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18.07.2026 | (rsn) - Mit seinem 25. Etappensieg bei einer Tour de France und dem vierten bei der diesjährigen Austragung hat Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) die Bergankunft in Le Markstein für sich entschieden und seine Ausnahmestellung einmal mehr unterstrichen. Nach 155,3 schweren Kilometern mit Start in Mulhouse verwies der Slowene seinen mexikanischen Teamkollegen Isaac Del Toro mit 38 Sekunden Rückstand auf Platz zwei. An dessen Hinterrad erreichte der Franzose Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM) das Ziel als starker Dritter.
Beide waren mit Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) auf die kurze Schlussrampe gegangen, doch der Däne erwies sich erneut als nicht spritzig genug, um im Sprint bei der Konkurrenz zu bleiben. So verpasste Vingegaard nicht nur die Zeitbonifikationen im Ziel, sondern büßte auch sechs Sekunden gegenüber Del Toro und Seixas ein.
Dies wiederum kam der Red-Bull-Doppelspitze Remco Evenepoel und Florian Lipowitz entgegen. Beide waren am Berg zurückgefallen, verloren auf den Rängen fünf und sieben aber nur vier beziehungsweise sechs Sekunden auf Vingegaard. Zeitgleich vor Lipowitz kam der Spanier Juan Ayuso (Lidl – Trek / +0:50) auf Rang sechs ins Ziel.
“Decathlon und dann Jonas sind ein wirklich hartes Tempo am Anstieg gefahren. Ich habe mich gut gefühlt und wollte auf die letzten zwei Kilometer warten, die ich sehr gut kannte“, sagte Pogacar nach seinem erneuten Triumph zu Eurosport. Die Zuschauermassen auf dem Weg durch die Vogesen hätten ihm einen “Extraboost“ gegeben. “Es war ein perfekter Tag für uns“, urteilte der Slowene nach seinem 125. Karriereerfolg.
Für seinen relativ späten Angriff hatte Pogacar noch eine weitere Erklärung: “Ich wusste, dass Del Toro heute nicht bei 100 Prozent war und habe deswegen bis zum Ende des Anstiegs gewartet.“ Der Mexikaner war am Col du Haag (1. Kategorie) der letzte Begleiter des Gesamtführenden, der bereits vor drei Jahren in Le Markstein triumphiert hatte.
Lipowitz hatte im steilen Finale sogar einmal kurz angegriffen, aber keinen Abstand herbeiführen können. “Am Ende haben leider die Beine nicht ganz gereicht, ich glaube wir können aber trotzdem happy sein“, konstatierte der Deutsche gegenüber der ARD nach einem Rennen, das er trotz des schweren Parcours offenbar - wie der Mann in Gelb - genießen konnte: “Ich muss ein Riesen-Dankeschön an die ganzen Fans sagen, es war unglaublich, wie viele an der Strecke waren. Ich habe die ganze Zeit meinen Namen gehört.“
In der Gesamtwertung erhöhte Pogacar seinen Vorsprung auf beruhigende 4:30 Minuten zu Vingegaard. Evenepoel bleibt Dritter mit jetzt 5:06 Minuten Abstand. Lipowitz schob sich auf Platz sechs vor, weil Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5) im Schlussanstieg Zeit einbüßte. Der 25-Jährige hat nun 5:44 Minuten Rückstand zum Gelben Trikot. "Hoffentlich kann ich mich für morgen nochmal erholen, und dann heißt es wieder angreifen“, sagte Lipowitz mit Blick auf die nächste schwere Bergetappe bei dieser Tour.
Durch seinen dritten Tagesplatz übernahm Seixas als neuer Gesamtdritter auch das Weiße Trikot von Ayuso. Sein Vorsprung gegenüber dem Spanier beträgt aber nur drei Sekunden. In der Bergwertung bleibt Pogacar mit 52 Punkten vorn. Zweiter ist jetzt Valentin Paret-Peintre (Soudal – Quick Step, 43), der zu den Ausreißern des Tages gehört hatte. Lidl – Trek büßte im Mannschaftsklassement weitere Zeit ein und hat nun noch 7:26 Minuten Vorsprung zu UAE.
Auf frühe Attacken verzichteten die Profis diesmal, da schon gut zehn Kilometer nach dem Start der Zwischensprint abgenommen wurde. Den gewann Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech) vor Mads Pedersen (Lidl – Trek), Max Kanter (XDS – Astana) und Biniam Girmay (NSN). Im direkt danach beginnenden Anstieg zum Grand Ballon d’Alsace initiierte Richard Carapaz (EF Education – EasyPost) eine große Spitzengruppe, die zunächst 34 Fahrer umfasste.
