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14.07.2026 | (rsn) - Liebe Franzosen, alles Gute zum Nationalfeiertag!
Herzlichen Glückwunsch zu allen in der Vergangenheit errungenen, großen Siegen, die ihr dabei so abfeiert. Viel Erfolg bei eurer großartigen Militärparade, die ihr heute über die Avenue des Champs Élysées rollen lasst.
Aber seht verdammt nochmal zu, dass eure Panzer das Kopfsteinpflaster nicht zerrammeln und unterwegs Öl verlieren! Es wäre schließlich ein Jammer, wenn ausgerechnet euer neues Wunderkind, Paul Seixas, nach 20 Etappen möglicherweise einen Podiumsplatz belegend, deswegen stürzt und das Rennen am Schlusstag aufgeben muss. Das wäre ziemlich merde.
Das letzte Mal, dass ihr einen eurer Landsleute auf dem Tour-Podium in Paris präsentieren konntet, ist immerhin schon zehn Austragungen her. Romain Bardet war 2017 Dritter in Paris. Kaum einer erinnert sich noch. Und der letzte Tour-Sieg. Wann war das gleich nochmal? 1985? Mittlerweile ist Bernard Hinault so grau wie das Tier, das für seinen Spitznamen Pate stand. Der "Dachs" wartet seit mehr als 40 Jahren auf einen Nachfolger. Wunder Punkt? Sorry! ___STEADY_PAYWALL___
Schauen wir uns mal die Statistik für euren heutigen Feiertag an. Gewiss schneidet ihr dort viel besser ab. Schließlich ist doch jeder stolze Franzose am 14. Juli besonders motiviert und gewillt, die Grande Nation jubeln zu lassen. Aber Moment, hier steht, dass das zuletzt auch 2017 gewesen sein soll. Ganz schön lange her. Warren Barguil … Was ist denn mit Julian Alaphilippe? Fährt der noch?
Warren Barguil ist 2017 der bislang letzte Franzose, der am 14. Juli eine Tour-Etappe gewinnen kann. | Foto: Cor Vos
Und wie sieht’s aus mit Rekorden? Mit 18 Starts ist Sylvain Chavanel so oft wie kein anderer Profi an den Start der Tour gegangen. Allerhand Teilnehmer-Urkunden. Bei Strava ist er damit quasi immerhin Local Legend. Raymond Poulidor stand acht Mal auf dem Tour-Podium. So oft wie kein anderer. Gewonnen hat er allerdings nie. Aber zweiter Sieger ist doch auch schön. Oder hier: Nie war ein Abstand zwischen Tour-Sieger und dem Zweiten geringer als acht Sekunden. Kleiner Makel: Laurent Fignon war eben ein kleines bisschen langsamer als Greg LeMond aus den USA. Schade, war knapp.
Aber hey, immerhin habt ihr insgesamt noch die meisten Tour-Gesamtsiege aller Nationen zu bieten. 36 sollen es sein. Gut, ein Großteil stammt davon aus einer Zeit, zu der sich jetzt noch nicht ganz so viele andere für euer Rennen interessierten. Und außerdem ist der letzte davon ja auch schon ew … ach ja, da wollten wir ja nicht mehr drüber reden.
Bernard Hinault ist immer noch der bis heute letzte französische Gesamtsieger der Tour de France. | Foto: Cor Vos
Früher war alles besser. Das gilt hier und wohl auch im Mutterland des Radsports. Übrigens: schöner Titel. Selbsternannt zwar, aber was sind schon Belgien oder Italien? Und außerdem: So lange ist der letzte Podiumsbesuch in Paris dann doch noch gar nicht her. Nämlich erst schlanke fünf Jahre. Damals wurde Franck Bonnamour als Kämpferischster Fahrer ausgezeichnet. Das ist zwar nur so eine Art Trostpreis. Aber immerhin. Und es wird noch besser. Von 2017 bis 2019 holten Barguil, Alaphilippe und Bardet drei Mal in Serie das Bergtrikot nach Frankreich. In den Jahren danach ging das dann fast immer an den Tour-Sieger. Nur bei euch hat das nicht so richtig geklappt. Na ja, halb so wild.
Es könnte alles viel schlimmer sein. Stellt euch vor, ihr stellt mit 30 Fahrern fast jeden sechsten Starter, es sind schon neun Etappen gefahren - die halbe Rundfahrt ist fast schon im Sack - und ihr habt noch immer keinen einzigen Etappensieg eingefahren. Völlig absurd, oder? Und selbst wenn, das könnte jedem passieren.
Also, liebe Franzosen, macht euch nichts draus, ist ja nur Radsport! Dafür habt ihr den besten Wein.
Schönen Feiertag noch