglaubliches geleistet, um das Tempo für mich festzulegen. Sie haben sichergestellt, dass wir nach der Kuppe nicht zu viel Zeit einbüßen. Sie waren von dort bis zum Ziel einfach Maschinen. Was für eine Teamleistung! Was für ein Teamerfolg!“

Quinn Simmons (Lidl – Trek / Zweiter / Eurosport): “Es war kein Geheimnis, dass wir mit Vac, mir und Mads drei der stärksten Fahrer vorn hatten. Ich denke, wenn wir einen guten Tag haben und der Kurs uns liegt, muss dies das Ergebnis sein. Jedes schlechtere Resultat wäre eine Niederlage gewesen. Zum Glück haben wir viel Vertrauen in Mads, sonst wäre ich am Berg nervös geworden, weil ich nicht angreifen durfte. Als wir da drüber waren, waren ich aber ziemlich sicher, dass wir die Etappe gewinnen werden. Das war natürlich toll.“

Sean Quinn (EF Education - EasyPost / Siebter / Eurosport): “Ich bin den Leuten dankbar, die mir geholfen haben, dass ich jetzt wieder hier auf diesem Niveau sein kann. Ich finde aber auch, dass ich hier hin gehöre und das das normal sein sollte. Ich hatte ein paar schwere Jahre, aber es ist schön, wieder dabei zu sein. Ich bin trotzdem enttäuscht. Die Jungs, Valgren und Steinhauser, haben sich für mich eingesetzt. Ich war am Berg aber nicht stark genug, den Uno-X-Mann abzuhängen. Dann verdient er das Trikot.“

Georg Zimmermann (Lotto – Intermarché / 17. / ARD): “Heute haben die Beine nicht ganz gereicht, um um den Etappensieg mitzuspielen. Eigentlich ist die Etappe genauso verlaufen, wie ich es mir erhofft habe. Taktisch habe ich alles richtig gemacht und kann mir nichts vorwerfen. Nur das Bein hat sich nicht so gedreht, wie es sich drehen müsste. Aber das ist die Tour de France, das höchste Level der Welt. Es ist keine Schande, hier mal abgehängt zu werden.“

Nico Denz (Red Bull – Bora – hansgrohe / 21. / ARD): “Ich habe mich eigentlich richtig gut gefühlt. Aber das ist die Tour, richtig gut reicht leider nicht immer. Ich habe alles gegeben an diesem Berg. Mit Jan (Tratnik) vorne in der Gruppe konnte ich mich ein bisschen zurücklehnen und die anderen arbeiten lassen. Es hat leider nicht ganz gereicht. 1,5 Kilometer vor dem Gipfel musste ich dann mein eigenes Tempo fahren. Ich habe kurz gedacht, vielleicht kommen wir noch einmal ran. Aber mit drei Trek-Jungs vorne in der Gruppe ist das leider schon ziemlich schwierig.“

Nils Politt (UAE – Emirates – XRG / 129. / ARD): “Heute war es sehr, sehr warm. Ich weiß nicht, ob das noch gut ist für den Körper. Aber es muss so sein. Jetzt freue ich mich auf eine kalte Dusche.“

Christian Andersen (Sportlicher Leiter Uno-X Mobility / Eurosport): “Es ist der größte Tag, den wir bisher als Team hatten. Ich kann nur sagen, dass es außergewöhnlich ist. Für Torstein war der Tag vom Start bis zum Ziel perfekt. Er hat ungefähr das gleiche bei der Vuelta gemacht. Jetzt hat er es auch hier geschafft – jetzt muss er es nur noch beim Giro wiederholen. Wir mussten nur ruhig bleiben und Lidl die Lücke schließen lassen. Sie mussten es tun, denn waren zu dritt. Wir haben einfach das Spiel gespielt.“

Ramses Debruyne (Alpecin – Premeir Tech / Fünfter / Sporza): “Am Col de Montségur hatte ich das Gefühl, zu den Stärksten zu gehören, aber da eine so lange Abfahrt folgte, konnte man eigentlich nichts versuchen. Die Jungs von Lidl-Trek wären ohnehin wieder hingefahren. Es war schade, dass Pedersen dabei war. Andernfalls wäre es anders gelaufen; man hätte vielleicht etwas mehr attackieren können. Wenn man es so weit schafft, hofft man immer auf ein bisschen mehr.“

