Steinhauser und Politt überzeugen im Regen

Morgado beschenkt sich zum Geburtstag mit Trofeo Calvia

Von Kevin Kempf

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Antonio Morgado (UAE – Emirates – XRG) hat auf Mallorca die Trofeo Calvia gewonnen. | Foto: Cor Vos

28.01.2026  |  (rsn) – Zum 22. Geburtstag hat sich Antonio Morgado (UAE – Emirates – XRG) mit dem Sieg bei der Trofeo Calvia (1.1) beschenkt. Der Portugiese gewann auf Mallorca den Zweiersprint vor dem spanischen Nationalfahrer Hector Alvarez. Der 19-Jährige steht beim deutschen Team Lidl Trek Future Racing unter Vertrag.

Die nächsten Plätze gingen an Fahrer aus der Gruppe des Tages, wobei Adne Holter (Uno-X Mobility) das nächste Sprintduell gegen Adrien Boichis (Red Bull – Bora – hansgrohe) für sich entschied. Fünfter und bester Deutscher wurde Georg Steinhauser (EF Education – EasyPost), in einem Trio dahinter fuhr Nils Politt (UAE – Emirates – XRG) auf den achten Rang.

Für Morgado war es der siebte Erfolg als Profi. Der Allrounder, der schon als 20-jähriger Neoprofi Fünfter der Flandern-Rundfahrt wurde, konnte am ersten Tag der Mallorca Challenge die ganze Palette seiner Qualitäten nachweisen. Er fuhr dem Peloton am Hügel davon, machte im Flachen viel Druck und sprintete schneller als der ebenfalls explosive Alvarez.

Einen großen Teil des letzten Jahres hatte der Portugiese nach starken Saisonstart zu kämpfen: Morgado klagte über Probleme mit dem Gleichgewicht und hatte später im Jahr Symptome wie Sehstörungen auf einem Auge und Drehschwindel bei Anstrengung. Als dieses Problem ausgestanden war, infizierte er sich im Sommer mit Covid-19 – eine Zwangspause war die Folge. Nun ließ Morgado nach zwei Top-Ten-Ergebnissen bei spanischen Eintagesrennen einen frühen ersten Saisonsieg folgen.

Eine beeindrucke Vorstellung lieferte Nachwuchsfahrer Alvarez ab. “Ich bin von mir selbst beeindruckt. Meine Beine waren heute nicht die besten und als Morgado angegriffen hatte, war ich schlecht positioniert. Ich habe dann gesehen, dass meine Gegner auch nicht mehr frisch aussahen und dann ging es mir gleich besser. Ich habe alles gegeben und bin aus dem Hintergrund bis ganz nach vorn gefahren“, sagte er am Eurosport-Mikrofon. Kurzzeitig hatte er Morgado sogar abgehängt, der kämpfte sich aber wieder zurück ans Hinterrad des Spaniers. “Ich wusste, dass Morgado superstark ist im Sprint. Er war besser. Ich gratuliere ihm und hoffe nächstes Mal den Sieg zu holen“, meinte Alvarez abschließend.

Auch Red Bull – Bora - hansgrohe konnte einen Youngster feiern. Der französische Neoprofi Boichis hinterließ bei seinem ersten Einsatz als Berufsradfahrer einen starken Eindruck. Im Sprint musste er allerdings Lehrgeld zahlen, als er den möglichen Podiumsplatz verspielte, indem er viel zu früh antrat.

Steinhauser, Boichis, Holter, Andrea Pietrobon (Polti – VisitMalta) und Leander van Hautegem (Flanders – Baloise) bildeten die Gruppe des Tages, wobei es dem Belgier 68 Kilometer vor dem Ziel zu schnell ging. Auch der Italiener musste kurz danach im strömenden Regen hinauf zum Coll den Claret passen.

Mit noch 35 zu fahrenden Kilometern wurde im Feld knapp zwei Minuten dahinter ernst gemacht. Einige Favoriten setzten sich bergauf ab, zwei Kilometer später fuhr Morgado aber allen davon. Die Zeitmessung war dem Niederschlag zu diesem Zeitpunkt zum Opfer gefallen.

Das Profil der Trofeo Calvia | Foto: Veranstalter

Auf dem Weg zum Coll de sa Gramola eingangs der letzten 25 Kilometer probierte Steinhauser einige Male seine beiden Begleiter über Bord zu werfen. Die aber blieben auf dem 3,1 Kilometer langen und im Schnitt 5,2 Prozent steilen Hügel dran. Alvarez erreichte in der folgenden Abfahrt Morgado und überraschenderweise bekam das Duo plötzlich das Spitzentrio ins Visier. Im letzten Anstieg na Sa Coma erfolgte der Zusammenschluss rund 15 Kilometer vor dem Ziel.

Alvarez griff dann an und alle Widersacher blieben sitzen. Das Quartett fiel komplett auseinander, Morgado schaffte den Anschluss und bei Steinhauser gingen die Lichter aus. An der Kuppe lag das iberische Duo nur wenige Sekunden vor Holter und Boichis. Der Rückstand wuchs auf der Abfahrt dann aber schnell auf 30 Sekunden an und es war klar, dass der Sieg zwischen Alvarez und Morgado ausgefochten werden würde.

Im Finale setzte sich bei Klassikerwetter aus dem Feld noch Politt mit Anthony Turgis (TotalEnergies) und Andrea Vendrame (Jayco – AlUla) ab. Alvarez ging derweil an erster Position auf den letzten Kilometer und Morgado weigerte sich, am Spanier vorbeizufahren. Als er zum Sprint ansetzte, reagierte Alvarez sofort, aber der Portugiese hatte mehr Power und gewann deutlich. Boichis spurtete viel zu früh los und war bereits entkräftet, als Holter überhaupt erstmals aus dem Sattel ging. Hinter Steinhauser gewann Turgis den Dreiersprint um Platz sechs.

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