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17.07.2026 | (rsn) - "Wir sind natürlich schon mit der Intention reingegangen, die Etappe zu gewinnen“, erklärte Tom Pidcocks Sportlicher Leiter Jens Zemke am Ende der 13. Etappe der Tour de France 2026 in Belfort gegenüber RSN. Und obwohl dieses große Ziel verfehlt wurde – der Brite überquerte den Zielstrich als Dritter – waren sowohl Pidcock als auch Zemke letztlich zufrieden mit dem Tagewerk. Als Beifang hatte der zweimalige MTB-Olympiasieger inklusive Bonussekunden immerhin 7:34 Minuten auf die Klassementfahrer um Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) gewonnen.
“Wir waren vorher auf der Zehn ganz knapp vor dem Elften, Zwölften, Dreizehnten und so weiter. Und von daher waren die acht Minuten jetzt superwichtig. Aber die Intention war, die Etappe zu gewinnen“, wiederholte Zemke und betonte: “Auf der einen Seite freuen wir uns riesig, dass wir da jetzt im Klassement einen Riesensprung machen“, fügte er an.
Für Pidcock ging von eben jenem zehnten auf den vierten Platz nach oben. Plötzlich liegt der Vuelta-Dritte des Vorjahres sogar nur noch neun Sekunden hinter dem drittplatzierten Belgier Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe).
___STEADY_PAYWALL___An ein solches Szenario hätte wohl kaum einer gedacht, als sich die Gruppe des Tages bildete. “Vielleicht spekulieren sie damit, dass Tom den Preis dann bezahlt, morgen oder in der nächsten Woche. Vielleicht glauben sie noch nicht so richtig an ihn, wie wir es tun. Man hat gesehen, letztes Jahr bei der Vuelta, dass er ein Podiumskandidat ist“, erklärte Zemke, der auch noch preisgab, warum sein Kapitän die hohen Erwartungen in der ersten Woche der Frankreich-Rundfahrt nicht ganz erfüllen konnte.
Tom Pidcock vor dem Start der 13. Etappe mit seinem Pinarello-Team | Foto: Cor Vos
“Natürlich glaubst du an deine Sportler und die Tendenz ist auch aufsteigend. Er hatte am Anfang ein bisschen Sitzprobleme, das hat sich jetzt erledigt. Der ist richtig gut drauf und die Stimmung ist gut“, versicherte Zemke. Die guten Beine hätten Pidcock auch fast noch zum Etappensieg getragen, zwei Sekunden fehlten auf die beiden Spitzenreiter Mauro Schmid (Jayco - AlUla) und Harold Tejada (XDS - Astana).
“Er gewinnt dann auch den Sprint aus der Gruppe. Dadurch ist es natürlich dann noch mal ärgerlicher. Er hat es ja wirklich probiert, oben auch am Ballon (d'Alsace) mehrfach. Wir wissen, wie gut er runterfährt, aber du kannst nicht alles parieren. Die Zwei haben sich halt weggeschlichen“, ärgerte sich Zemke über die verpasste Chance.
Doch die Situation war für Pidcock nicht einfach. In der Zehnergruppe gab es zwei Duos – und vor allem gab es ihn. Neun Augenpaare waren auf den Engländer gerichtet, jedes Manöver wurde früh erkannt und neutralisiert. “Es war schwierig, allein in dieser Gruppe zu sein, vor allem am Anstieg. Ich konnte mich nicht absetzen, und auf der Ebene war ich dann natürlich im Nachteil“, erkannte der leichtgewichtige Allrounder in der Mixed Zone.
Zudem setzte Pidcock auch noch aufs falsche Pferd. “Ich habe auf UAE geachtet. Die waren die Gefährlichen. Die haben ihr Spiel getrieben. Die hatten nichts zu verlieren und haben sich den ganzen Tag zurückgehalten, deshalb habe ich gerade auf die geachtet“, erläuterte er. Dabei ließ er aber Schmid vom anderen Duo, jenem von Jayco – AlUla, außer Acht. Der Schweizer setzte sich mit Tejada ab, Pidcock und Co. hatten das Nachsehen.
Pidcock in einer der Abfahrten der 13. Etappe | Foto: Cor Vos
So wurde es nichts mit dem Etappensieg, als Trost blieb nur der Zeitgewinn im Klassement. Dass der sich am schweren Wochenende gleich wieder in Wohlgefallen auflösen könnte, glaubt man beim Schweizer Zweitdivisionär nicht. “Es war eine große Gruppe vorne mit 55 Mann. Die wurden verpflegt und ich meine, letztendlich war es für die Gruppe hinten ja auch richtig hart. Also ich glaube, dass das nicht viel ausgemacht hat, wenn man da jetzt vorne richtig am Horn fährt“, bestritt Zemke, dass die Ausreißer einen größeren Kraftaufwand hätten betreiben müssen.
Auch Pidcock blickte zuversichtlich auf die entscheidende Phase der Tour de France voraus. “Die Top Ten sind jetzt auf jeden Fall sehr realistisch. Aber ja, ich weiß, dass ich für das Podium im Zeitfahren viel Zeit verlieren werde“, schränkte er dann doch ein.