Rennbericht Team Strassacker

Velotour Frankfurt: mit Licht und Schatten

Von Joscha Weber

Foto zu dem Text "Velotour Frankfurt: mit Licht und Schatten "
Philippe Deckers (rechts) gewann den Sprint der zweiten Gruppe, und wurde 26. | Foto: Team Strassacker

01.05.2014  |  Mit einem verkleinerten Aufgebot startete das Team Strassacker beim hessischen Rad-Klassiker "Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt" – und erlebte dabei eine ans Profil des Rennens angelegte Achterbahnfahrt der Gefühle.

Die Mienen verrieten Ratlosigkeit. Bei der Team-Besprechung kurz nach der Zieleinfahrt wirkten die sieben Strassacker-Fahrer unentschlossen: Sollten sie sich freuen oder ärgern? Die emotionale Gemengelage bewegte sich irgendwo dazwischen...

Und das kam so: Zwar war das Team erneut vor allem in den Anstiegen des Taunus ein sehr aktives Rennen gefahren, und brachte am Ende mit Thorsten Blatz und Florian Vrecko zwei Fahrer in die Top Ten. Doch auf der anderen Seite wurde das Team früh durch Defekte dezimiert, und war so im Finale numerisch anderen Mannschaften unterlegen.

„Ich kann mich irgendwie nicht so richtig freuen“, meinte der Rösrather Thorsten Blatz nach 104 schnellen Kilometern "Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt", obwohl er auf Platz sieben wie schon in Göttingen am vergangenen Sonntag der beste Strassacker war.

„Wir haben es am Feldberg versucht, wegzukommen und später am Ruppertshainer Berg erneut. Aber da einige Mitausreißer nicht mitführen wollten, wurden wir wieder eingeholt. Wirklich schade“, so Blatz weiter.

Zwei negative Knall-Effekte
Wenig erfreulich verliefen auch die ersten Kilometer für das Team Strassacker: Zunächst hatte Stefan Hofmann nach zehn Kilometern einen Platten, nach 20 Kilometern platzte auch Joscha Weber ein Schlauch – zwei Optionen weniger für die celestefarbenen Renner.

So übernahmen am Fuß des Feldbergs zunächst wie geplant Thomas Krecken und Robert Valteich die Pace, aber der Ausfall von Stefan Hofmann und Joscha Weber machte sich bereits hier bemerkbar. Zusehends verkleinerte sich das Peloton am langen Anstieg hinauf zur Passhöhe auf rund 850 Metern. Bei nasskalten Bedingungen gelang es Thorsten Blatz, Florian Vrecko und Philippe Deckers, mit der Spitze die Kuppe zu überfahren.

Angriff am Ruppertshainer Berg
Nach der Abfahrt ging es wellig weiter durch den Taunus, bis die inzwischen auf rund 30 Fahrer verkleinerte Spitzengruppe den Ruppertshainer Berg in Angriff nach. Während Philippe Deckers dort etwas zu weit hinten fuhr, und mit einer kleinen Gruppe den Anschluss verlor, schlugen Florian Vrecko und Thorsten Blatz gemeinsam mit fünf weiteren Fahrern ein hohes Tempo an, und setzten sich ab – jedoch nur kurzfristig.

Die Gruppe war sich nicht einig, und manche Fahrer führten nicht mit. Die Entscheidung sollte erst wieder unten in der Ebene fallen. Stefan Räth (Team Merkur Druck), schon in Köln und Göttingen mit starker Perfomance, fasste sich rund zehn Kilometer vor dem Ziel sich ein Herz, und fuhr als Solist bis nach Eschborn, wo er mit 27 Sekunden Vorsprung gewann.

Während sich dahinter Thorsten Blatz und Florian Vrecko vergeblich um das Tempo in der Verfolgergruppe bemühten, beteiligten sich zahlenmäßig in der Gruppe stärker vertretene Teams nicht an der Nachführarbeit hinter dem Ausreißer Räth – bedauerlich aus Sicht der Équipe Strassacker.

Zwei Top-Ten-Plätze
Im Sprint um Platz zwei hatte Sandro Kühmel (Team Bürstner) das bessere Ende für sich, vor Marek Maluszczak (Bäcker Schüren Team) und Daniel Knyss (Team Merkur Druck), die zeitgleich auf den dritten Rang fuhren. Ein sehr achtbares Finish zeigten aber auch Thorsten Blatz als Siebter sowie Florian Vrecko als Neunter, gleichauf mit Ex-Profi Christian Henn.

Philippe Deckers gewann den Sprint der zweiten Gruppe und wurde 26., Robert Valteich zeigte eine deutlich ansteigende Formkurve und kam als 36. ins Ziel – unter 2130 Finishern sehr achtbare Platzierungen.

Im "German Cycling Cup" (GCC) lässt das Team Strassacker die Rennen in Leipzig und am Hockenheimring in diesem Jahr aus, und eröffnet seinen Fahrern damit die Möglichkeit, sich in Ruhe auf die "Tour Transalp" vorzubereiten, bzw. eigene Renn-Wünsche zu verwirklichen. In unmittelbarer Transalp-Vorbereitung wird dann am Schleizer Dreieck wieder bei den GCC-Rennen mitgemischt.

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