Pidcock rückt auf Gesamtrang vier vor

Schmid bezwingt bei der Tour den Ballon d’Alsace und Tejada

Von Kevin Kempf

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Mauro Schmid (Jayco – AlUla) hat die 13. Tour-Etappe gewonnen. | Foto: Cor Vos

17.07.2026  |  (rsn) – Mauro Schmid hat eine starke Leistung seiner Mannschaft Jayco – AlUla mit dem bisher größten Sieg seiner Karriere gekrönt. Der Schweizer war mit drei Teamkollegen Teil einer 57-köpfigen Ausreißergruppe, die auf der 13. Etappe der Tour de France 2026 - die im Finale über den Ballon d’Alsace führte – den Tagessieg unter sich ausmachte. Nach 205,8 Kilometern war der 26-jährige Schmid letztendlich im Zweiersprint schneller als Harold Tejada (XDS – Astana), mit dem er sich 16 Kilometer vor dem Ziel abgesetzt hatte.

Zwei Sekunden dahinter belegte Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5) in Belfort den dritten Rang vor Maxim Van Gils (Red Bull – Bora – hansgrohe), Brandon McNulty (UAE – Emirates – XRG) und Kevin Vauquelin (Netcompany – Ineos).

Das Feld um Spitzenreiter Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) und den weiteren Klassementfahrern erreichte das Ziel mit 7:32 Minuten Rückstand. Pidcock machte dank des erfolgreichen Ausreißversuchs einen Sprung auf Platz vier im Klassement.

"Ich kann es noch nicht glauben, es war vom Start weg ein unglaublich harter Tag. Wir wollten mit dem ganzen Team in der Ausreißergruppe sein“, verriet Schmid im Ziel-Interview. Das hatte zwar nicht geklappt, doch die Hälfte der Jaycos reichte letztendlich auch, um im Finale ein zahlenmäßiges Übergewicht zu haben. Zu viert war man zunächst in der 57-er Gruppe und auch noch komplett präsent, und als die auseinandergefallen war. In der vorentscheidenden Zehnergruppe waren noch Schmid und Luke Plapp dabei, ehe der Schweizer - unbeobachtet von den Kameras – in der letzten Abfahrt seinen Angriff startete.

“Ohje wie letztes Jahr!“ – dann doch nicht

Tejada ging mit und setzte sich voll ein. So kam es zum Sprintduell. “Der Sprint vom letzten Jahr ging mir natürlich oft durch den Kopf“, erinnerte sich Schmid an die 11. Tour-Etappe von 2025, als er im Spurtduell mit Jonas Abrahamsen (Uno-X Mobility) den Kürzeren gezogen hatte. Mit Tejada hatte er nun einen deutlich leichteren Gegner für Zielgerade bei sich. “Vier Kilometer vor dem Ziel bekam ich leichte Krämpfe und machte mir schon Sorgen. Zwei Kilometer wollte ich hinten bleiben und habe gehofft, dass er von vorne fährt“, erklärte der 26-Jährige seine passive Fahrweise im Finale.

Weil Pidcock sich näherte, musste Schmid dann doch noch in die Führung gehen – und dort wurde er von Tejada überrascht. “Ich bin ein bisschen spät losgefahren und habe die ersten 50 Meter schon gedacht: ‘Ohje wie letztes Jahr!‘ Als ich dann die Ziellinie sah, habe ich meine Beine wiedergefunden und es durchgezogen“, freute er sich über seinen fünften Saisonsieg.

Die deutschen Fahrer konnten insgesamt nur kleinere Akzente setzen. Georg Zimmerman (Lotto - Intermarché) gehörte zu einer ersten Gruppe, früh wieder eingeholt wurde. Felix Engelhardt (Jayco – AlUla) versuchte es einige Male, blieb allerdings glücklos. In der großen Fluchtgruppe dabei waren Michel Heßmann (Movistar) und John Degenkolb (Picnic – PostNL), die im Finale aber beide keine Rolle spielten. Als bester Deutscher erreichte Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) das Ziel auf Position 36.

Der Gesamtdritte des Vorjahres büßte im Klassement zwar eine Position ein, hat aber auf Rang sieben unverändert 4:44 Minuten Rückstand auf Pogacar. “Der letzte Berg war doch noch mal ein bisschen schneller, aber ich denke, wir können ganz happy sein mit heute und dann mal schauen, was am Wochenende passiert“, sagte der 25-jährige Lipowitz zur ARD mit Blick auf die nun anstehenden beiden Bergetappen des Wochenendes.

