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18.07.2026 | (rsn) – Es ist Murmeltiertag beim Team Red Bull - Bora - hansgrohe. Das Skript dürfte dem geneigten Beobachter der Tour de France 2026 (2.UWT) bekannt vorkommen. Am Schlussanstieg fährt Florian Lipowitz bei den Besten mit – abgesehen von Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG), der weiter vorne zu finden ist – während sein Co-Kapitän Remco Evenepoel an den längeren Anstiegen Probleme hat, dem Tempo der Podiumskandidaten zu folgen.
Lipowitz stellt in der Gruppe die Mithilfe ein, Evenepoel nutzt eine flachere Passage, um sich zurückzukämpfen und sprintet an den direkten Konkurrenten noch vorbei. So war es in den Pyrenäen auf der Etappe über den Col du Tourmalet, so war es im Zentralmassiv nach Le Lioran und so war es auch bei der Kletterpartie durch die Vogesen nach Le Markstein. ___STEADY_PAYWALL___
Vom Ergebnis her betrachtet, kann Red Bull - Bora - hansgrohe auch nach 14 Etappen der 113. Tour de France zufrieden sein: Evenepoel ist Dritter, 34 Sekunden hinter Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) und 15 Sekunden vor dem neuen Mann im Weißen Trikot, Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM). Lipowitz hat als Sechster 40 Sekunden Rückstand auf seinen Teamkollegen.
Aber: Heute war Evenepoel nach seiner Rückkehr nicht der Schnellste im Sprint um Platz zwei oder drei, sondern um Platz fünf. Neben Pogacar nahmen auch Seixas, Vingegaard und Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG) dem Red Bull-Duo einige Sekunden ab.
“Wir konnten uns auf einer Etappe mit eher ungewöhnlichen Wetterbedingungen gut behaupten“, fasste Evenepoel gegenüber Sporza den Vogesen-Tag zusammen, dem ersten mit zwischenzeitlichem Regen während einer Etappe der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt. “Bem letzten Anstieg konnte ich mein eigenes Tempo fahren. Die Geschwindigkeit war für mich etwas zu hoch, aber ich konnte meinen eigenen Rhythmus beibehalten und habe nicht zu viel Zeit verloren.“
Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) zeigte auf der 14. Tour-Etappe eine starke Vorstellung. | Foto: Cor Vos
Zwar waren die Red-Bull-Kapitäne diesmal nicht in den unmittelbaren Podiumskampf involviert, dafür aber schien die Zusammenarbeit sehr gut zu funktionieren – keine Selbstverständlichkeit nach Evenepoels Rüffel in den Pyrenäen: “Als ich zu Lipo kam, bat ich ihn, so gut wie möglich zusammenzuarbeiten. Ich denke, das hat gut geklappt", betonte der Belgier dann auch.
Ein Problem für Evenepoel könnte die 15. Etappe mit dem steilen Schlussanstieg zum Plateau de Solaison sein – es gibt keine längere Abfahrt ooder flachere Abschnitte, an denen er verlorene Zeit wiedergutmachen könnte. Der 26-Jährige zeigte sich dennoch zuversichtlich: “Die Etappe morgen hat einen anderen Charakter. Und der letzte Anstieg ist eine 40-minütige Anstrengung mit einer konstanten Steigung von 8 bis 9 Prozent. Das ist die Art von Anstieg, die zu mir passen sollte. Ich habe ihn auch ein paar Mal besichtigt“, sagte er.
Und: Evenepoel hat den Zeitfahr-Vorteil für den Tag nach dem Ruhetag auf der Habenseite – gegenüber wohl allen direkten Kontrahenten: “Wenn ich morgen noch einmal alles geben kann, ohne Zeit auf meine Konkurrenten zu verlieren, dann kann ich am Dienstag versuchen, so viel Zeit wie möglich zurückzugewinnen und den Etappensieg anzustreben", kündigte der dreimalige Zeitfahrweltmeister an.
Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe) wurde zwar zwischenzeitlich abgeschüttelt, konnte im Finale aber wieder Boden gutmachen. | Foto: Cor Vos
Der 25-jährige Lipowitz wiederum kann sich seiner Bergform weiterhin sicher sein. Mit Seixas zusammen lancierte er sogar eine kurzlebige Attacke am Col du Haag, am Ende ließ allerdings auch er Federn. "Ich denke, wir haben als Team wirklich eine starke Leistung gezeigt“, sagte der Deutsche dann im Ziel. “Wir hatten heute einfach nicht die Beine, um Seixas zu folgen, schätze ich. Morgen ist ein neuer Tag, aber am Ende haben wir, nicht allzu viel Zeit verloren. Wir können also stolz darauf sein, wie wir gefahren sind, und dann sehen wir morgen weiter."
Bei Red Bull macht sich nach anfänglichen Spannungen offenbar eine Art Wir-Gefühl breit. Sechs Fahrer kämpfen nach zwei Tour-Wochen um zwei Podiumsplätze. Auch durch die heutige Schadensbegrenzung – die auch einer guten Zusammenarbeit zu verdanken war – sind Evenepoel und Lipowitz mittendrin in diesem Kampf.
“Wir streben das Podium mit beiden weiterhin an“, sagte dann auch Teamkollege Maxim Van Gils bei Sporza. “Wir müssen einfach so weitermachen. Es ist noch nicht vorbei. Die dritte Woche ist die härteste, und es steht noch ein Zeitfahren an, das beiden gut liegt. Am Ende wird es auf Minuten ankommen, und diese Sekunden werden weniger ins Gewicht fallen.“
Lipowitz im Zielsprint: In Le Markstein wurde er Siebter und machte im Gesamtklassement eine Position gut. | Foto: Cor Vos
Bisher liegen 1:20 Minuten zwischen Platz zwei (Vingegaard) und sieben (Del Toro). Beim Raublinger Rennstall ist man auch nach den Vogesenetappen zuversichtlich, das Blatt in der dritten Woche noch wenden zu können. “Danach kommen die Alpen mit längeren Anstiegen, die etwas weniger explosiv sind“, blickte auch Evenepoel auf die Tage nach dem Zeitfahren. “Ich befinde mich immer noch auf dem dritten Platz, also muss ich auf jeden Fall zufrieden sein", fügte er an.