Die Stimmen zur 11. Etappe der Tour de France

Kanter: “Ich war ziemlich auf mich allein gestellt“

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Max Kanter (XDS - Astana) nach der 11. Etappe im Interview. | Foto: Cor Vos

15.07.2026  |  (rsn) – 161 Kilometer Anlauf gab es auf der 11. Etappe der Tour de France 2026, bevor es in Nevers nach einem rasend schnellen Rennen zum Sprint kommen konnte. Die vier Ausreißer wurden 6,5 Kilometer vor dem Ziel vom Feld eingeholt, danach traten die Männer mit den schnellen Beinen in Aktion.

Von denen war auf der Zielgerade Sören Waerenskjold (Uno-X Mobility) am schnellsten. Der Norweger profitierte von einer kurzen Tempoverschleppung im Sprint. Waerenskjold trat früh an, riss eine Lücke und feierte den größten Sieg seiner Karriere.

Dritter wurde Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech), der dann allerdings wegen eines Regelverstoßes bis ans Ende des Feldes zurückgestuft wurde. So rückte  Milan Fretin (Cofidis) auf den dritten Platz vor. Pascal Ackermann (Jayco - AlUla) war auf dem neunten Platz bester Deutscher. Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) kam sich im Feld an und verteidigte das Gelbe Trikot.

In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.

Die Stimmen zur 11. Etappe der Tour de France:

Sören Waerenskjold (Uno-X Mobility / Sieger / Ziel-Interview): “Ich dachte, ich hätte zu weit zurück gelegen, aber dann öffnete sich die Tür auf der rechten Seite. Das passiert normalerweise nicht. Es fühlte sich an wie bei meinem ersten großen Sieg beim Omloop Het Nieuwsblad. Auch da war ich zu weit hinten und dann plötzlich ganz vorn. Es ist unglaublich.“

Olav Kooij (Decathlon – CMA CGM / Zweiter / Eurosport): “Wir hatten eine gute Position. Stuyven war noch da, aber als Cees (Bol) Bol anzog, wollte ich jemanden in die Lücke lassen. Dann dachte mir, dass er es vielleicht allein schafft. Waerenskjold hat aber nicht gezögert, er kam von hinten und sein Vorsprung war zu groß. Ich wollte ein oder zwei Fahrer reinlassen, aber bevor ich mich versah, kam Waerenskjold mit großem Momentum und wir gucken uns alle nur noch an.“

Huub Artz (Lotto - Intermarché / Vierter / Eurosport): “Ich bin ziemlich zufrieden. Seinen Sprint in einer Tour zu entdecken ist fast wie ein Wunder. Für mich ist hier nichts selbstverständlich und ich bin wirklich stolz auf dieses Ergebnis. Wir hatten auf den letzten 500 Metern Gegenwind. Die Leadouts haben wohl etwas gezögert. Dann ist Waerenskjold angegangen und er hat den Speed gut festgehalten. Der Rest hat vielleicht etwas zu lange gewartet. Er hat es verdient. Er war clever und hatte das Selbstvertrauen, es zu probieren.“

Pascal Ackermann (Jayco - AlUla / Neunter / ARD): "Ich habe eigentlich erst mal gesagt, ich bleibe in der Uno-X, weil Waerenskjold ist einfach ein perfekter Leadout-Mann und normal geht er früh. Und da habe ich mich ein bisschen irritieren lassen, weil ich bei Merlier am Rad war und dann sind die losgefahren und dann dachte ich, jetzt muss ich auch los, aber es war noch viel zu lange. Ich würde sagen, die letzten 10 Kilometer heute waren die langsamsten vom ganzen Tag und keiner wusste wirklich, wann es jetzt losgeht. Und dann hat ein Team gezuckt, das war glaube ich Decathlon, und dann ging es halt los.“

Max Kanter (XDS – Astana / 16. / RSN): “So wie ich es vorhergesagt habe, war es wichtig, sechs Kilometer vor dem Ziel in Position zu sein. Das haben wir als Team nicht ganz so gut hinbekommen. Da war ich ziemlich auf mich allein gestellt. Dann haben wir uns mehrmals verloren. Ich habe dann versucht, anderen Teams zu folgen. Aber so richtig ging die Lücke dann gar nicht mehr auf. Ich habe mich dann an der linken Seite orientiert. Das komplette Feld ist 400 Meter vor dem Ziel rüber gezogen. Ich musste dreimal bremsen. Damit war mein Sprint vorbei.“

