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08.07.2026 | (rsn) - Olav Kooij (Decathlon - CMA CGM) hat die 5. Etappe der Tour de France den Konkurrenten keine Chance gelassen. Der 24-jährige siegte nach 158,3 Kilometern von Lannemezan nach Pau im Sprint einer sturzbedingt nur noch rund 20-köpfigen Spitzengruppe vor dem Deutschen Max Kanter (XDS - Astana) und dem dem Belgier Tim Merlier (Soudal - Quick-Step). Der Däne Mads Pedersen (Lidl - Trek) verteidigte als Siebter das Grüne Trikot.
Im Gesamtklassement gab es keine Veränderungen: Der Norweger Torstein Traeen (Uno-X Mobility) trägt trotz eines Sturzes weiterhin das Gelbe Trikot und liegt 28 Sekunden vor Sean Quinn (EF Education - EasyPost). Die Top-Favoriten Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG) und Jonas Vingegaard (Visma - Lease a Bike) folgen mit 7:53 Minuten Rückstand auf den Plätzen vier und fünf.
In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.
Olav Kooij (Decathlon - CMA CGM / Sieger / Flash-Interview): “Hier heute mit dem Team im Rücken zu sein, ist alles, was ich mir gewünscht habe. Sie haben einen großartigen Job gemacht. Ich glaube, es war ein vergleichsweise leichter Tag bis zum Finale. Dann weiß man, dass es hektisch wird im ersten Sprint bei der Tour. Jeder ist noch voll motiviert. Am Ende habe ich es selber irgendwie hingekriegt, die richtigen Hinterräder zu finden. Ich wollte heute einfach die Chance haben zu sprinten. Als ich die Ziellinie gesehen habe, habe ich alles gegeben, was ich konnte.”
Max Kanter (XDS - Astana / Zweiter / ARD): ”Es war ziemlich nervös im Feld, jeder wollte vorne fahren, weil es viele Kreisverkehre und Verkehrsinseln gab. Und da sind Stürze fast vorprogrammiert. Deswegen war es sehr stressig. Wir haben eine App, wo wir uns vorher alles anschauen können (wo Inseln, Speedbumps, etc. sind). Das nutzen wir als Fahrer selbst, aber auch im Meeting im Bus. Alles kann man sich aber nicht merken. Man muss (im Sprint) schon ein bisschen den Kopf ausschalten und, um ehrlich zu sein, auch hoffen, dass alles gut geht.”
Tim Merlier (Soudal - Quick-Step / Dritter / Sporza): “Kooij hat einen starken Sprint hingelegt. Seine Stärke ist es, an seinem Plan festzuhalten und im richtigen Moment anzugreifen. Wenn ich dann nicht nah dran bin, ist es natürlich schwer für mich. Hoffentlich können wir das kommendes Wochenende wieder gutmachen.“
Jasper Philipsen (Alpecin - Premier Tech / Fünfter / Eurosport): “Ich war komplett eingeklemmt. Es war kein guter Sprint. Es war sehr schwer und hektisch. Die Geschwindigkeit war auch sehr hoch. Aber ich hatte einfach nicht die Beine. Es kann sein, dass es an der Hitze in den vergangenen Tagen lag. Das müssen wir erst analysieren. Es lief auf jeden Fall nicht so, wie es laufen sollte.“
Biniam Girmay (NSN / Sechster / Eurosport): “So sind diese Tage. Wenn man einen einfachen Etappenstart hat, will am Ende jeder was versuchen. Jeder ist noch frisch und es war sehr chaotisch. Ich habe versucht, meine Teamkollegen ruhig zu halten und in einer guten Position zu sein. Aber es war ein bisschen stressig. Ich habe auf den letzten zwei Kilometern etwas zu lang gewartet. Ich hätte da schon weiter vorfahren können, aber Olav war superschnell heute.”
Mads Pedersen (Lidl – Trek / Siebter, Grünes Trikot / Eurosport): “Es war sehr hektisch. Alle sind kreuz und quer und überall gefahren. Am Ende war es ein guter Tag für uns. Ich konnte am Zwischensprint gute Punkte einfahren und dann im Ziel Schadensbegrenzung betreiben. Dass Kooij gewinnt, war perfekt für uns, weil er nicht auf das Grüne Trikot fährt."
Pascal Ackermann (Jayco - AlUla / Platz 12 / RSN): “Bei dem Kreisverkehr war ich zum Glück rechts innen, aber in der Rechtskurve fünf Kilometer vor dem Ziel haben wir übersehen, dass da eine Kante kommt. Die habe ich ganz knapp verpasst und dabei so viele Positionen verloren. Ich bin dann nochmal vor, aber im Sprint war ich so eingebaut in der Mitte, dass ich einfach nicht losfahren konnte. Ich wusste von Anfang an, dass ich hier bei der Tour als Einzelkämpfer sein werde und fühle mich ganz gut und hoffe, dass der richtige Tag kommt. Im Prinzip ist es mir scheißegal welcher Sprint, Hauptsache einer."
Georg Zimmermann (Lotto - Intermarché / Platz 57 / ARD): ”Die Fahrt (von Veistroffer) war so abgesprochen. Dafür brennt er, dafür lebt er, es ist genau seine Disziplin. Er hat es super gemacht. Ich konnte mich heute ein wenig ausruhen und nach vier schweißtreibenden Etappen ein bisschen durchschnaufen."
Niklas Märkl (Picnic – PostNL / Bittner-Anfahrer / ARD): ”Es war heute deutlich entspannter als die letzten Tage. Die letzte Stunde war dann aber doch härter als erwartet, weil sich der Mann vorne nicht so einfach zu schlagen gegeben hat. Unser Finale war ein bisschen chaotisch. Ich war relativ früh mit Pavel (Bittner) allein. Wie es dann so ist, sind wir in die Waschmaschine gekommen, wurden nach hinten gespült und mussten wieder vorfahren. Ich habe Pavel dann auf die letzten drei (Kilometer) allein geschickt, das ist für einen Sprinter zu früh. Da gibt es definitiv noch Verbesserungspotenzial.”
Daan Hoole (Decathlon – CMA CGM / Helfer / Eurosport): “Es ist unglaublich schön. Ich habe es nicht erkennen können. Aber als ich über die Ziellinie gefahren bin, habe ich den Namen Olav Kooij verstanden. Er hat in den Vorbereitungsrennen schon gezeigt, dass er hierher gehört, dass er es dann bei seiner ersten Chance schon schafft, zeigt seine Klasse und was für ein großartiger Fahrer er ist. Caes und ich konnten ihm nicht einmal wirklich helfen, weil wir eingeklemmt waren. Er hat es auf den letzten Kilometern alles selbst gemacht.”
Torstein Traeen (Uno-X Mobility / Gelbes Trikot / Eurosport): “Es war ein sehr schöner erster Tag in Gelb. Es war relativ einfach und ruhig. Ich konnte es genießen. Die schönste Nachricht, die ich bekommen habe, war von meinem Trainer, der mich angerufen hat. Es war relativ stressfrei bis zu dem Sturz. Dann war es etwas stressig. Aber es war ein schöner Tag.”
Jasper Stuyven (Soudal – Quick-Step / Gestürzt / 174. / Sporza):
“Beim Abbiegen von der Hauptstraße gab es eine Engstelle. Bert (Van Lerberghe) wurde nach außen gedrängt und prallte gegen Strohballen. Dann wurde ich zu Boden geschleudert, es war sehr unglücklich. Es war chaotisch, aber das war ja vorher klar. So ist das eben. Ich denke, ich bin ganz glimpflich davongekommen.“