Die Stimmen zur 10. Etappe der Tour de France

Pogacar an “alle, die gebuht haben: Ihr habt uns mehr Kraft gegeben!“

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Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) nach der 10. Etappe | Foto: Cor Vos

14.07.2026  |  (rsn) – Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) hat auch auf der 10. Etappe der Tour de France 2026 zugeschlagen. Am letzten Berg der 1. Kategorie griff der Top-Favorit seine Konkurrenten an, zog am zuvor enteilten Richard Carapaz (EF Education – EasyPost) vorbei und holte sich souverän seinen dritten Tagessieg bei dieser Ausgabe der Frankreich-Rundfahrt.

Hinter Pogacar verlor dessen Teamkollege Isaac Del Toro den Anschluss. Die restlichen Podiumskandidaten blieben bis sechs Kilometer vor dem Ziel zusammen, dann wurde Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe) am letzten Anstieg des Tages abgehängt. In der Abfahrt zum Ziel kam der Belgier aber wieder heran, um auf den letzten ansteigenden Metern sogar auf den zweiten Platz zu sprinten und sogar Zeit auf seine Konkurrenten gutzumachen. Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM) wurde Dritter vor dem starken Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe), der im Sprint nur knapp vier Bonussekunden verpasste.

In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.

Die Stimmen zur 10. Etappe der Tour de France:

Tadej Pogacar (UAE – Emirates - XRG / Sieger / Ziel-Interview): “Heute war ein unglaublicher Tag. Das Team hat einen super Job gemacht. Wir haben uns diese Etappe schon lange angestrichen. Es ist halt auch so gewesen, dass mich Jonas vor zwei Jahren im Sprint hier besiegt hat. Heute hatte ich im Ziel ähnliche Beine, die waren komplett zerstört. Aber ich habe es heute genossen. Bis zum letzten Kilometer wusste ich nicht, ob ich gewinnen werde. Dann habe ich mich daran erinnert, dass es Bastille-Tag ist. Deswegen wollte ich das Gelbe Trikot ehren. Danke an alle Fans, die heute an die Strecke gekommen sind. Es war eine tolle Atmosphäre. Auch wenn es ein paar Buhrufe gab. An alle, die gebuht haben: Ihr habt uns mehr Kraft gegeben!“

Remco Evenepoel (Red Bull – Bora - hansgrohe / Zweiter / Eurosport): “Heute war wirklich ein harter Tag und ich hatte einen schlechten Moment am letzten Anstieg. Ich vertraute meinen Abfahrtsfähigkeiten und bin dann schnell runter gefahren, ohne zu verrückte Sachen zu machen. Ich musste zurückkommen, um noch eine Chance auf den zweiten Platz zu haben. Es ist schön, etwas Zeit auf Jonas (Vingegaard) zu gewinnen, gerade mit dem Wochenende in Voraussicht.“

Florian Lipowitz (Red Bull – Bora - hansgrohe / Vierter / Eurosport): “Natürlich bekommt man die Probleme bei Isaac mit. Aber am Ende bleibt einem auch nichts anderes übrig als am eigenen Limit zu fahren. Das haben wir heute gemacht. Es war ein richtig harter Tag. Mit dem zweiten Platz von Remco können wir superhappy sein. Für mehr hat es heute nicht gereicht. Wir haben versucht, Pogacar irgendwie zurückzuholen. Aber der war heute einfach auf einem anderen Level.“

Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike / Siebter / Eurosport): “Ich habe bei der Attacke gleich gemerkt, dass ich mein eigenes Tempo fahren muss. Von da ab wollte ich ein Zeitfahren zum Ziel hinlegen. Zum Glück habe ich im letzten Anstieg etwas Hilfe bekommen. Ich denke, der Tag war für uns okay und hatte schlechter laufen können. Meine Beine werden immer besser und ich freue mich auf die längeren Anstiege. Hoffentlich können wir noch zwei gute Wochen fahren.“

Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5 / Neunter / Eurosport): “Ich hatte den Sturz nicht erwartet. Ich weiß nicht, was sie hier mit den Straßen machen, wenn sie sie reinigen. Sie machen diesen weißen Shit drauf – und der ist wirklich rutschig. Man sieht das ganze weiße Zeug an meinem Bein hier. Ich bin mitten in der Kurve gefallen. Am Ende hat mich das aber nicht zu stark behindert, denke ich.“

