Nach Contadors Rücktritt

Trek-Segafredo will erst 2018 neuen GrandTour-Leader holen

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Alberto Contador (Trek-Segafredo) | Foto: Cor Vos

11.10.2017  |  (rsn) - Nachdem das Team von Alberto Contadors Rücktritt offensichtlich überrascht worden ist, plant Trek-Segafredo vorerst keinen Transfer, um die Lücke zu füllen, die der Spanier hinterlassen hat. Stattdessen kündigte Team-Manager Luca Guercilena an, auch 2018 auf diejenigen Fahrer zu vertrauen, die gemeinsam mit Contador in der zurückliegenden Saison den US-Rennstall anführten - also auf Bauke Mollema in den Rundfahrten, John Degenkolb in den Klassikern sowie Giacomo Nizzolo in den Sprints.

“Alberto ist sehr schwer zu ersetzen; es gibt nicht viele GrandTour-Leader wie ihn. Tatsächlich gibt es, abgesehen von Chris Froome und Vincenzo Nibali, keine anderen Fahrer auf seinem Niveau“, erläuterte Guercilena gegenüber cyclingnews.com die Strategie, auf übereilte Neueinkäufe zu verzichten. "In Übereinstimmung mit unseren Sponsoren haben wir deshalb beschlossen, weiter unseren Nutzen aus den Investitionen in das Team zu ziehen, die wir bereits getätigt haben. Die Idee ist, zukünftig in einen GrandTour-Leader zu investieren“, kündigte der Italiener an.

Bei dieser Investition könnte es sich um Geraint Thomas handeln. Nicht nur, dass der Vertrag des Briten bei Team Sky Ende 2018 ausläuft - Thomas hat bereits mehrfach angekündigt, künftig als Kapitän bei den großen Rundfahrten gerne auf eigene Rechnung fahren zu wollen. Davor ist bei Sky aber der viermalige Tour-Sieger Chris Froome, in dessen Dienst sich der Waliser auch bei der diesjährigen Tour de France stellte. Beim Giro d’Italia bildete Thomas gemeinsam mit Mikel Landa bei Sky eine Doppelspitze. Allerdings musste der 31-Jährige das Rennen wegen einer Verletzung vorzeitig beenden.

“Wir haben einige Namen, an denen wir interessiert sind und sicherlich wäre Geraint Thomas einer dieser Fahrer“, bestätigte Guercilena das Interesse an dem vielseitig einsetzbaren Allrounder, der auch bei den Klassikern eine gute Figur macht. Allerdings schränkte der Trek-Teamchef auch ein: "Wir wissen aber auch, wie schwer es ist, Fahrer von gut aufgestellten Formationen wie Team Sky zu verpflichten.“

Zunächst aber hofft Guercilena, dass die Saison 2018 erfolgreicher verläuft als die zu Ende gehende, als seinem hochklassig besetzten Team nur 17 Siege gelangen, darunter lediglich vier durch die Kapitäne Contador, Mollema und Degenkolb. Doch nicht nur der Niederländer und der Deutsche sollen im nächsten Jahr liefern. Guercilena erhofft sich auch von Fahrern wie Jarlinson Pantano, Jasper Stuyven, Fabio Felline und Nizzolo Top-Resultate. "Sie alle befinden sich auf dem Höhepunkt ihrer Karrieren und deshalb erwarten wir gute Leistungen von ihnen“, betonte er.

Auch ohne Nachfolger für Contador kann Trek-Segafredo einige erfolgversprechende Zugänge vorweisen, wie etwa den Italiener Gianluca Brambilla (von Quick-Step Floors), Ryan Mullen oder Toms Skujins (beide von Cannondale-Drapac). Das Aufgebot 2018 wird aus insgesamt 27 Fahrern bestehen, genauso vielen wie bisher.

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