Kanter Zweiter, Finale von Stürzen überschattet

Kooij gewinnt in Pau seinen ersten Sprint bei der Tour

Von Kevin Kempf

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Olav Kooij (Decathlon – CMA CGM) hat die 5. Etappe der 113. Tour de France gewonnen. | Foto: Cor Vos

08.07.2026  |  (rsn) – Olav Kooij (Decathlon – CMA GCM) hat die 5. Etappe der Tour de France 2026 gewonnen. Nach 158 Kilometern zwischen Lannemezan und Pau war er im Sprint einer rund 20-köpfigen Spitzengruppe schneller als Max Kanter (XDS - Astana). Das Tagespodium komplettierte Tim Merlier (Soudal – Quick-Step) vor Huub Artz (Lotto – Intermarché) und Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech). Ein größerer Crash kurz vor der Sturzzone sorgte für eine Teilung des Feldes. Torstein Traeen (Uno-X Mobility) kam mit 14 Sekunden Rückstand ins Ziel, verteidigte aber sein Gelbes Trikot.

Bei seiner ersten Tour de France konnte der 24-jährige Kooij am fünften Tag zum ersten Mal zeigen, was er kann. Perfekt positioniert ging er den Sprint im chaotischen Finale an – und niemand konnte ihm das Wasser reichen. “Nach ein paar harten Tagen musste ich bis heute warten, um meine erste Chance zu bekommen, bei der Tour de France zu sprinten. Dann gleich zu gewinnen, ist unglaublich“, jubelte der Niederländer, der erst Ende Mai sein erstes Rennen für sein neues Team bestreiten konnte und nun seinen vierten Saisonsieg beim 14. Einsatz feierte.

“Es bedeutet mir sehr viel. Ich hatte ein schweres Frühjahr. Man braucht ein paar Leute, die an einen glauben, um wieder auf dieses Level zu kommen und auch wieder an sich selbst zu glauben“, sagte er. Seine Tour-Nominierung stand zur Debatte, da spekuliert wurde, ob Decathlon – entgegen der Absprache mit dem Sprinter – sein gesamtes Team auf Jungstar Paul Seixas auslrichten würde.

Auch der 28-jährige Kanter, wie Kooij Tour-Debütant, fuhr ein starkes Rennen und wurde sowohl am Zwischensprint als auch im Ziel Zweiter. Am Sturz kam er gut vorbei. “Es war ziemlich nervös im Feld, jeder wollte vorne fahren, weil es viele Kreisverkehre und Verkehrsinseln gab. Und da sind Stürze fast vorprogrammiert. Deswegen war es sehr stressig“, erzählte er in der ARD. “Man muss schon ein bisschen den Kopf ausschalten und um ehrlich zu sein, auch hoffen, dass alles gut geht“, fügte Kanter an.

An der Spitze des Gesamtklassements gab es keine Veränderungen. Der 3-jährige Torstein Traeen (Uno-X Mobility) verteidigte das Gelbe Trikot und liegt 28 Sekunden vor dem US-Amerikaner Sean Quinn (EF Education – EasyPost). Der Tscheche Mathias Vacek (Lidl – Trek / +3:50) folgt auf Rang drei vor Top-Favorit Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG / +7:53) und dem zeitgleichen Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike). Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe / +8:46) ist unverändert Elfter. Als einziger Klassementfahrern büßte Lennert Van Eetvelt (Lotto - Intermarché) 33 Sekunden auf seine Konkurrenten ein.

Alex Baudin (EF Education – EasyPost) verteidigte das Bergtrikot ebenso wie der 24-jährige Vacek (Lidl – Trek) die Spitzenposition im Nachwuchsklassement. In der Punktewertung bleibt dessen Teamkollege Mads Pedersen vorn.

So lief die 5. Etappe der Tour de France 2026:

Als die Gelbe Fahne geschwenkt wurde, schoss Baptiste Veistroffer (Lotto – Intermarché) aus dem Pelotons heraus – und diese Entscheidung bereute der Franzose kurz danach möglicherweise. Denn bei rund 30 Grad lag er in kürzester Zeit eine Minute allein in Front und erst als er diesen Vorsprung auf 3:30 Minuten ausgebaut hatte, übernahmen im Feld langsam Alpecin – Premier Tech und Soudal – Quick-Step die Verantwortung.

An der Konstellation änderte sich bis zum Zwischensprint 44 Kilometer vor dem Ziel wenig. Veistroffer gewann die 25 Punkte zwei Minuten vor Kanter, der den Spurt hervorragend vorbereitet bekam. Pedersen wurde vor Biniam Girmay (NSN) und Philipsen Dritter.

Das Profil 5. Etappe der Tour de France | Foto: Veranstalter

An der Côte de Baleix (3.Kat.), dem einzigen Anstieg des Tages, holte sich Veistroffer mit noch 25 zu fahrenden Kilometern zwei Bergpunkte. Aus dem Feld heraus sicherte sich Baudin den letzten Zähler und kurz darauf lösten sich Kasper Asgreen (EF Education - EasyPost), Valentin Paret-Peintre (Soudal - Quick-Step) und Alfred Wright (Pinarello - Q36.5). Das Trio wurde 16 Kilometer vor dem Ziel eingeholt, da lag der Lotto-Profi noch zehn Sekunden vor dem Feld, das Veistroffer dann 14 Kilometer vor dem Ziel nach einer Flucht von rund 145 Kilometern wieder einfing.

Kurz vor dem 5-Kilometer-Banner zerriss ein Sturz das Feld in mehrere Teile. Viele Sprinter büßten dabei ihre Positionen ein. Cofidis, Uno-X und zum Schluss XDS – Astana brachten den ersten Teil des Pelotons durchs Finale. Mike Teunissen zog den Sprint für Kanter an, von dessen Hinterrad stürmte aber Kooij vor und sicherte sich souverän seinen ersten Tour-Etappensieg .

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