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18.05.2026 | Beim UCI Granfondo Vosges am vergangenen Sonntag konnte sich das Team Strassacker in diesem Jahr erstmals mit internationaler Konkurrenz messen. In einem schweren, teilweise chaotischen Rennen über knapp 180 Kilo- und 3000 Höhenmeter überzeugte die Mannschaft aus Schwaben mit einer soliden Team-Leistung - gegen starke Fahrer aus Frankreich, Belgien und den Niederlanden.
Der erste große Granfondo für das Team Strassacker in diesem Jahr startete schon um 7:30 Uhr morgens, an der Skistation La Bresse Hohneck, und passenderweise bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Es galt sich also warm anzuziehen - allerdings nicht nur wegen der kalten Temperaturen, sondern auch wegen der starken Konkurrenz.
Nach dem Startschuss ging es direkt heiß her: Schon die ersten kleineren Anstiege wurden ebenso schnell gefahren wie die folgenden Abfahrten. Bereits nach zehn Minuten dann der erste kurze Schock-Moment für mich: Meine Kette verkeilte sich, doch nach kurzem Hantieren konnte ich wieder zur Spitze aufschließen, an der sich unser Team dann geschlossen zeigte.
Nach etwa 30 Kilometern die erste große Schwierigkeit des Tages: der Col du Haut du Tôt mit knapp 400 Höhenmetern. Vom Fuß des Berges an wurde von der Konkurrenz ein sehr hohes Tempo angeschlagen. Ergebnis war eine etwa 35 Fahrer großen Spitzengruppe, mit dabei Dennis Biederer und ich. Marvin Schmidt verpasste den Anschluss ganz knapp und sortierte sich mit Marc Hepperle, sowie Dennis und Joshua Höllige dahinter in der zweiten Gruppe ein.
Pferde und Autos auf der Strecke
Es folgte eine schnelle, chaotische Zwischenphase, die durch äußere Einflüsse immer wieder gestört wurde: etwa Pferde auf der Straße oder den auch im Rennen präsenten Straßenverkehr. Das Grundtempo blieb aber auch in diesen Situationen hoch. Für mich folgte eine weitere Schrecksekunde: Bei Kilometer 90 verpasste ich eine Abzweigung der Strecke nach rechts und fuhr stattdessen geradeaus. Ein weiteres Mal musste ich mir den Weg zurück an die Spitze erkämpfen.
Ab Kilometer 118 dann die nächste Schwierigkeit: der Anstieg nach Champdray. Spätestens dort zeigte sich, wie stark die Konkurrenz aus Frankreich, Belgien und den Niederlanden war. Wieder wurde vom Fuß der Rampe an ein sehr hohes Tempo gefahren, das es mitzugehen galt. Dennis hatte nicht seinen besten Tag und verlor hier leider den Anschluss, wie einige andere aus der Spitzengruppe. So musste er die letzten 60 Kilometer solo Richtung Ziel fahren.
Nach rasanter Abfahrt wurde es an der verkleinerten Spitze zunehmend hektisch. Immer wieder wurden Attacken gesetzt, es wurde nachgeführt und wieder attackiert. Auch ich versuchte mein Glück und fuhr einige der Attacken mit, leider ohne Erfolg. Etwa 30 Kilometer vor Ziel löste sich dann der spätere Sieger aus Belgien, ausnahmsweise ohne große Gegenwehr.
In dieser Rennphase gestaltete sich das Rennen etwas weiter hinten, in der Gruppe um Marc, Marvin und die Höllige-Brüder, deutlich weniger hektisch. Eine koordinierte Nachführarbeit ließ sich nicht etablieren und so rollte die Gruppe über die leicht ansteigenden Straßen Richtung Gérardmer.
Am letzten steileren Anstieg kurz nach Gérardmer kam es an der Spitze zur letzten größeren Tempoverschärfung. Das Ausscheidungsfahren setzte sich fort, nur acht Fahrer bildeten auf der Schlussrunde die erste Verfolgergruppe des führenden Solisten. Am langgezogenen Anstieg Richtung Ziel ab La Bresse ergriff ich ein letztes Mal die Initiative und verschärfte das Tempo, allerdings erneut leider ohne Erfolg.
Blockierter Kreisverkehr in der Zielanfahrt
Der Anstieg schien zu flach, um die Gruppe weiter zu dezimieren. So rollte die Spitze auf den Kreisverkehr unmittelbar vor dem Ziel zu. Der war jedoch in Folge der nicht abgesperrten Straßen durch mehrere Autos praktisch blockiert. Aus meiner Sicht war die Situation zu gefährlich, um zum sprinten, und ich überquerte die Ziellinie als Neunter.
Dennis folgte nach seiner unermüdlichen Solo-Fahrt auf Platz 21, kurze Zeit später kamen als Teil einer größeren Gruppe Marc, Dennis und Joshua Höllige und schließlich Marvin ins Ziel. Sie waren in der zweiten Gruppe ein sehr aktives Rennen gefahren.
Nach einem harten und aufopferungsvollen Rennen konnte also das ganze Team ein beachtliches Ergebnis einfahren. Und schon in drei Wochen steht erneut in den Vogesen unsere nächste Herausforderung an: beim Granfondo Les Trois Ballons Chef de File. Wir freuen uns drauf!
Benedikt Fundel ist Fahrer beim Team Strassacker.