Kanter und Bauhaus in den Top Ten

Merlier gewinnt den Sprint Royal in Bordeaux

Von Sebastian Lindner

Foto zu dem Text "Merlier gewinnt den Sprint Royal in Bordeaux"
Tim Merlier (Soudal – Quick-Step) gewinnt den Sprint in Bordeaux. | Foto: Cor Vos

10.07.2026  |  (rsn) – Tim Merlier (Soudal – Quick-Step) hält die belgische Flagge in Bordeaux hoch und hat in der Stadt der Sprinter die 7. Etappe der Tour de France 2026 gewonnen. Dabei siegte er mit klarem Vorsprung vor dem Überraschungszweiten Sören Waerenskjold (Uno-X Mobility) und Biniam Girmay (NSN). Vor drei Jahren hatte Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech) die letzte Ankunft in Bordeaux auf identischen Finalkilometern gewonnen. Dieses Mal blieb ihm, trotz bester Ausgangslage, nur Rang fünf. Damit landete er zwischen den beiden Deutschen Max Kanter (XDS – Astana) und Phil Bauhaus (Bahrain Victorious).

“Es ist erst meine dritte Tour de France und jetzt habe ich bei jeder Teilnahme eine Etappe gewonnen“, sagte Merlier im Flash-Interview. Nach zwei Erfolgen im Vorjahr steht er insgesamt bei vier Siegen bei der Frankeich-Rundfahrt. In dieser Saison, die für den 33-Jährigen nach zähen Knieproblemen erst Ende März begann, steht er bei sieben Erfolgen. “Ich fühle mich gut.“

Und eine gute Form war auch notwendig, um den Sieg nach 175 Kilometern mit Ausgangspunkt in Hagetmau davontragen zu können. “Ich habe meinen Sprint lanciert mit noch ich weiß nicht wie vielen zu fahrenden Metern. Es war ein Chaos, um in Position zu kommen. Aber dank meines Teams habe ich es geschafft. Das war großartige Arbeit von ihnen!“, freute sich der Sieger, der nach dem Ausscheiden seines letzten Anfahrers Bert Van Lerberghe am Vortag bewies, auch ohne seinen wichtigsten Mann erfolgreich sein zu können.

Kanter dagegen konnte wieder auf seinen vollen Zug bauen, war aber zu weit hinten postiert, als es ernst wurde. Rang vier ist unter diesen Umständen aller Ehren wert, die Beine scheinen zu passen. Auch bei Bauhaus, der genau wie Pascal Ackermann (Jayco – AlUla), der Zwölfter wurde, weitestgehend auf sich selbst angewiesen war. Dass es deutlich schlechter hätte laufen können, bewies derweil der Sieger des ersten Massensprints der Rundfahrt vor zwei Tagen. Olav Kooij (Decathlon – CMA CGM) konnte nicht ins Finale, das dieses Mal komplett sturzfrei blieb, eingreifen.

Und so ändert sich wenig im Gesamtbild der Tour. Tadej Pogacar bleibt im Gelben Trikot und Führender in der Bergwertung. Mads Pedersen (Lidl – Trek), der im Finale Neunter wurde, aber am Zwischensprint gut punkten konnte, behält das Grüne Trikot genau wie Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG) das Weiße. Schon morgen wartet in Bergerac die nächste Sprintankunft. Das Profil der Etappe ist unwesentlich schwieriger als das des siebenten Teilstücks.

So lief die 7. Etappe der Tour de France:

Bei 31 Grad winkte Tour-Direktor Christian Prudhomme den scharfen Start pünktlich ab und sofort wurde attackiert. Das Bild war dabei ein ähnliches wie auf der ersten Sprintetappe vor zwei Tagen. Gleich der erste Angriff saß, denn das Interesse an der Fluchtgruppe hielt sich abermals zurück. Es war erneut Baptiste Veistroffer (Lotto – Intermarché), der auf die Reise ging. In Jakub Otruba (Caja Rural – Seguros RGA) fand er dieses Mal zumindest einen Mitstreiter.

