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13.07.2025 | (rsn) - Was lernen wir aus der 9. Etappe der Tour de France von Chinon nach Chateauroux? Vorne fuhr kein Pfannkuchen, Remco Evenepoel hat sich nicht "verhohnepiepeln" lassen und ein Thriller fand sein Happy End - jedenfalls für Soudal – Quick-Step - auch wenn eine Freundschaft dafür pausieren musste. Hier kommt die Auflösung:
Schon gleich nach dem Start setzten sich Jonas Rickaert und Mathieu van der Poel ab, und weil die beiden vom Team Alpecin – Deceuninck die Beine nach dem Zwischensprint partout nicht hochnahmen, sondern weiter Tempo bolzten, hatte das Peloton im weiteren Verlauf eine Menge Arbeit zu leisten.
"Ich fand die Rennsituation am Anfang eigentlich ganz gut", wog sich Klaas Lodewyck, Sportlicher Leiter von Soudal – Quick-Step zunächst in Sicherheit. Doch dann wurde im mulmig zu Mute, nachdem van der Poel und Rickaert nicht von ihrem Tun abließen. "Die Beiden vorn waren natürlich keine Pfannkuchen. Als die Lücke groß wurde, fanden wir, dass Lidl – Trek ziemlich spät reagierte", gestand er gegenüber Sporza. Also half Soudal mit - auch aus Eigennutz. Lodewyck: "Wir sind vor allem vorn gefahren, um in Sicherheit zu sein." ___STEADY_PAYWALL___
Evenepoel (rechts) freut sich mit Merlier über dessen zweiten Etappensieg. | Foto: Cor Vos
Besonders als die Windkante drohte, blieb Soudal geschlossen aufmerksam. Denn, so Kapitän Remco Evenepoel: "Heute früh hatte ich Tim (Merlier) und Bert (van Lerberghe) noch gesagt, dass wir nicht zweimal über den gleichen Stein stolpern werden. Wir wollten uns nicht wieder verhohnepiepeln lassen – und das hat geklappt", stellte er zufrieden fest, dass er nicht wie schon am ersten Tag dieser Tour von einer Windkante überrascht worden war und viel Zeit verlor.
Evenepoel: "Wir sind fast immer zusammengeblieben und am Ende konnte ich noch etwas arbeiten. Das war gut für Tim (Merlier) und gut für meine eigene Sicherheit. Es hat auch nicht viel Kraft gekostet."
Mit arbeiten meinte der Belgier, dass er seinem Sprint-Kapitän Merlier im Finale bei dessen späteren Tagessieg noch unterstützen konnte, indem er an der Verfolgung von van der Poel aktiv mitwirkte. Die Freundschaft zum Niederländer musste da pausieren. "Wir sind hier bei einem Radrennen. Ich fahre für Soudal – Quick-Step, nicht für Alpecin – Deceuninck. Ich hatte Tim gesagt, dass ich im Notfall aushelfe, wenn ich dabei bin. Sorry Mathieu, dann sind wir für den Moment kurz keine Freunde", stellte der Olympiasieger und Weltmeister mit einem Augenzwinkern fest.
Evenepoel (Bildmitte in Weiß) hilft bei der Führungsarbeit im Hauptfeld im Finale der 9. Etappe mit. | Foto: Cor Vos
Vor der ersten Bergankunft ist die Laune beim Gewinner des ersten Tour-Zeitfahrens bestens! "Ich bin superzufrieden. Die Windkantenetappe von letzter Woche Samstag haben wir vergessen gemacht. Wir haben inzwischen drei Tagessiege. Durch den Wind war es heute hektisch und Mathieu van der Poel war sehr stark. Ich wollte Tim (Merlier) helfen und es hat geklappt."
Guten Mutes schaut der Doppel-Olympiasieger nun auch in Richtung der ersten Bergankunft dieser Tour am Montag, den 14. Juli, dem Nationalfeiertag der Franzosen: "Es geht nach der Neutralisation den ganzen Tag rauf und runter. Das Flachstück werden wir genießen. Es wird ein Tag fürs Klassement und es wird den ganzen Tag Feuerwerk geben – um die Etappe, ums GC, man darf alles erwarten", sagte er zu Eurosport. "Ich freue mich schon. Es darf gern endlich losgehen!"