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19.06.2026 | Nach den schweren Rennen in den Vogesen stand am letzten Wochenende ein weiteres Saison-Highlight auf dem Rennkalender des Teams Strassacker: das Rad Race 120. Während im französischen Mittelgebirge vor allem individuelle Stärke gefragt war, stand nun im Allgäu vor allem Teamwork im Fokus. Soviel vorab: Die Equipe aus Schwaben wusste auch hier zu überzeugen und sicherte sich beim Team-Zeitfahren den zweiten, im Hauptrennen den dritten Platz
Nach der Premiere für das Team im letzten Jahr war die Vorfreude groß auf die diesjährige Austragung des Rad Race 120 im Allgäu. Zwei Renntage vor traumhafter Kulisse, umrahmt von gutem Kaffee und Radsport-Festival-Stimmung standen auf dem Programm. Am Samstag startete das Team-Zeitfahren über den Oberjochpass, das uns letztlich für den ersten Startblock beim Hauptrennen am Sonntag qualifizierte. Bereits am Abend zuvor wurde in intensiven Taktikbesprechungen diskutiert, wie man drei Fahrer möglichst schnell knapp sieben Kilo- und 340 Höhenmeter bergauf befördern kann. Am Ende der Diskussionen stand ein ausgeklügelter Plan, den es am folgenden Mittag auszuführen galt.
Aufgrund der späten Startzeit der favorisierten Teams, zu denen das Team Strassacker nach einem dritten Platz im Vorjahr gehörte, konnte das Team den ersten Renntag entspannt starten und vor dem Zeitfahren einen ausführlichen Recon für das Rennen am Sonntag machen. Gegen 14 Uhr hieß es dann aber Einfinden am Fuße des Oberjochpasses, damit die Jungs pünktlich um 14:10 Uhr von der Startrampe rollen konnten.
So war es zunächst Nils als erfahrenster Rennfahrer, der die erste Führung des Bergzuges übernehmen sollte und hierbei ein zügiges, aber eher konservatives Tempo anpeilen sollte. Nach Nils perfektem Start folgte meine erste Führung im gleichen Tempo, nach einer weiteren Minute dann Joshi, Dennis und Marc mit weiteren wichtigen Führungen.
Die Tempoarbeit lief nach Plan und Dennis bewies sich als hervorragender Roadcaptain, der die Team-Koordination durch klare Kommandos steuerte. Nach etwa der Hälfte des Anstiegs war der Job für Joshi und Marc erledigt und Nils und ich übernahmen die Verantwortung bis zur Ziellinie, mit Dennis im Schlepptau. Letztlich erfolgreich: Drei starke Zeiten durch uns drei verbliebene Fahrer sicherte dem Team einen hervorragenden zweiten Platz im Bergzeitfahren und damit den Start aus Startblock A am Sonntag.
Nachdem am Samstagabend die Zeichen klar auf Erholung standen, ging es Sonntag bereits früh los: Um 6:45 Uhr fiel der Startschuss für den ersten Startblock. Nach einer kurzen neutralisierten Phase durch Sonthofen ging es auf der Bundesstraße Richtung Immenstadt, von dort am Alpsee vorbei Richtung Oberstaufen und dann auf welligem Terrain weiter Richtung Hittisau. Vor allem das "Edelsten Racing Team" übernahm in dieser hektischen Rennphase die Verantwortung und kontrollierte das Tempo von vorne. Von Strassacker-Seite waren es insbesondere Marc und Nils, die sich immer wieder an der Spitze des Feldes zeigten.
Nach Hittisau dann der erste kleinere Anstieg, der das Feld ein wenig sortieren sollte. Nach dieser ersten kleinen Selektion führte die Strecke über kleine Straßen von Sibratsgfäll über Tiefenbach in Richtung der Hauptschwierigkeit des Tages, dem Riedberg-Pass. Schon in dieser Rennphase konnten sich die späteren Sieger des Teams Zeven durch beeindruckende Abfahrtskünste absetzen. Eine für das Team Strassacker an diesem Tag unbezwingbare Konkurrenz.
Nach knapp 75 km dann der steile Riedberg-Pass. Wie zu erwarten wurde schnell in den bis zu 16 Prozent steilen Anstieg hineingefahren. Der Plan des Teams Strassacker war aber auch hier, wie am Tag zuvor, ein kontrolliertes Tempo von Beginn an. Geschlossen als Team wurde der Anstieg so in Angriff genommen. Ich übernahm die Führung von vorne, Nils sicherte von hinten ab und Dennis überzeugte erneut mit klaren Ansagen zur Tempogestaltung.
So konnten wir die enteilten Fahrer nach und nach einsammeln und gingen als erste Verfolgergruppe, zusammen mit dem Team Haschko, hinter dem Führungs-Trio vom Team Zeven in die schnelle Abfahrt vom Riedberg-Pass. In der Abfahrt reißen lassen musste.
Mit einem starken Strassacker-Aufgebot ging es auf die zweite Durchfahrt des malerischen Rohrmoos-Tals in Richtung Ziel. Zwischendurch ein kleiner Zwischenfall: Nils wurde durch einen anderen Fahrer - gottseidank bei nicht all zu hohem Tempo - vom Rad geholt, glücklicherweise ohne nachhaltige Folgen. Sowohl Nils als auch das Rad hatten den Crash halbwegs gut überstanden und Nils konnte mit meiner Hilfe schon nach kurzer Zeit wieder zum Feld aufschließen.
Durch die Zusammensetzung des Verfolgerfelds sollte es zum Schluss des Rennens noch einmal spannend werden. Mehrere Teams, darunter Edelsten Racing, Haschko und Planforum Cycling, waren mit uns jeweils zu dritt in der Gruppe vertreten. Die Entscheidung über die endgültige Platzierung wurde also am letzten Stich in Bolsterlang ausgetragen.
Dort war es das Edelsten Racing Team, das noch die spritzigsten Beine hatte: Sie konnten sich den zweiten Platz hinter dem Team Zeven sichern. Allerdings dicht gefolgt von mir, Nils und schließlich Dennis: Nur sechs Sekunden dahinter konnten wir einen hervorragenden dritten Platz für das Team einfahren. Ein starke Leistung für uns fünf Strassacker-Jungs - an einem auch neben dem Radfahren rundum gelungenen Team-Wochenende.
Nachdem das Team Strassacker in den letzten Rennen vor allem die Kletterbeine unter Beweis stellen musste, folgt nun ein Doppelstart: Zum einen die Tour Transalp mit Start in Lienz, mit unserem deutsch-niederländischen Duo Marvin und Marco, die sich auf eine Woche Radsport in den Alpen freuen. Zum anderen ein Ausflug ins Gelände: Mit dem Eislek Gravel Race in Luxemburg steht das erste Gravel-Rennen der Saison für unser Team an. Eine neue Herausforderung, auf die wir uns freuen!