RSNplusUAE feiert zweiten Doppelsieg

Gianetti sieht Del Toros beste Version bei dieser Tour

Von Tom Mustroph aus Le Markstein

Foto zu dem Text "Gianetti sieht Del Toros beste Version bei dieser Tour"
Tadej Pogacar und UAE-Teamkollege Isaac Del Toro feiern in Le Markstein ihren Doppelsieg. | Foto: Cor Vos

18.07.2026  |  (rsn) - Es war einer der Schlüsselmomente dieser 14. Etappe der Tour de France. Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) schlug ein beachtliches Tempo in der Favoritengruppe an. Die wurde dünner und dünner. Am Ende der Gruppe schien Isaac Del Toro Probleme (UAE – Emirates – XRG) zu haben. Der Mexikaner ließ jedenfalls eine kleine Lücke aufgehen. Sein Teamkollege Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) schaute zurück, durchaus besorgt, wie er später zugab. Und er änderte wohl auch seine Pläne.

“Ich wusste, dass Del Toro nicht bei 100 Prozent ist heute und habe deswegen bis zum Ende des Anstiegs gewartet. Decathlon und dann Jonas sind ein wirklich hartes Tempo am Anstieg gefahren. Ich habe mich gut gefühlt und wollte auf die letzten zwei Kilometer warten, die ich sehr gut kannte“, erzählte er später im Ziel-Interview. Dem Mexikanischen Meister kam dies entgegen. 

Del Toro fand wieder Anschluss, kämpfte sich nach der dann folgenden Attacke seines Kapitäns auch wieder zurück zu den Verfolgern Jonas Vingegaard und Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM). Im Finale fand er dann sogar seine Bergsprintbeine und sorgte in Le Markstein für einen nach dem vorherigen Rennverlauf kaum erwarteten UAE-Doppelsieg. ___STEADY_PAYWALL___

Auf die Frage, ob dies die beste Version von Del Toro bei dieser Tour, auch trotz des von Pogacar geschenkten Siegs auf der 2. Etappe sei, antwortete UAE-Chef Mauro Gianetti: “Vermutlich ja“, und sein Strahlen legte nahe, dass er ein ganz klares Ja meinte. 

Hier war Isaac Del Toro (UEA – Emirates – XRG) auf der 14. Tour-Etappe noch vor seinem Kapitän Tadej Pogacar. | Foto: Cor Vos

Einen großen Schreck hatte er jedenfalls nicht bekommen, als Del Toro scheinbar zu schwächeln anfing. “Er fährt gern sein eigenes Tempo. Er kann seinen Effort sehr gut kalkulieren. Als er den Kontakt verlor, war ich zuversichtlich, dass er den Anschluss wieder schafft“, erzählte der Schweizer im Ziel RSN. Und zum offensichtlichen Zögern und Umschauen Pogacars meinte er nur: “Wahrscheinlich wollte er einfach gucken, wer noch in der Gruppe ist und ob sein bester Freund Del Toro noch dabei ist.“

Das bestätigte Träger des Gelben Trikots dann auch in der Mixed Zone gegenüber RSN: “Ja, ich habe mit einem Auge auf Isaac geschaut. Ich denke, er hatte heute einfach nicht das volle Vertrauen in sich selbst.“ Pogacar zeigte sich aber überzeugt, dass dieser Tag, mit diesem Ausgang, seinem jungen Freund, Teamkollegen und potenziellen Nachfolger einen ganz neuen Motivationsschub verleihen wird. “Ich denke, nach dem heutigen zweiten Platz wird er viel Selbstbewusstsein tanken.“

Für die Konkurrenz steht zu befürchten, dass die Serie der slowenisch-mexikanischen Doppelsiege bei dieser Tour nicht abreißt. Pogacar jedenfalls nahm sich auch für Sonntag eine Menge vor. “Heute war ein perfekter Tag für uns. Morgen wird ein harter Tag, aber wir werden bereit sein. Es ist etwas komplizierter als heute, aber es gibt viele Optionen“, meinte er. Mit Blick auf die schwere 15. Etappe.

Nach beeindruckender Aufholjagd sicherte sich der Mexikaner schließlich Rang zwei und seinem UAE-Team damit einen wei-teren Doppelsieg. | Foto: Cor Vos

Natürlich, UAE kann aus dem Vollen schöpfen. Und den detaillierten Fahrplan gab Routinier Adam Yates bekannt: “Erst mal feiern wir diesen Erfolg. Und morgen wird erneut ein großer Tag. Gewöhnlich sind alle am letzten Tag vor einem Ruhetag besonders motiviert. Es dürfte also extrem hart werden. Aber wir sind drauf vorbereitet“, sagte der Brite zu Eurosport.

Pogacar in Siegeslaune, Del Toro mit neuem Selbstbewusstsein und der Rest des Teams mit unbeugsamem Willen zur Selbstaufopferung – diese Tour de France droht auch wieder zu einem echten Langweiler zu werden.

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