Omloop van het Hageland

Bastianelli sprintet auf den letzten Metern an Lepistö vorbei

Von Felix Mattis aus Tielt-Winge

Foto zu dem Text "Bastianelli sprintet auf den letzten Metern an Lepistö vorbei"
Marta Bastianelli (Alé Cipollini) hat den Omloop van het Hageland gewonnen. | Foto: Cor Vos

28.02.2016  |  (rsn) - "Sprinten können", das scheint erste Bedingung zu Vertragsverhandlungen beim Team Alé Cipollini zu sein. Der Zug der Italienerinnen ist bei flachen Rennen häufig vorne zu sehen - das war schon in den vergangenen Jahren so, doch auch nach dem Abgang der US-Amerikanerin Shelley Olds hat sich an der Taktik des Teams wenig geändert. Mit Neuzugang Marta Bastianelli hat beim Omloop Het Nieuwsblad nun die nächste Italienerin bewiesen, wie schnell das neongelbe Trikot offensichtlich macht.

Bastianelli gewann nach 129 Kilometern in Tielt-Winge haarscharf vor der Kanadierin Leah Kirchmann (Liv-Plantur) und der Finnischen Meisterin Lotta Lepistö vom deutschen Team Cervelo-Bigla. "Es war ein sehr chaotischer Sprint", brachte Kirchmann im Gespräch mit radsport-news.com auf den Punkt, was sich den Zuschauern auf der 300 Meter langen Zielgerade bot, die sich direkt an eine technisch anspruchsvolle und sehr schnelle Abfahrt anschloss.

Über die gesamte Straßenbreite waren die schnellsten Frauen im Feld verteilt und lange sah es nach dem ersten Saisonsieg im zweiten Rennen des Jahres für Cervelo-Bigla aus. "Bis 20 Meter vor dem Ziel war ich Erste", sagte Lepistö radsport-news.com. "Aber dann kamen noch zwei Mädels..." Am linken Straßenrand hatten Bastianelli und Kirchmann die höhere Endgeschwindigkeit und fingen Lepistö so noch ab. "Ich bin zu früh losgesprintet", gestand die Finnin ein, "einen kleinen Fehler" gemacht zu haben.

Hinter Bastianelli, Kirchmann und Lepistö landeten Bastianellis Teamkollegin Marta Tagliaferro und die Niederländische Meisterin Lucinda Brand (Rabo-Liv). Boels-Dolmans und Canyon-SRAM, die am Vortag beim Omloop Het Nieuwsblad in Gent das Podium unter sich ausgemacht hatten, verpassten die Top Fünf, und das Super-Team Wiggle-Honda, das ohne die Vorjahressiegerin angetreten war, weil Jolien D'Hoore in der kommenden Woche bei den Bahn-Weltmeisterschaften in London startet, sogar die Top 15.

Nach dem Start des Rennens bei frühlingshaftem Sonnenschein, aber winterlichen Temperaturen blieb das Peloton lange Zeit zusammen - zumindest konnten sich keine Ausreißerinnen absetzen. Erst als die erste 50-Kilometer-Runde absolviert war, lösten sich die schon am Vortag aktive Gracie Elvin (Orica-AIS) und die Niederländerin Anouska Koster (Rabo-Liv). Das Duo fuhr eine knappe Minute Vorsprung heraus und hielt sich bis zur dritten der fünf 15 Kilometer langen Schlussrunden um Tielt-Winge an der Spitze.

Dann aber machten unterschiedliche Teams im Feld Tempo und holten Elvin sowie Koster zurück, bevor Boels-Dolmans schließlich das Zepter übernahm und auf offenem Feld versuchte, das Peloton zu zerkleinern. Das gelang jedoch nur marginal und so erreichte schließlich immer noch eine Gruppe von mehr als 60 Fahrerinnen die schnelle Abfahrt zum Ziel, wo Bastianelli schließlich das beste Timing und die schnellsten Beine hatte.

Als beste Deutsche und Beste des Teams Boels-Dolmans fuhr Romy Kasper auf einen beachtlichen neunten Platz. Trixi Worrack (Canyon-SRAM) und Claudia Lichtenberg (Lotto-Soudal) beendeten das Rennen zeitgleich mit der Siegerin auf den Rängen 44 und 46, Lisa Brennauer (Canyon-SRAM) wurde auf Rang 64 mit neun Sekunden Rückstand gewertet und Clara Koppenburg (Cervelo-Bigla), die am Vortag beim Omloop Het Nieuwsblad bereits nach sechs Kilometern gestürzt war und das Rennen nicht beendet hatte kam diesmal mit 6:02 Minuten Rückstand auf Bastianelli als 84. ins Ziel.

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