Entscheidung fällt im Winter

Froome: Kommendes Jahr das Giro-Tour-Double im Programm?

Foto zu dem Text "Froome: Kommendes Jahr das Giro-Tour-Double im Programm?"
Chris Froome (Sky) hat erstmals in seiner Karriere die Vuelta a Espana gewonnen. | Foto: Cor Vos

11.09.2017  |  (rsn) - Chris Froome (Sky) hat sich am letzten Tag der 72. Vuelta a España nicht damit zufrieden gegeben, sein Rotes Trikot des Gesamtführenden sicher über die Ziellinie in Madrid zu bringen. Der 32 Jahre alte Brite setzte auch alles daran, das Grüne Trikot des punktbesten Fahrers zu verteidigen und schaffte es als Elfter der 21. Etappe tatsächlich, sich mit zwei Punkten Vorsprung gegenüber dem Italiener Matteo Trentin (Quick-Step Floors) durchzusetzen. Dem Italiener half dabei auch nicht sein vierter Tagessieg, für den er nochmals 25 Punkte kassierte.

Auf der Sieger-Pressekonferenz am Sonntagabend erklärte Froome, dass er sich sehr wohl des Risikos bewusst war, das er auf der Zielgarden in der spanischen Hauptstadt eingegangen war. "Aber letztlich bin ich ein Radrennfahrer, und das war wahrscheinlich die einzige Gelegenheit, in meiner Karriere die Punktewertung einer GrandTour zu gewinnen, und ich dachte mir ‚warum nicht‘?“

Gesagt, getan - Leidtragender von Froomes brennendem Ehrgeiz war Trentin, der bester Sprinter dieser Spanien-Rundfahrt war und dennoch nicht mit dem Grünen Trikot ausgezeichnet wurde. "Ich weiß, wie schwierig es für die Sprinter war, und einer der Gründe, weshalb nicht so viele hierherkamen, war, dass es nicht so viele Sprintetappen gab. Es waren mehr oder weniger 21 Etappen, bei denen auf Gesamtwertung gefahren wurde“, erklärte der Sky-Kapitän, der fast einen Start-Ziel-Sieg einfuhr, nachdem er bereits am dritten Tag die Spitze der Gesamtwertung übernommen und danach souverän verteidigt hatte.

Nachdem er nun als erst dritter Fahrer der Radsport-Geschichte nach Jacques Anquetil 1963 und Bernard Hinault 1978 das Tour-Vuelta-Double geschafft hat, bleibt noch der Giro d’Italia-Sieg als großes Ziel. Da Froome 2018 sein fünftes Gelbes Trikot gewinnen will, könnte das Giro-Tour-Double eine Option sein - zumal aufgrund die Frankreich-Rundfahrt wegen der Fußball-WM um eine Woche verschoben wird, was sieben zusätzliche Tage an Regeneration bedeutet.

"Natürlich ist es noch sehr früh zu sagen und natürlich ist der Giro schon einige Male in Frage gekommen. Ich werde auch nicht nein sagen. Ich werde für die nächste Saison offen sein und im Verlauf des Winters einen Plan für das nächste Jahr erstellen. Aber einmal werde ich den Giro d’Italia anpeilen müssen“, sagte Froome zur Idee, das nächste Double in Angriff zu nehmen.

Bis zu einer Entscheidung bleiben dem Vuelta-Champion, der nach drei zweiten Plätzen endlich ganz oben auf dem Podium in Madrid stand, noch einige Monate. Am Sonntag wollte Froome deshalb viel lieber den ganz besonderen Moment genießen, zumal ihm als erster Fahrer überhaupt das Kunststück gelungen war, in einer Saison die Tour und die Vuelta in dieser Reihenfolge zu gewinnen. Zu Anquetils und Hinaults Zeiten wurde die Spanien-Rundfahrt noch im Frühjahr ausgetragen.

"Es ist aus athletischer Sicht eine riesige Herausforderung, über einen so langen Zeitraum zu versuchen, auf einem Top-Level zu bleiben. In diesem Augenblick könnte ich nicht glücklicher sein“, sagte Froome, der auch nicht vergaß, zwei spanische Fahrer namentlich zu erwähnen. Zum einen Mikel Nieve, der gemeinsame mit Wout Poels sein wichtigster Helfer war und der das Team zum Saisonende verlassen und zu Orica-Scott wechseln wird. "Er war Teil von fast all meinen Siegen und ich muss Mikel Nieve einen ganz speziellen Dank aussprechen. Ich hätte von einem Teamkollegen nicht mehr verlangen können. Er wird dem Team Sky fehlen“, lobte Froome den 32-jährigen Kletterspezialisten.