Torstein Traeen (Uno-X Mobility / Achter / Eurosport): “Für mich ist es noch schwer zu verstehen, wie groß das eigentlich ist. Aber ich sehe es am Gesicht meines alten Coaches, ich sehe es an dem meines jetzigen. Ich sehe an allen Gesichtern um mich herum, wie besonders es ist. Für mich – ich verstehe noch gar nicht, was eigentlich los ist. Ich denke, in ein paar Tagen ist das vielleicht gelandet. Die Tour ist das größte Rennen der Welt und ich muss es jetzt einfach genießen.“

Mathias Vacek (Lidl - Trek / Zehnter / Eurosport): “Ich würde es nichts anderes als ein Masterpiece nennen wollen. Heute lief für uns alles perfekt. Es ist toll hier am Ziel zu sein und das Grüne, das Weiße und den Doppelsieg geholt zu haben. Wir hatten drei ganz starke Leute vorn. Wir mussten unsere Egos einpacken und einen Plan machen. Am letzten Berg ging es sehr schnell, aber wir haben es für Mads gut gepacet. Da wussten wir, dass wir den Sieg zu 80% holen werden.“

Alex Molenaar (Caja Rural – Seguros RGA / 15. / NOS): “Ich denke, ich kann zufrieden sein. Ich habe versucht aufs Gepunktete Trikot zu gehen. Am Ende hat es nicht geklappt; mehr war für mich nicht drin. Ich habe auch versucht, um den Etappensieg mitzukämpfen, aber leider konnte sich eine zehnköpfige Gruppe absetzen. Die waren einfach ein Stück stärker.“

Cian Uijtdebroeks (Movistar / 86. / Sporza): “Ich habe dem medizinischen Personal ganz klar gesagt, dass ich aufgeben möchte, falls es für mein Herz gefährlich wird. Gestern, vor der Etappe, wurde ich ins Krankenhaus gebracht, um Untersuchungen durchführen zu lassen und die Ursache abzuklären. Es sieht nach einer bakteriellen Mageninfektion aus. Gestern bin ich die ganze Zeit mit offenem Trikot gefahren. Das war kein Zufall, sondern weil mein Bauch angeschwollen war. Ich musste mein Trikot öffnen, sonst hätte ich keine Luft bekommen.“

Georg Steinhauser (EF Education – EasyPost / 146. / ARD): “Wir hatten die Chance, mit Sean Quinn in das Gelbe Trikot zu fahren. Das haben wir auch probiert. Ich habe mich gestern nicht so gut gefühlt. Heute hatte ich auch nicht die besten Beine. Aber wir haben alles gegeben und können damit ganz zufrieden sein. Ich glaube, meine Werte sind nicht die besten heute.“

Marco Haller (Tudor / 179. / RSN): “Wir dachten, dass die Gruppe sich erst in den Hügeln bildet. Aber dann sind sie schon im Flachen weggefahren. Das kann passieren. Wir wollten dann bei der Hitze keine Kraft mehr verschwenden. Es ist extrem schwer. Für alle ist es heiß. Manche leiden mehr, manche leiden weniger. Aber das ist auf jeden Fall Radsport am Limit. Man schüttet so viel Flüssigkeit in sich rein, wie es geht. Das Meiste geht durch. Man versucht, mit den Eissocken die Körpertemperatur noch runterzufahren, aber das ist sehr schwer.“

Thor Hushovd (Teamchef Uno-X Mobility / Eurosport): “Ich bin immer noch emotional. Das Gelbe Trikot war nicht unser Ziel heute Morgen. Es ist passiert. Aber das passiert nur, weil wir so Rennen fahren und keine Angst haben, in die Ausreißergruppe zu gehen. Wir sind offensiv. Aber es zeigt auch die Schritte, die wir nach vorne machen – es sind keine großen, aber von Jahr zu Jahr machen wir einen guten Fortschritt, auf den ich sehr stolz bin. Ich bin ein sehr stolzer Mann heute.

Ralph Denk (Teamchef Red Bull – Bora – hansgrohe / ARD): “Ich glaube schon, dass diese Hitze zur Tour de France dazugehört. Jeder weiß, dass es heiß ist. Was sollen wir machen? Damit müssen wir umgehen. Es obliegt nicht den Teams, das Rennen zu verkürzen oder abzubrechen, sondern dem Veranstalter. Ich bin offen für Diskussionen. Aber es wäre der falsche Weg, hier jetzt ad-hoc-Entscheidungen zu machen.“

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