Magnus Cort (Uno-X Mobility / 18. / Eurosport): “Es ist verrückt. Wie jedes Team träumen wir von einem Tagessieg. Wir waren bei zwei Etappen schon jeweils Zweiter. Jetzt hat er es geschafft. Sören ist der Meister dieser chaotischen Sprints. Jeder war sehr frisch. Für ein paar Kilometer sind wir relativ langsam gefahren. Irgendwie hat er seinen Weg gefunden.“

Louis Vervaeke (Soudal – Quick-Step / 43. / Eurosport): “Uno-X hat das Spiel gespielt, aber wenn es dann um den Sieg geht, ziehe ich immer jemanden vor, der mitgearbeitet hat. Bis zur Drei-Kilometer-Marke hatten wir eine gute Position. Dann habe ich nicht gesehen, was passiert ist. Aber Tim (Merlier) ist ein Siegertyp. Wenn er merkt, dass er nicht gewinnen kann, dann versucht er es auch gar nicht.“

Kurt Van de Wouver (Sportlicher Leiter Lotto – Intermarché / ARD): “Es ist in der Verpflegungszone passiert. Georg (Zimmermann) hat sich ein bisschen am Gesicht verletzt. Der Arzt ist bei ihm. Ich glaube, es sieht ganz gut aus, dass er morgen startet. Er war natürlich enttäuscht, das ist klar. Ich habe ein paar Worte mit ihm gesprochen. Aber wir wollen alles dafür tun, dass er morgen wieder fährt.“

Tom Steels (Soudal – Quick-Step / Sportlicher Leiter / RSN): “Es war ein hartes Rennen. Aber die Zeiten ändern sich. Aerodynamik, Reifen und die Räder. Das macht alles schneller. Aber vor allem die Qualität der Fahrer. Vor ein paar Tagen hat man gesehen, dass ein Fahrer alleine im Schnitt über 50 km/h schnell fahren kann. Wir haben von Anfang an den Druck auf die Ausreißer hochgehalten. Und trotzdem mussten wir gegen einen hohen Durchschnitt der Ausreißer kämpfen. Es ist das Material, die Fahrer, ein bisschen was von allem.“

 

Mads Pedersen (Lidl - Trek / Zehnter / Eurosport): “Der Sprint war nicht gut genug, ansonsten war es okay. Ich habe Glück, dass Philipsen, Kanter oder Girmay nicht gewonnen haben. Es ist immer etwas schade, so etwas zu sagen, aber so läuft das Spiel ums Grüne Trikot.“ “Es war ein recht lockerer Tag. Für die Ausreißer und die Helfer im Wind war es wohl ätzend, aber für den Rest war es ein prima Tag. Es ist nicht so schwer, wenn man am Hinterrad sitzen kann und vor einem liegt so ein Kurs, der den ganzen Tag vor sich hinfließt. Es ist nicht schwer, wie es klingt.“ “Der Kampf um Grün geht weiter wie bisher. Nach morgen haben wir die richten Sprintetappen hinter uns. Die großen Punkte sind weg. Ich bin noch in der Verlosung um grün. Ich habe es noch immer und trage es hoffentlich nach morgen auch noch. Unsere Herangehensweise wird sich also nicht ändern. Wir werden mit dem Team hier und da und überall sein.“

Cees Bol (Decathlon – CMA CGM / 28. / Eurosport): “Ich bin vielleicht etwas zu früh angegangen. Olav hat kurz gezögert. Und dann war es auch schon zu spät. Die Lücke war da und in der Position konnten wir nichts mehr machen. Olav hatte heute sicher die Beine für den Sieg. Als Team haben wir auch einen tollen Job gemacht. Im Bus haben wir sicher eine gewisse Enttäuschung. Wir haben das Gefühl, dass wir heute hätten gewinnen können. Manchmal kommt gerade aus so etwas aber Motivation und Selbstvertrauen, um Revanche zu nehmen.“

Tobias Johannessen (Uno-X Mobility / 42. / Eurosport): “Wir hatten wirklich nicht geglaubt, heute gewinnen zu können. Das ist ein verrücktes Gefühl. Verrückt! Nach dem zweiten Platz hat er gemerkt, dass es möglich ist. Doch nach dem Sturz haben wir nicht wirklich daran glaubt. Er sah gestern sehr traurig aus. Es ist verrückt!“

Anders Johannessen (Uno-X Mobility / 111. / Eurosport): “Es ist unglaublich. Wieder hat das Team die 11. Etappe gewonnen. Nächstes Jahr machen wir das dann zur Tradition, dann holen wir sie uns wieder. Wir hatten Anthon (Charmig) in der Gruppe und er war superstark. Wir wussten, dass Sören etwas verletzt war, etwas mehr als wir gestern zunächst dachten. Er hat heute aber seine Beine gleich wieder gefunden und war heute der Beste.“

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