Allerdings blieb ihr Abstand doch sehr schmal. Mehr als anderthalb Minuten waren es innerhalb der ersten Rennstunde, die mit ihrem Durschnitt von 43,6 km/h im mittleren errechneten Schnitt lag, nie. Erwartungsgemäß teilten sich Alpecin – Premier Tech und Soudal – Quick-Step die Nachführarbeit, hielten die Zügel dabei aber sehr streng in den Händen.

Das Profil der 7. Etappe der Tour de France 2026 | Foto: Veranstalter

110 Kilometer vor dem Ziel brach der Vorsprung auf nur noch etwas mehr als 20 Sekunden ein. Uno-X ging es offenbar zu langsam, das Team verschärfte das Tempo. Und auch Pedersen ging an der Spitze des Feldes kurzzeitig aus dem Sattel, ehe Alpecin und Soudal die Situation wieder einfingen und der Vorsprung in der Folge sogar erstmals auf über anderthalb Minuten anwuchs.

Als 55 Kilometer vor dem Ziel der Zwischensprint abgenommen wurde, hatte sich daran nicht allzu viel geändert. An der Linie schenkten sich Veistroffer und Otruba nichts, der Franzose hatte letztlich die Nase vorn. Im Feld war es Pedersen, der mit einem cleveren Sprint die XDS-Übermacht um Kanter überrumpelte und sich Rang drei sicherte.

Danach schrumpfte der Vorsprung der Ausreißer langsam aber sicher, 18 Kilometer vor dem Ziel war deren Ausflug nach einem Handshake dann beendet. Um die 10-Kilometer-Marke versuchte sich Uno-X Mobility mit einer Attacke, die das Team später nochmal probieren sollte. Beide scheiterten. Die Norweger hatten schon früher am Tag einmal die Nachführarbeit gestört und sich dafür Stirnrunzeln bei den Sprinterteams abgeholt.

Dass das Team eigentlich keinen Grund hatte, einen Massensprint zu vermeiden, zeigte im sturzfreien Finale Waerenskjold, der in einem hinter Merlier überraschend Zweiter wurde. Rang drei ging an Girmay. Kanter, der lange zu weit hinten im Feld unterwegs war, rettete seinen Tag als Vierter noch. Dem in bester Position auf die letzten Meter gegangenen Philipsen fehlte die Power, er landete im Sandwich zwischen Kanter und Bauhaus.

Results powered by Cyclingflash.com

Mehr Informationen zu diesem Thema

17.08.2026Seixas klärt Zukunftsfrage bei Kriterium in Etten-Leur

(rsn) – Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM) hat seine Auszeit nach seinem vierten Platz bei der Tour de France beendet und bei einem Kriterium im niederländischen Etten-Leur teilgenommen. Am Rande

09.08.2026Kanter nahm für die Zukunft viel von der Tour mit

(rsn) – Zwei Wochen nach seinem vierten Platz auf den Champs-Élysées in Paris, mit dem er ein starkes Tour-Debüt abschloss, setzt Max Kanter wieder auf dem Rad. Allerdings lässt es der Sprinter

02.08.2026Rubio: “Können daran arbeiten, dass sich so was nicht wiederholt“

(rsn) – Ermals nach seinem schlimmen Sturz auf der 19. Etappe der Tour de France hat sich Einer Rubio zu Wort gemeldet. “Es sind nun einige Tage seit dem Unfall bei der Tour de France vergangen, u

31.07.2026Vingegaard: “Haben die Tour vielleicht falsch eingeschätzt“

(rsn) – Als Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) auf der 15. Etappe der Tour de France stürzte und mit einem Schlüsselbeinbruch ausschied, lag er auf Rang zwei im Klassement bereits ziemlich

