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08.07.2026 | (rsn) – Kurz vor der 5-Kilometer-Marke, die gestürzte Fahrer und jene mit Defekt vor Zeitverlust schützt, knallte es auf der 5. Etappe der Tour de France 2026 in Pau. Alex Molenaar (Caja Rural – Seguros RGA) lag mitten auf der Straße, besorgte Teamkollegen waren schnell bei ihm. Weitere Fahrer saßen und lagen auf dem Boden, der Niederländer aber schien am meisten abbekommen zu haben.
Auch Molenaar setzte sich später – wohl nachdem das Concussion-Protocol zur Anwendung gekommen war -, wieder aufs Rad und erreichte das Ziel in Pau noch vor seinem abgehängten Landsmann Arvid de Kleijn (Tudor) mit genau sieben Minuten Rückstand auf Platz 180. “Ich weiß nicht mehr, wie der Sturz passiert ist“, musste er im Ziel gegenüber der spanischen Zeitung AS aber einräumen.
Im Gespräch mit dem AS zog José Miguel Fernández, Sportlicher Leiter bei Caja Rural, dann die bittere Bilanz: “Es gab einen Unfall mit zwei unserer Fahrer. Alex hat es am schlimmsten erwischt, er hat sich Prellungen und Schürfwunden zugezogen. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob er sich nichts Ernstes oder etwas Gebrochenes zugezogen hat, aber der Aufprall war heftig. Er muss sich mehreren Untersuchungen unterziehen, um den Schweregrad seiner Verletzungen festzustellen und seinen Zustand bis morgen zu beurteilen.“
Am Abend wurde bekannt, dass der erste Träger des Bergtrikots dieser Frankreich-Rundfahrt das Rennen am Donnerstag nicht wird fortsetzen können. “Die durchgeführten Untersuchungen haben ergeben, dass er an einem Bruch des Mittelhandknochens der rechten Hand leidet“, teilte seine spanische Mannschaft auf Twitter mit. Der 26-Jährige ist bei seiner ersten Frankreich-Rundfahrt der vierte Ausfall im Rennen.
Zum Unfallhergang konnte Molenaar ebenfalls nichts sagen. Auch die Fernsehbilder gaben keinen Aufschluss. Zu etwas mehr Deutlichkeit verhalf erst die Aussage von Jasper Stuyven (Soudal – Quick-Step) am Sporza-Mikrofon. “Beim Abbiegen von der Hauptstraße gab es einen Engpass. Bert (Van Lerberghe) wurde nach außen gedrängt und prallte gegen Strohballen. Dann wurde ich zu Boden geschleudert, es war sehr unglücklich“, berichtete der Sieger von Mailand-Sanremo 2021. “Es war chaotisch, aber das war ja vorher klar. So ist das eben. Ich denke, ich bin ganz glimpflich davongekommen.“
Mit ihm war plötzlich die halbe Soudal-Mannschaft aus den vorderen Reihen verschwunden. Stuyven, Van Lerberghe, Dylan van Baarle und Louis Vervaeke erreichten das Ziel als Quartett mit 5:30 Minuten Rückstand. Das hieß im Umkehrschluss, dass Sprinter Tim Merlier plötzlich auf sich allein gestellt war. “Es ist so viel passiert, es ging wahnsinnig schnell. Hoffentlich war es nicht allzu schlimm“, meinte der Belgier bei Sporza kurz nach dem Ziel, bevor der Schaden aufgenommen wurde.
Plan A war für ihn keine Option mehr, wie viele Folgepläne ebenfalls den Bach runtergegangen waren, ist unklar. Deutlich ist aber, dass es nur noch eine Option gab: “Dann habe ich meinen eigenen Weg gefunden, und das lief ganz gut. Gerade als ich dachte, ich hätte eine Lücke gefunden, habe ich mich falsch entschieden und muss wieder außen rum fahren“, blickte Merlier auf den letzten Kilometer zurück. Der wohl schnellste Mann der Tour musste seinen Sprint von zu weit von hinten lancieren und kam nicht weiter als bis auf Platz drei nach vorn.
Und so verlief der erste Sprint bei dieser Tour in etwa so, wie man vorher erwarten konnte. “Es war sehr nervös und ging wahnsinnig schnell“, resümierte der Tagesfünfte Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech) gegenüber Sporza. Einen Platz hinter dem Belgier überquerte Biniam Girmay (NSN) die Ziellinie – und der wurde noch deutlicher. “So sind diese Tage. Wenn man einen einfachen Etappenbeginn hat, will am Ende jeder was versuchen. Jeder ist noch frisch. Es war sehr chaotisch. Es gab viele verrückte Aktionen“, urteilte der Eritreer im Gespräch mit Eurosport.
Gegenüber demselben Interviewpartner kritisierte auch Mads Pedersen (Lidl - Trek) die Fahrweise einiger Kollegen. “Es war sehr hektisch. Alle sind kreuz und quer und überall gefahren“, erzählte er. Mit Platz sieben und dem Grünen Trikot war der Däne trotzdem zufrieden. An der Streckenführung gab es dieses Mal aus Fahrersicht offenbar nichts auszusetzen. Der Crash in Pau wird wohl als normaler Rennunfall in die Radsportannalen eingehen.
#TDF2026 Caída de Alex Molenaar en la aproximación a Pau, tratando de proteger a un Fernando Gaviria que salvó el incidente para concluir en el reducido primer grupo.
— Team Caja Rural-RGA (@CajaRural_RGA) July 8, 2026
Ampliaremos información con el estado de Alex.#SúmateAlVerde ????
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