Andrej Hauptman (Sportlicher Leiter UAE – Emirates – XRG / Eurosport): “Als wir gesehen haben, dass sich die Ausreißergruppe erst relativ spät gebildet hat und Florian (Vermeersch) und Nils (Politt) einen guten Tag hatten, haben wir gesagt, wir setzen unser Tempo. Auch Tim (Wellens) hatte gute Beine. Also haben wir es versucht. Das ist die Tour de France. Da braucht man alle acht Fahrer mit guten Beinen. Heute war es so.“

Georg Zimmermann (Lotto – Intermarché / 70. / ARD): “Der Start war wie erwartet sehr anspruchsvoll. So nach einer guten Stunde konnte sich dann eine größere Gruppe lösen aber gegen den Rhythmus von UAE im Feld ist nicht viel zu machen. Von daher müssen wir morgen wieder versuchen irgendwas zu unternehmen um vorne reinzufahren, aber heute war das nicht möglich. Wir geben alles andere als auf. Am Ende der Jagd werden die Hasen gezählt. In Paris können wir nochmal reden. Ich glaube, wir sind noch für die eine oder andere Überraschung gut.“

Felix Engelhardt (Jayco – AlUla / 91. / ARD): “Es war heute ein ewiges Gespringe und dann hat UAE beschlossen, dass es heute vielleicht doch nichts gibt. Es ist natürlich auch das Finish, wo Tadej gegen Jonas verloren hat, von daher hatte man schon im Hinterkopf dass das passieren könnte. Probieren muss man es natürlich trotzdem, man weiß ja nie. Am Ende war es wieder ein harter Tag.“

Michel Hessmann (Movistar / 100. / ARD): “Einfach mitspringen so viel es geht, das war der Job. Das hat auch ganz gut geklappt. Am Ende waren wir auch in der Gruppe. Aber man hat gesehen, was UAE da wieder gemacht hat, und dann wird halt nichts. Aber wir können zufrieden sein, mehr war nicht drin.“

Pascal Ackermann (Jayco - AlUla / 143. / ARD): "Ich will definitiv bis Paris kommen. Es ist nicht nur der Sprint morgen. Übermorgen ist auch noch eine große Chance, in der letzten Woche ist auch noch einer, Paris ist auch noch. Ich glaube, heute verlieren wir ein paar Sprinter, weil wir waren jetzt recht knapp im Zeitlimit, und viele waren noch hinter uns, aber so ein Rennen wie heute am Start bin ich in meinem Leben noch nicht gefahren. Wir sind Vollgas gefahren die ersten anderthalb Stunden und wir sind alle nur in der Reihe gegangen. Ich habe mir gedacht, am liebsten würde ich mich jetzt auf den Boden legen und nicht mehr weiterfahren, aber zum Glück bin ich in der Gruppe geblieben, weil sonst wäre es richtig hart geworden heute.“

Patxi Vila (Sportlicher Leiter Red Bull – Bora - hansgrohe / Eurosport): “Remco hat Charakter gezeigt und bewiesen, dass er ein großer Champ ist. Er hat sogar noch den Sprint gewonnen. Es ist toll, seine Hingabe zu sehen und das Vertrauen, dass er in seine eigenen Möglichkeiten hat. Wie er zurückkam, war wirklich gut. In Momenten wie dem Sprint ist er mit sich ganz allein. Wir geben ihm ein paar Informationen, was kommt, aber er findet seine interne Stärke und den Kampfgeist ganz allein. Es war fantastisch.“

Marc Reef (Sportlicher Leiter Visma – Lease a Bike / Eurosport): “Wir wussten, dass so eine Situation entstehen kann. Das haben wir auch gestern schon besprochen, dass er dann einfach weitermachen soll. Das müssen wir in dem Moment so akzeptieren. Wir sind hier, um das Rennen zu gewinnen. Das versuchen wir auch. Aber wir müssen auch realistisch sein. Pogacar ist der Stärkste.“

Max Kanter (XDS – Astana / 151. / RSN): “Der Start war relativ schnell. Es gab viele Attacken für die Gruppe des Tages. Für 15 Kilometer war ich dann erstmal á bloc. Vor dem Zwischensprint hat Lidl – Trek das Tempo hochgehalten, damit wir anderen Sprinter am Limit sind. In der Abfahrt kurz vor dem Sprint konnten wir dann noch einmal Positionen gutmachen. Ich habe vor der Linie so ein bisschen nach hinten geschaut. In dem Moment steckt Pedersen noch sein Vorderrad vorbei. Aber für 20 Punkte hat es sich gelohnt. Danach war ich für 15 Kilometer erstmal á bloc. Ich denke, wir haben einen guten Leadout und die Beine sind gut. Wir können mit Selbstvertrauen auf die nächsten Etappen schauen."

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