Movistar-Neuzugang zu seinem Wechsel

Hollmann: “Ein WorldTour-Angebot sollte man nicht ablehnen“

Von Christoph Adamietz

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Juri Hollmann (Heizomat rad-net) wird 2020 Profi bei Movistar. | Foto: Cor Vos

29.10.2019  |  (rsn) - Juri Hollmann (Heizomat - rad-net) kann auf traumhafte Wochen zurückblicken. Zunächst gewann der 20-Jährige das Casting von "Katusha sucht den Super-Stagiaire" und konnte in der zweiten Saisonhälfte 16 Renntage im Trikot des Schweizer WorldTour-Rennstalls absolvieren. Doch es kam noch besser: Bei Movistar war man so von den Qualitäten des jungen Deutschen überzeugt, dass man ihn für 2020 mit einem Profivertrag belohnte.

"Über den Stagiaire-Vertrag bei Katusha habe ich mich sehr gefreut. Und auch als klar war, dass es bei dem Team nicht weitergehen würde, hatte ich nichts zu verlieren, da ich ja erst in meinem zweiten U23-Jahr bin. Deshalb hatte ich mir da keinen Druck gemacht. Ich hatte auch nicht mit einem Anschlussvertrag bei Katusha gerechnet. Es waren mehr Träume als wirkliche Erwartungen. Das Angebot von Movistar kam dann für mich überraschend und ich habe mich riesig gefreut, war absolut aus dem Häuschen", schilderte Hollmann gegenüber radsport-news.com die vergangenen Wochen.

Nach nur zwei U23-Jahren wird Hollmann der Wechsel in die WorldTour einiges abverlangen, worüber er sich im Klaren ist. "Es hätte wohl nicht geschadet, noch ein weiteres Jahr in der U23 zu fahren und dort auch Erfolge zu holen. Aber wenn man heutzutage ein WorldTour-Angebot bekommt, dann sollte man es nicht ablehnen", begründete Hollmann seine Entscheidung. "Man weiß nie, wie das nächste Jahr läuft, gerade was Krankheiten und Verletzungen betrifft. Und dann hätte ich vielleicht kein Angebot mehr bekommen und mich sehr geärgert."

Da er bei Katusha - Alpecin schon WorldTour-Luft schnuppern konnte, dürfte die Eingewöhnung bei Movistar leichter fallen. "Die Zeit bei Katusha hat mir sicherlich geholfen, ich habe einiges gelernt", sagte der Zeitfahrspezialist. "Aber letztendlich wird es ein anderes Team sein, mit teilweise anderen Abläufen", so Hollmann, der einer von gleich sieben Neo-Profis im Movistar-Aufgebot sein wird. "Dadurch wird es wohl nicht all zu schwer für die werden, die neu dabei sein."

Helfen soll dabei auch die Sprache. Gleich nach der Vertragsunterschrift begann der gebürtige Berliner spanisch zu lernen. Hollmann investiert täglich mindestens 20 Minuten, um seine Kenntnisse zu verbessern. Ebenfalls hilfreich sein könnten einige Tipps von Jasha Sütterlin, über Jahre hinweg der einzige Deutsche bei Movistar, den es jetzt aber zu Sunweb zieht. "Wir haben bei Mailand - Turin gesprochen. Er hat mir ein paar Tipps gegeben, worauf ich achten und was ich ansprechen soll", verriet Hollmann.

Gespannt ist er auf das erste Zusammentreffen mit seinen neuen Teamkollegen, das Anfang November ansteht. "Ich freue mich sehr auf die Begegnungen", so Hollmann, der sehr motiviert ist, in seiner ersten Saison bei Movistar einen guten Eindruck zu hinterlassen. "Ich möchte im Winter richtig gut trainieren und gut in die Saison starten. Mit so einem Team wie Movistar Rennen fahren zu dürfen, als richtiger Profi, davon habe ich lange geträumt", betonte er. 

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