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13.04.2010 | (rsn) – Auf Platz 14 war Dominik Klemme (Saxo Bank) bei der 108. Auflage von Paris-Roubaix bester deutscher Fahrer – und das bei seinem Debüt. Der deutsche Vizemeister misst dem aber keine große Bedeutung bei. „Die anderen Deutschen hatten sehr viel Pech“, so Klemme zu Radsport News. „Ich denke, dass Marcel Sieberg, Martin Reimer und Marcus Burghardt auch vorne reingefahren wären, wenn sie nicht so viele Defekte gehabt hätten. Andererseits zeichnet es dieses Rennen ja auch aus, dass jederzeit alles passieren kann.“
Klemme zeichnete am Sonntag vor allem aus, dass er seine Helferaufgaben erfüllte und dann nach knapp 260 Kilometern noch genügend Kräfte hatte, so dass er um eine gute Platzierung mitsprinten konnte. „Mein Ziel war es, Fabian Cancellara so gut es geht zu unterstützen und dann im Velodrom von Roubaix anzukommen“, erklärte der 23 Jahre alte Bielefelder. „Dass ich 14. werden könnte, hätte ich nicht gedacht. Schließlich war es ja meine erster Start bei diesem Rennen.“
Erwartungsgemäß stellte sich der Wald von Arenberg als die schwerste der insgesamt 27 Kopfsteinpflaster-Passagen heraus, so Klemme: „Aber das wusste ich schon nach unserem Roubaix-Training.“ Erst 15 Kilometer vor dem Ziel rechnete er damit, dass es zu einer Platzierung unter den Besten reichen könnte. „Da sind einige Fahrer aus der Spitze zurück in unsere Gruppe gefallen“, sagte er. „Ich habe dann versucht, so gut es noch ging, im Sprint der Gruppe vorne zu landen. Aber nach 260 Kilometern war das nicht so einfach.“
Es reichte aber zu einem Rang unter den besten 15, womit er nicht nur bester deutscher Fahrer, sondern auch zweitbester Saxo Bank-Profi hinter dem überlegenen Sieger Cancellara wurde. Über seinen Kapitän urteilte der junge Deutsche: „Er hat genau im richtigen Moment attackiert. Meiner Meinung nach ist Fabian so überlegen, da bei ihm einfach alles zusammen passt. Er hat eine geniale Radbeherrschung, behält immer einen kühlen Kopf und er weiß, was er will. Wenn er einmal 50 Meter Vorsprung hat, dann fährt man die so schnell nicht mehr zu.“
Klemme kann sich nicht nur über die Fortsetzung seiner Erfolgsserie bei Frühjahrsrennen freuen - Platz drei bei Hel van het Mergelland, Platz neun bei Rund um Köln und Platz 32 beim Scheldeprijs -, sondern auch über eine gewonnene Wette. „Ich habe mit meinem besten Freund gewettet, ob ich in Roubaix ankomme. Falls nicht, hätte ich in Anzug und Lackschuhen und mit Fliege auf eine Jura-Party (das studiert er) gemusst. Das ist nun gar nicht mein Fall. Sollte ich durchkommen, müsste er auf dieselbe Party in Muskelshirt und Sonnenbrille. Das allein war schon Motivation genug, um anzukommen“, so Klemme lachend.