Danach sprach er noch über Alberto Contador (Trek-Segafredo), der am Samstag mit dem Sieg am Angliru einen Traum-Abschied gefeiert hatte und am Sonntag die Fahrt nach und durch Madrid in vollen Zügen genoss und sich von den begeisterten Fans feiern ließ. Später wurden Contador und sein Trek-Segafredo sogar noch aufs Podium gerufen und dort geehrt.

"Es ist ziemlich romantisch und vorbildlich, was Alberto heute getan hat“, sagte Froome und schwärmte regelrecht über den Auftritt des Spaniers, der die letzte Spanien-Rundfahrt seiner Laufbahn mit zahlreichen Attacken animiert und im Schlussklassement Rang fünf belegt hatte. "Was für eine Art, seine Karriere zu beenden. Wenn mir das so gelänge, würde ich vor Freude platzen“, sagte Froome, der in dieser Saison möglicherweise noch das WM-Zeitfahren in Bergen bestreiten und wahrscheinlich mit Team Sky im Mannschaftszeitfahren antreten wird.

Mehr Informationen zu diesem Thema

13.09.2017Führt Froome Team Sky zu Gold im WM-Zeitfahren?

(rsn) - Im vergangenen Jahr verpasste Team Sky mit Rang vier im WM-Mannschaftszeitfahren in Doha/Katar das Podium um 17 Sekunden. Diesmal wollen Chris Froome & Co. zum Auftakt der 84. UCI-Straßenwelt

11.09.2017Grandiose Bilanz: Quick-Step holt 16 GrandTour-Etappensiege

(rsn) - So erfolgreich wie in dieser Saison war Quick-Step Floors noch nie bei den GrandTours. Nicht weniger als 16 Etappensiege fuhr das belgische Team beim Giro d’Italia, der Tour de France und de

11.09.2017Highlight-Video der Schlussetappe der Vuelta a Espana

(rsn) - Die Schlussetappe der 72. Vuelta a Espana war nur zu Beginn ein Schaulaufen für Chris Froome (Sky). Der Brite, der sich erstmals in seiner Karriere die Gesamtwertung der dritten GrandTour des

10.09.2017Trentin jubelt in Madrid – Gesamtsieger Froome holt auch Grün

(rsn) - Schlussakt bei der Vuelta a Espana 2017. Die letzte Etappe über 117,6 Kilometern von Arroyomolinos in die spanische Landeshauptstadt nach Madrid gewann schließlich Matteo Trentin (Quick-Step

10.09.2017Zakarin reif für einen Grand Tour-Sieg?

(rsn) - Strahlende Gesichter bei Katusha Alpecin. Aufgrund des dritten Platzes von Ilnur Zakarin war die Stimmung so aufgehellt, wie die Sonne vom Madrider Himmel herunterbrannte. Sogar der mächtige

10.09.2017Trentin gewinnt Schlussetappe, Froome Gesamtsieger

(rsn) - Matteo Trentin (Quick-Step Floors) hat am letzten Tag der 72. Vuelta a España seinen vierten Tagessieg bejubeln können. Der 28 Jahre alte Italiener entschied am Sonntagabend die abschließen

10.09.2017"Unangemessenes Verhalten": Vuelta für Eiking vor Schlussetappe beendet

(rsn) - Odd Christian Eiking (FDJ) ist nicht mehr zur letzten Etappe der Vuelta a Espana angetreten. Wie sein Team via Twitter mitteilte, sei der Norweger gestern durch ein "unangemessenes Verhalten"

10.09.2017Liste der ausgeschiedenen Fahrer / 21. Etappe

(rsn) - Zum Start der 72. Vuelta a Espana in Nimes sind am Samstag 198 Rad-Profis angetreten. Längst nicht alle werden am 10. September das Ziel in Madrid erreichen. Sturzverletzungen, Erkrankungen o

10.09.2017Der Pistolero auf Pericos Spuren

(rsn) - Alberto Contador hat mit seinem tollen Sieg am Angliru eine glanzvolle Radsport-Karriere vollendet. Aber eines ist ihm nicht gelungen: Seine letzte Vuelta a Espana auf dem Podium zu beenden. E

10.09.2017Nibali: "Bin froh, meinen zweiten Platz verteidigt zu haben"

(rsn) - Der Rückstand von 1:37 Minuten auf Chris Froome (Sky) war nicht klein – aber wo, wenn nicht auf der Etappe zum berüchtigten Alto de L´Angliru hätte sich Vincenzo Nibali (Bahrain-Merida)

10.09.2017Geht Kelderman den gleichen Weg wie Dumoulin?

