Bauhaus meldet sich als 6. bei Renewi Tour zurück

Philipsen und die letzte Kurve schlagen Milan

Von Kevin Kempf

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Jasper Philipsen (Alpecin – Deceuninck) freut sich über seinen Etappenerfolg. | Foto: Cor Vos

31.08.2024  |  (rsn) – Jasper Philipsen (Alpecin – Deceuninck) hat sich für die zwei Niederlangen im Spurt gegen Jonathan Milan (Lidl – Trek) revanchiert und die 4. Etappe der Renewi Tour (2.UWT) im Massensprint gewonnen. Der Wind konnte auf den 178 Kilometern zwischen Oostburg und Aalter für keine Vorentscheidung sorgen, ein Sturz und eine Kurve auf dem letzten Kilometer aber brachten viele Fahrer um ihre Chancen.

Als Zweiter überquerte Christophe Laporte (Visma – Lease a Bike) vor Arnaud de Lie (Lotto – Dstny) den Zielstrich auf dem mit mehr als 49km/h absolvierten Teilstück. Paul Penhoët (Groupama – FDJ) wurde Vierter, Bram Welten (dsm-firmenich – PostNL) belegte Rang fünf. Milan versteuerte sich in der letzten Kurve und wurde chancenlos Achter. Alec Segaert (Lotto – Dstny) verteidigte seine Gesamtführung im Hauptfeld.

Das Duell der beiden momentan vielleicht besten Sprinter der Welt ging in Bilzen und Ardooie deutlich zugunsten von Milan aus. Philipsen hatte zweimal keine Chance, zweimal lief es aber auch nicht perfekt für den Belgier. “Einmal hatte ich im Finale einen Platten, das andere Mal fiel mir die Kette runter. Trotzdem konnte ich meinen Sprint immer fahren. Ich wurde von einem sehr starken Milan geschlagen. Zum Glück hat es heute geklappt“, freute sich der 26-Jährige.

Zugute kam ihm dabei allerdings, dass sein Konkurrent Milan im Sprint nach einem Fahrfehler aus dem Tritt geriet und danach einen augenscheinlich zu kleinen Gang benutzte. Bei Alpecin und Philipsen verlief nach Abstimmungsproblemen an den Vortagen diesmal alles nach Plan. “Das Finale war technisch. Die letzte Kurve war 450 Meter vor dem Ziel. Wenn man dann Mathieu vor sich hat und der seine Kraft komplett zur Entfaltung bringen kann, dann ist es schwer uns zu schlagen. Heute lief alles perfekt“, resümierte Philipsen.

Nicht nur die letzte Kurve sorgte auf dem letzten Kilometer für Probleme, kurz hinter dem Teufelslappen waren fünf Fahrer in einen Sturz verwickelt. Red-Bull-Neuzugang Mick van Dijke (Visma - Lease a Bike) stieg relativ schnell wieder aufs Rad. Am schlimmsten hatte es Benoit Cosnefroy (Decathlon – AG2R – La Mondiale) erwischt. Auch der Franzose kam nach einigen Minuten auf dem Asphalt ins Ziel, hatte dabei aber große Probleme seinen Lenker richtig festzuhalten.

Phil Bauhaus (Bahrain Victorious) wurde nach drei Tagen, an denen er das Ziel jenseits der Besten 140 erreichte, in Aalter beachtlicher Sechster. Er begann den Sprint aus schlechter Position und konnte noch einige Plätze gutmachen.

Segaert liegt im Klassement und in der Nachwuchswertung weiter sieben Sekunden vor Magnus Sheffield (Ineos Grenadiers). Das Punktetrikot übernahm Philipsen von Milan.

So lief die 4. Etappe der Renewi Tour:

Starker Wind prägte auf Anfangsphase des Rennens, sieben Fahrer setzten sich ab, dahinter teilte sich das Peloton immer wieder an der Windkante. Einen entscheidenden Bruch gab es nicht, doch wegen des hohen Tempos wurde das Septett bereits 78 Kilometer vor dem Ziel eingefangen.

Direkt anschließend setzten sich Stefan de Bod (Astana Qazaqstan), Dries de Bondt (Decathlon – AG2R – La Mondiale), Bert van Lerberghe (Soudal – Quick-Step), Jan Maas (Jayco – AlUla), Luca van Boven (Bingoal – WB) und Alex Colman (Flanders – Baloise) ab. Dieses Sextett fuhr eine Minute davon, eingangs der letzten 47 Kilometer langen lokalen Runde lag es aber nur noch 30 Sekunden vorn.

Das Streckenprofil der 4. Etappe der Renewi Tour | Foto: Veranstalter

Diesen Vorsprung verteidigte die Ausreißer anschließend aber lange, auch die Bonussekunden im Goldenen Kilometer mit noch 17 zu fahrenden Kilometern verteilten sie untereinander, wobei de Bod sich neun Sekunden sicherte und somit im Klassement bis auf deren 40 an Segaert heranrückte.

Drei Kilometer später sprengte de Bondt die Gruppe mit einer Attacke, doch auch als Solist kam der Belgier nur bis zum 8-Kilometer-Banner. Danach blieb es auffällig still, auf schmaler Straße blockierten mehrere Teams den Weg, wodurch das Tempo einige Minuten in den Keller ging.

So ging man sich gemütlich unterhaltend auf die letzten 3 Kilometer. Erst als die Straße 700 Meter später breiter wurde, erhöhten Alpecin – Deceuninck und Intermarché – Wanty die Schlagzahl. Als Tudor das Kommando übernahm, stürzten kurz nach dem Teufelslappen mehrere Athleten. Die letzte Kurve rund 500 Meter vor dem Ziel erwischten Milan und einige andere Fahrer sehr schlecht. Als Philipsen anschließend den Sprint anzog, konnte ihn niemand mehr gefährden.

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