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19.07.2026 | (rsn) – Während Teamkollege Anthon Charmig (Uno-X Mobility) auf der 14. Tour-Etappe noch hinter dem Gruppetto einen aussichtslosen Kampf gegen die Karenzzeit bestritt, versuchten die Zwillingsbrüder Halland Johannessen in der Spitzengruppe, die Favoriten auf Distanz zu halten. Dabei stellte sich Anders in den Dienst von Tobias, dem besseren Kletterer der beiden.
Der war dann auch im Col du Haag, dem finalen Berg des Tages, gemeinsam mit Richard Carapaz (EF Education – EasyPost) der letzte der Ausreißer, der sich mit aller Macht gegen die Einholung stemmte. Kurz vor dem Gipfel und gut acht Kilometer vor dem Ziel wurde das Duo dann aber doch von den Verfolgern gestellt, landete allerdings noch in den Top Ten des Tages, Carapaz als Achter 1:18 Minuten hinter dem nun viermaligen Etappensieger Tadej Pogacar (UAE –Emirates – XRG), Tobias Halland Johannessen (+1:40) eine Position dahinter.
“Es war schön, mit meinem Bruder in der Gruppe zu sein, er war unglaublich stark, ich bin sehr stolz. Vor allem im Tal vor dem letzten Anstieg hat er die UAE-Jungs auf Abstand gehalten. Wir können stolz sein und sind aber auch ein wenig enttäuscht, dass es nicht geklappt hat“, kommentierte der Norweger im Ziel gegenüber Eurosport die Etappe und plauderte dabei auch ein kleines Geheimnis aus.
“Ich habe am Start mit Pogacar gesprochen und ihn gefragt, ob er heute an eine Ausreißergruppe glaube und er meinte: ‘Aaah, ich glaube eher nicht‘“, so Johannessen. Dennoch ließ sich der 26-Jährige von dieser desillusionierenden Aussage des Dominators auch dieser 113. Tour de France nicht entmutigen, wie er betonte: “Wir haben uns trotzdem einfach durchgekämpft“, sagte Johannessen.
Er lobte auch seine Begleiter in der Ausreißergruppe, namentlich Carapaz, dessen Tempo er im Col du Haag zwischenzeitlich nicht hatte folgen können, um sich dann doch wieder an den Ecuadorianer heranzukämpfen. “Carapaz war unglaublich stark, er fährt sehr aggressiv. Ich konnte wieder zu ihm auffahren, aber als die Gruppe dann kam, waren sie zu stark für mich. Hut ab vor Carapaz und all den anderen“, sagte der Tour-Gesamtsechste von 2025, der nun den 14. Platz des Klassements belegt, sich von den Top Ten aber bereits mehr als acht Minuten entfernt befindet.
Deshalb wird sich Halland Johannessen wie seine Teamkollegen auch in der letzten Tourwoche auf Etappenjagden fokussieren, wie er ankündigte. “Wir werden es wieder versuchen und haben gezeigt, dass wir was draufhaben.“ Tatsächlich hat Uno-X durch Sören Waerenskjold nicht nur schon einen Tagessieg einfahren können, sondern auch zweite Plätze durch den Gewinner der 11. Etappe und Johannessen selber (9. Etappe).
Allerdings musste das Team am Samstag aber den nach Torstein Traeen zweiten Ausfall verkraften. Der 28-jährige Charmig erreichte zwar in Le Markstein das Ziel, allerdings 58:17 Minuten nach Pogacar und mehr als 20 Minuten nach dem Gruppetto, womit er deutlich das Zeitlimit überschritt.