Team-Vorstellungen 2016

IAM - aller Anfang ist schwer

Von Daniel Brickwedde

Foto zu dem Text "IAM - aller Anfang ist schwer"
IAM im WM-Teamzeitfahren von Richmond | Foto: Cor Vos

16.02.2016  |  (rsn) – Mit großen Hoffnungen starten die Teams in die neue Saison. In einer Serie stellt radsport-news.com alle 18 Mannschaften der WorldTour, die Zweitligisten Bora-Argon 18 und Stölting Service Group aus Deutschland sowie das Team Roth aus der Schweiz vor.

Heute: IAM

Die Schweizer Equipe feierte 2015 ihr Debüt auf der WorldTour. Abgesehen von einigen Achtungszeichen fehlten am Ende allerdings die ganz großen Erfolge. Für 2016 erhofft sich das Management um Gründer Michel Thétaz einen Schub, auch wenn die Mittel begrenzt sind. IAM baut dabei in erster Linie auf einen Schweizer und einen Sprinter aus Italien.

Land: Schweiz
Hauptsponsor: IAM
Branche: Investmentfonds
Teamchef: Michel Thétaz
Radausrüster: Scott
Fahrer im Aufgebot: 28

Rückblick 2015: Aller Anfang ist schwer – das bekam auch IAM zu spüren. In der ersten Saison auf WorldTour-Niveau konnte das Team dennoch einige achtbare Ergebnisse einfahren: Mathias Frank erreichte bei der Tour de France einen mehr als nur respektablen achten Gesamtplatz, Oldie Martin Elmiger wurde bei Paris-Roubaix sogar Fünfter. Durch Sprinter Matteo Pelucchi gelangen zwei Etappensiege bei der Polen-Rundfahrt. Stefan Denifl meldete sich nach langer Verletzungspause mit dem Gewinn des Bergtrikots bei der Tour de Suisse zurück, Matthias Brändle feierte Tagessiege bei der Oman- und der Belgien-Rundfahrt. Ansonsten mangelte es dem Team allerdings an vorzeigbaren Resultaten. Heinrich Haussler wurde früh in der Saison Australischer Straßenmeister, konnte im Anschluss daran die Erwartungen allerdings nicht erfüllen. Auch Sylvain Chavanel agierte glücklos und blieb erstmals seit 2007 ohne Saisonsieg.

Ausblick 2016: Die finanziellen Möglichkeiten sind für IAM begrenzt, so sind auch 2016 keine ganz großen Sprünge zu erwarten. Hoffen wird das Team auf eine Entwicklung bei Sprinter Matteo Pelucchi. Der Italiener hat im Vorjahr seine Qualitäten angedeutet und bekommt mit Leigh Howard für diese Saison einen weiteren Fahrer zur Unterstützung, so dass der eine oder andere Sieg mehr herausspringen könnte. In den Rundfahrten ist das Team auf Mathias Frank angewiesen. Kommt der Schweizer bei der Tour de France in die Regionen des Vorjahres, wäre das Saisonziel erreicht.

In den Klassikern sollen der mittlerweile 37 Jahre alte Martin Elmiger und Dries Devenyns die Akzente setzen, in den Zeitfahrprüfungen setzt IAM auf den ehemaligen Stundenweltrekordler Matthias Brändle. Ansonsten wird das Team bei vielen Rundfahrten vermutlich die Offensive suchen und auf den einen oder anderen Tagessieg hoffen. Mit Brändle, Jonas Vangenechten, Stefan Denifl, Heinrich Haussler und Jerome Coppel ist das Personal dafür vorhanden.

Neuzugänge: Vier Fahrer haben sich dem Team angeschlossen. Leigh Howard soll Matteo Pelucchi in den Sprints unterstützen, der erfahrene Oliver Zaugg das Kontingent der Etappenjäger erweitern und Frank in den Bergen unterstützen. Der Norweger Vegard Stake Laengen kommt vom Continental-Team Joker, Oliver Naesen aus der Talentschmiede von Topsport-Vlaanderen. Der 25-jährige Belgier konnte sich im Vorjahr durch einige gute Ergebnisse bei belgischen Eintagesrennen hervortun.

Abgänge: Die Verpflichtung von Sylvain Chavanel vor zwei Jahren wurde durchaus als Coup gesehen. Ausgezahlt hat sich der Wechsel für IAM allerdings nur bedingt. 2014 siegte der 36-jährige Franzose beim GP Ouest France-Plouay, 2015 konnte er aber keinen weiteren Erfolg verbuchen. Nun kehrte Chavanel nach Frankreich zurück und schloss sich Zweidivisionär Direct Energie an. Mit seinem Landsmann Jérôme Pineau musste ein weiterer altgedienter Profi das Team verlassen. Der 36-Jährige beendete daraufhin seine Karriere. Außerdem zog es auch Sebastian Reichenbach nach Frankreich. Der Schweizer wechselte zur FDJ-Equipe, wo er künftig für Thibaut Pinot fahren wird.

Aufgepasst auf … … Jarlinson Pantano. Der Kolumbianer wechselte im Vorjahr zu IAM und entpuppte sich gleich als Volltreffer, als er Neunter der Tour Down Under wurde. Zwar fehlte in der Bilanz am Ende ein Saisonsieg, aber bei der Tour de France gehörte er zu den belebenden Elementen des Teams. Pantano war in etlichen Fluchtgruppen dabei und beendete die Rundfahrt auf einem beachtlichen 19. Gesamtrang.

Das IAM-Aufgebot im Überblick

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