Mit dabei waren neben dem Olympiasieger von Tokio 2021 noch seine Teamkollegen Alex Baudin, Georg Steinhauser und Ben Healy sowie Thymen Arensman, Kévin Vauquelin, Egan Bernal (Netcompany - Ineos), Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5), Tobias und Anders Halland Johannessen (Uno-X Mobility), (EF Education - EasyPost), Valentin Paret-Peintre (Soudal – Quick Step, Felix Engelhardt (Jayco – AlUla), Einar Rubio und Pablo Castrillo (Movistar).
An der Bergwertung der 1. Kategorie war Paret-Peintre der Erste vor Carapaz. Damit war der Kampf um das Bergtrikot eröffnet – und nicht nur das: Das Duo zog durch und bekam in der Abfahrt Gesellschaft durch Healy und die Johannessen-Brüder. Rubio, Castrillo und Arensman begaben sich auf die Verfolgung, der Rest der großen Ausreißergruppe fiel sukzessive weiter zurück. Rubio schaffte wiederum im Col du Page (2. Kat.) den Anschluss ans Quintett, das zu diesem Zeitpunkt 2:30 Minuten vor dem Feld lag.
In den Ballon d’Alsace (1. Kat.) ging des Sextett mit einer Minute Vorsprung zu Arensman und zwei Minuten zu der Gruppe mit Pidcock. Das Feld, in dem fast ausschließlich Nils Politt (UAE – Emirates – XRG) Tempo gemacht hatte, lag drei Minuten zurück.
Das Streckenprofil der 13. Etappe der Tour de France | Foto: Veranstalter
Unter dem Tempodiktat von Felix Großschartner (UAE – Emirates – XRG) schrumpfte der Abstand zur Spitze und zu den nächsten Verfolgern dann zusehends. Die Pidcock-Gruppe wurde dann auch am Ende des Anstiegs gestellt. Die Spitzengruppe hatte da noch zwei Minuten Vorsprung. Bis zum Fuß des Col du Haag (1. Kat.) wurden daraus 80 Sekunden.
Tiesj Benoot (Decathlon – CMA CGM) übernahm in den ersten Kehren die Tempoarbeit, dann übernahm sein Teamkollege Nicolas Prodhomme. Pidcock bekundete in dieser Phase Schwierigkeiten und fiel zurück. An der Spitze schüttelte Carapaz 8,5 Kilometer vor der Bergwertung seinen letzten Begleiter Tobias Halland Johannessen ab.
Sepp Kuss (Visma – Lease a Bike) führte die Favoritengruppe in den letzten, enorm steilen Teil des Schlussanstiegs. Dort griff Lipowitz an. Seixas folgte als Erster, doch Kuss neutralisierte diese Attacke. Danach heftet sich Vingegaard an die Spitze der Favoritengruppe. 4000 Meter vor der Bergwertung musste Evenepoel die Konkurrenten ziehen lassen.
Vorn schaffte es Halland Johannessen noch einmal zurück zu Carapaz. Doch der Abstand zu den Verfolgern, Vingegaard, Pogacar, Seixas, Ayuso, Lipowitz und Del Toro, betrug nur noch 20 Sekunden. Sieben Kilometer vor dem Ziel und 1,5 Kilometer vor der Bergwertung griff Pogacar an.
Vingegaard fuhr stoisch hinterher und distanzierte einen Fahrer nach dem anderen, wobei Seixas am Bergpreis wieder zurückkam. Mit 20 Sekunden Vorsprung kam das Verfolgerduo oben an, Lipowitz, Ayuso und Evenepoel, der sich seine Kräfte wieder gut eingeteilt hatte, lagen 50 Sekunden hinter dem Führenden. Dazwischen befand sich noch Del Toro.
Kurz vor dem Ziel schloss Del Toro wieder zu Seixas und Vingegaard auf und sprintete schließlich sogar vor dem französischen Jungstar noch auf Platz zwei. Der Däne dagegen musste eine Lücke aufgehen lassen und büßte wieder wertvolle Sekunden ein. Evenepoel wiederum reduzierte den Abstand zu Vingegaard im Sprint auf nur noch vier Sekunden. Lipowitz kam zwei Sekunden später ins Ziel, wo sich Pogacar ausgiebig feiern ließ.
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