Seixas´ Konkurrent gibt sich “eine 8 von 10”

Top-Talent Widar am Col de la Croix Zweiter der Favoriten

Von Kevin Kempf

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Jarno Widar (Lotto - Intermarché) und der Mann in Gelb, Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG), beglückwünschen sich nach getaner Arbeit gegenseitig. | Foto: Cor Vos

22.06.2026  |  (rsn) -Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM), Lorenzo Finn (Red Bull – Bora – hansgrohe) und Jarno Widar (Lotto – Intermarché) – diese drei Namen könnten die Rundfahrtszene der nächsten Dekade - und länger – mitbestimmen. Während der Franzose seinen Durchbruch bei den Profis schon gefeiert hat und der Italiener noch ein Jahr in der U23 bleiben muss und dort gerade den Giro Next Gen dominiert hat, hatte der Belgier in seiner Neo-Saison Verletzungssorgen.

Beim GP Gippingen (1.1) kehrte er am 14. Juni nach mehr als drei Monaten Pause wegen einer Knieblessur wieder in den Rennsattel zurück, danach stand die Tour de Suisse (2.UWT) auf seinem Programm. “Wenn ich mir die ganze Woche ansehe, bin ich durchgefallen“, sagte der 20-Jährige im Gespräch mit Sporza. Als 34. im Klassement konnte er tatsächlich nicht überzeugen. Platz 121 im Zeitfahren deutet darauf hin, dass die Gesamtwertung aber nach Zeitverlust zu Beginn der Rundfahrt kein Thema mehr war.

“Als während der Auftaktetappe klar wurde, dass ich im Kampf um die Gesamtwertung keine Rolle spielen würde, habe ich mich voll auf diese letzte Etappe konzentriert. Beim gestrigen Zeitfahren habe ich mich bewusst etwas zurückgehalten“, bestätigte er. Der ursprüngliche Plan hatte aber anders ausgesehen.

“Ich hatte gehofft, mich im Hinblick auf die Gesamtwertung testen zu können, aber leider kann ich keine Wunder vollbringen. Ich hatte weder ein Höhentrainingslager absolvieren noch mich an die Hitze akklimatisieren können“, erzählte der U23-Europameister, der Seixas bei der letzten Tour de l’Avenir (2.2U) bergauf zweimal in die Schranken weisen konnte und auch den Giro della Valle d’Aosta (2.2U) und die Ronde de l’Isard (2.2U) sowie Lüttich-Bastogne-Lüttich (1.2U) für sich entschied.

8 von 10 für Platz 4

Auf der Schlussetappe der Tour de Suisse machte er nach dem enttäuschenden Auftakt aber viel wieder gut. Denn hinter Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) und zwei Ausreißern wurde er Vierter am Col de la Croix. “Dafür gebe ich mir selbst eine 8 von 10”, beurteilte er seine Leistung.

Der hatte sich seine Kräfte im Finale gut eingeteilt. “Als Pogacar zum Angriff ansetzte, versuchten alle, ihm zu folgen, aber mir war sofort klar, dass ich mein eigenes Tempo beibehalten musste“, blickte er zurück. “Ich muss mir die Daten noch ansehen, aber ich hatte den ganzen Tag über eigentlich keine Probleme. Am Ende habe ich dann noch einmal alles gegeben“, fügte er an.

So löste er sich im Finale von Matthew Riccitello (Decathlon – CMA CGM), Enric Mas (Movistar) und Richard Carapaz (EF Education – EasyPost), der als einziger wirklich versucht hatte, an Pogacar dranzubleiben. Auf den fehlten Widar letztendlich 1:53 Minuten. Vermutlich wären die für den selbstkritischen und ambitiösen Neoprofi nötig gewesen, um sich selbst eine 9 oder sogar 10 zu geben.

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