(rsn) - Der vorletzte Tag der Vuelta a Espana scheint nicht der des Team Sunweb zu sein. Vor zwei Jahren stürzte Tom Dumoulin auf der schweren Bergetappe noch vom ersten auf den sechsten Gesamtrang a

09.09.2017Froome krönt Höllenfahrt mit seinem ersten Vuelta-Triumph

(rsn) - Im sechsten Anlauf klappt es endlich. Nach drei zweiten Plätzen, einmal Rang vier und einer Aufgabe wird Chris Froome (Sky) die Vuelta a España gewinnen. Auf der alles entscheidenden 20. Eta

Weitere Radsportnachrichten

07.11.2026TotalEnergies schafft Last-Minute-Rettung

(rsn) – Das französische ProTeam TotalEnergies hat wohl doch eine Zukunft. Dem langjährigen Teamchef Jean-Rene Bernaudeau ist es noch gelungen, einen Hauptsponsor für die kommenden drei Jahre zu

07.11.2026Schreiber emotional: “Es ist respektlos“

(rsn) – Es waren absurde Szenen bei der Siegerehrung der Frauen-Elite bei der Cyclocross-EM in Zeddam. Zwei statt drei Fahrerinnen ließen sich ehren: Die Siegerin Lucinda Brand und ihre niederlän

07.11.2026Vanthourenhout entschuldigt sich nach Auseinandersetzung

(rsn) – Michael Vanthourenhout hat sich nach seiner hitzigen Auseinandersetzung beim Superprestige in Middelkerke bei seinem Kontrahenten Cameron Mason entschuldigt. Er habe sich die Bilder noch ei

07.11.2026Brand erobert Europameistertitel am Grünen Tisch

(rsn) – Mehr als zwanzig Minuten wähnte sich Marie Schreiber als Cross-Europameisterin. Dann kam die Einblendung, dass sie auf den zweiten Platz deklassiert wurde – der Titel gehörte der Niederl

07.11.2026Toptalent Sparfel macht Favoritenrolle in Zeddam wahr

(rsn) – Aubin Sparfel hat seine Favoritenrolle wahr gemacht und das EM-Rennen der U23 im Vierersprint gewonnen. Bei den Cross-Titelkämpfen in Zeddam war er der mit Abstand aktivste Fahrer, konnte a

07.11.2026Huys schlägt Huber beim EM-Auftakt in Zeddam

(rsn) – Lentel Huys hat Belgien zum Auftakt der Cross-EM in Zeddam die erste Goldmedaille beschwert. Bei den Juniorinnen war sie neun Sekunden vor der Schweizerin Shana Huber, die letzten Winter sow

07.11.2026Spekenbrink: “Das Bild ist irreführend“

Iwan Spekenbrink, der Chef des niederländischen Rennstalls Picnic – PostNL, der nach Berichten von NOS Sport und In De Waaier über eine “Angstkultur“ im Team in der Kritik steht, hat sich erst

07.11.2026Schreiber plant umfassendes Cross-Programm

(rsn) – Marie Schreiber (SD Worx – ProTime) wird in diesem Winter einen sehr vollen Cyclocross-Kalender absolvieren. Die niederländische Equipe der Luxemburgerin gab ihren Zeitplan in einer Pre

06.11.2026Lidl-Trek Junior Racing geht mit neun Deutschen ins zweite Jahr

(rsn) – Lidl-Trek Junior Racing geht 2027 in seine zweite Saison und stockt dabei das Fahrerkontingent von 11 auf 15 Fahrer auf. Für das kommende Jahr setzt sich die Mannschaft aus Junioren aus sec

06.11.2026Tiberi darf sich “nicht mehr viele schwache Leistungen erlauben“

(rsn) – Als Vierter der Valencia-Rundfahrt (2.Pro), Zweiter der UAE Tour (2.UWT) und Dritter der Trofeo Laigueglia (1.Pro) legte Antonio Tiberi (Bahrain Victorious) diese Saison los wie die Feuerweh

06.11.2026Blasi wagt sich erneut ins Gelände

(rsn) - In wenigen Worten auf den Punkt gebracht, deshalb aber nicht weniger interessant: In unserer Rubrik "Kurz gemeldet" fasst die Redaktion von radsport-news.com die Nachrichten aus der Welt des R

06.11.2026Belgischer Meister verlässt UAE in Richtung Movistar

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

RADRENNEN HEUTE
  • Keine Termine