Im Klassement liegt Pogacar weiterhin 3:36 Minuten vor Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike). Dritter ist Remco Evenepoel (Red Bull -Bora – hansgrohe), der 30 Sekunden Rückstand auf den Dänen aufweist. Pidcock liegt 4:15 Minuten hinter dem Mann in Gelb. An der Spitze der anderen Sonderwertungen änderte sich nichts: Mads Pedersen (Lidl – Trek) bleibt in Grün, Juan Ayuso in Weiß und Pogacar bester Bergfahrer, Lidl – Trek behauptete seine Führung im Gesamtklassement.

So lief die 13. Etappe der Tour de France:

Georg Zimmerman (Lotto - Intermarché), Kasper Asgreen (EF Education - EasyPost), Louis Vervaeke (Soudal - Quick-Step), Alex Kirsch (Cofidis) und Michal Kwiatkowski (Netcompany - Ineos) konnten sich sechs Kilometer nach dem Start absetzen, doch hinter dem Quintett kehrte keine Ruhe ein, so dass es nach einer 23 Kilometer langen Flucht wieder eingeholt wurde.

Kurz danach lösten sich gleich 37 Profis aus dem Feld. Lidl – Trek war einige der wenigen Mannschaft, die den Cut verpasst hatten. Über rund 30 Kilometer hin versuchte das deutsche Team, die Gruppe wieder einzuholen, dann gab man auf und der Abstand wuchs erstmals über 30 Sekunden an. 19 Fahrer um Pedersen und Biniam Girmay (NSN) machten sich allerdings noch aiuf die Verfolgung.

Bestplatzierter der Ausreißer war der Gesamtzehnte Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5), für den Kampf ums Grüne Trikot war vor allem Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech) interessant. Die deutschen Farben vertraten an der Spitze Michel Heßmann (Movistar) und John Degenkolb (Picnic – PostNL).

Das Streckenprofil der 13. Etappe der Tour de France | Foto: Veranstalter

Nach einer Jagd über rund 55 Kilometer schloss die Pedersen-Gruppe zur Spitze auf, die damit aus nicht weniger als 57 Fahrer bestand. Die lagen zu diesem Zeitpunkt 6:30 Minuten vor dem von UAE angeführten Peloton. Als der Abstand 83 Kilometer vor dem Ziel die 7-Minuten-Grenze überschritt, schaltete sich Bahrain Victorious mit in die Verfolgung ein, um den neunten Gesamtrang von Lenny Martinez zu verteidigen.

Am Zwischensprint 67 Kilometer vor dem Ziel lancierte Edward Planckaert seinen Teamkollegen Philipsen, der sich nach hart ausgetragenem Dreikampf knapp vor dem Mann in Grün und Girmay durchsetzte, um sich 25 Zähler gutschreiben zu lassen.

Der nächste Eichpunkt im Rennen war der Col des Croix (3.Kat.). Ben Healy (EF Education – EasyPost) wagte dort einen ersten erfolglosen Angriff. Quinten Hermans (Pinarello – Q36.5) sicherte sich 48 Kilometer vor dem Ziel die Punkte vor Pidcock, für den er Tempo machte. Nach kurzer Abfahrt und einem Flachstück folgte der Einstieg in den Ballon d’Alsace (1.Kat.), der Hauptschwierigkeit des Tages.

Am Ballon d'Alsace fällt die Spitzengruppe auseinander

Dort wurde die große Gruppe in Folge mehrere Attacken auf schließlich nur noch neun Profis reduziert, zu denen weiterhin Schmid gehörte. Am aktivsten zeigten sich dabei Van Gils und Pidcock, der sich eingangs der letzten 29 Kilometer die Bergpunkte sicherte. Tim Wellens (UAE – Emirates – XRG) schaffte bergab als einziger der Verfolger noch den Anschluss.

Eingangs der letzten 15 Kilometer schummelten sich dann Tejada und Schmid aus der Spitzengruppe davon. Die acht Verfolger leisteten einige Minuten Widerstand, letztendlich fuhr das Duo aber Sekunde um Sekunde weg. Schmid begann 1,6 Kilometer vor dem Ziel zu pokern, so dass die Verfolger auf der Zielgerade ihm und Tejada noch gefährlich nahe kamen. Der Schweizer ging 500 Meter vor dem Ziel dann in die erste Position, musste jedoch den Sprint seines Begleiters kontern. Das gelang Schmid mit einiger Mühe, so dass er seinen zweiten Tagessieg bei einer Grand Tour bejubeln konnte.

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