Brändles Paris-Nizza-Tagebuch

Nur bis zum Ventoux in der richtigen Gruppe

Von Matthias Brändle

Foto zu dem Text "Nur bis zum Ventoux in der richtigen Gruppe"
Matthias Brändle (IAM) auf der 2. Etappe von Paris-Nizza | Foto: Cor Vos

11.03.2016  |  (rsn) - Was für ein Tag. Gefühlt war ich heute einmal in jeder Gruppe des Pelotons dabei. Nur das mit der richtigen Reihenfolge hatte ich nicht so ganz im Griff. Irgendwas lief da falsch, aber jetzt mal ganz von vorn.

Unser Team wollte heute wieder einen Fahrer in der Spitzengruppe platzieren. Gefühlt hab ich mich nicht besonders, aber als die Gruppe ging und ich einer guten Position war, musste ich einfach kurz zucken.

Mit einigen richtigen "Drückern" in der Gruppe konnten wir dann relativ schnell einen guten Vorsprung rausfahren. Am Mont Ventoux wollte sich mein Körper einfach nicht schnell genug den Berg hoch bewegen. Kurz vor der Hälfte des Anstiegs musste ich meine Begleiter ziehen lassen. Etwas, das kein Fahrer gerne macht !!

Nach ein paar gemütlicheren Kilometern berghoch kam auch schon die erste Gruppe kurz nach der Bergwertung, übrigens angeführt von Tinkoff. Viel vom einstigen großen Vorsprung war auch für meine einstigen Begleiter nicht mehr übrig. Das Tempo war stets hoch, unser Team war mit Reynes, Stake Laengen, Naesen und Dries sehr gut vertreten. Große Hilfe war ich meinen Kollegen leider keine mehr, ich war einfach zu kaputt.

So musste ich mich am nächsten längeren Anstieg auch schon wieder verabschieden und fand mich wenig später in der von Cofidis angeführten Gruppe rund um Bouhanni wieder. Ganz vorne waren immer noch vier meiner einstigen Begleiter, welche aber wenig später auch vom Peloton geschluckt werden sollten.

Mit Gregy (Gregory Rast) und Alba (Michael Albasini) in der Gruppe hatte ich dann auch zwei deutschsprechende Begleiter. Viel reden konnte ich zwar nicht mehr,  aber auch die beiden schienen ein klein wenig gelitten zu haben. Gregys Gesichtsausdruck gab mir ein klein wenig Moral zurück (lacht).

Über den genauen Rennausgang hat euch sicher schon ein anderer Bericht informiert, meine Teamkollegen Reynes und Naesen sind noch auf die Plätze 7 und 10 gesprintet. Dries kam auch sicher im Feld an und kann morgen um die Top-Plätze in der Gesamtwertung kämpfen!

Somit bin ich auch schon am Ende und fast im Hotel nach zwei Stunden Busfahrt und verabschiede mich mit dem Motto: "Was dich nicht umbringt, macht stärker!" Somit habe ich diese Woche schon fleißig an der Form gearbeitet. Das Leiden sollte somit bald weniger werden.

Bis morgen
Matthias

 

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