28.07.2026Seixas: “Bin stolz auf den vierten Platz in der Gesamtwertung“

(rsn) – Zum Podium in Paris hat es trotz aller Bemühungen nicht mehr gereicht, doch mit Platz vier bei seinem Debüt bei der Tour de France (2.UWT) kann Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM) mehr als

28.07.2026Plugge zu nächtlicher Kontrolle: “Hat unserem Team geschadet“

(rsn) – In der Nacht vom 18. auf den 19. Juli gab es bei der Tour de France 2026 nächtliche Dopingkontrollen - und zwar bei den beiden besten Fahrern im Klassement. Jonas Vingegaard (Visma - Lease

27.07.2026Grün ist abgehakt! Jetzt jagt Pedersen ein Monument

(rsn) – Mit zwei Zielen war Lidl – Trek zur Tour de France 2026 gereist: Etappensieg(e) und Grünes Trikot für Mads Pedersen! Der Däne bekam dazu fast ein ganzes Team an Helfern abgestellt. Der

27.07.2026Nach dieser Tour träumen Evenepoel und Denk von mehr

(rsn) – Am Ende wurden beide Ziele erreicht. Red Bull – Bora – hansgrohe blickt nach zwei Etappensiegen und dem zweiten Platz im Gesamtklassement von Remco Evenepoel auf eine erfolgreiche Tour d

27.07.2026Degenkolbs elfte war seine letzte Tour: “Kann gut damit leben“

(rsn) – Die Schlussetappe seiner letzten Tour de France (2.UWT) beendete John Degenkolb (Picnic – PostNL) auf dem 89. Platz. Aus ganz anderen Gründen jedoch wird ihm seine Abschiedsvorstellung au

27.07.2026Philipsen nimmt die Beine hoch, damit van der Poel sicher siegt

(rsn) - Ein unglaublich spannendes Finale und eine ganz große Geste auf den Champs-Élysées krönten diese 113. Tour de France. Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech), der mit der größten Ges

26.07.2026Tränen statt Triumph: Kanter Vierter auf den Champs-Élysées

(rsn) - Die Emotionen übermannten Max Kanter (XDS - Astana) im Ziel der Tour de France. Sichtlich gerührt und enttäuscht zeigte sich der Deutsche über seinen vierten Platz auf der finalen 21. Eta

26.07.2026Der neue Pogacar: Bei dieser Tour mehr als nur ein Seriensieger

(rsn) - Tadej Pogacar (UAE - Emirates – XRG) erwies sich bei dieser Tour de France als Sieger aller Klassen. Der Slowene ist als souveräner Radsportkönig in Paris eingefahren. Den Stadtberg Montm

Weitere Radsportnachrichten

26.08.2026Liste der ausgeschiedenen Fahrer / 5. Etappe

(rsn) - 184 Fahrer aus 23 Teams nahmen die Vuelta a Espana 2026 beim Auftaktzeitfahren in Monaco in Angriff. Nicht alle werden das Ziel an der Alhambra in Granada im Süden Spaniens erreichen. Stürz

26.08.2026Sind am ersten Tag auf spanischem Boden die Sprinter dran?

(rsn) – Am fünften Tag erreicht die Vuelta a Espana die Iberische Halbinsel. Südlich von Barcelona könnte sich nahe der Mittelmeerküste ein Tauziehen zwischen den Ausreißern und Sprintern ent

26.08.2026Radsport live im Stream, TV und Ticker: Die Rennen des Tages

(rsn) – Welche Radrennen finden heute statt? Wo und wann kann man sie live im Fernsehen oder Stream verfolgen? Und wo geht´s zum Live-Ticker?In unserer Tagesvorschau informieren wir über die wicht

25.08.2026Das Strafenregister der Vuelta a Espana / 4. Etappe

(rsn) – Die Liste an potenziellen Vergehen, derer Radprofis, Teammitarbeitende oder andere am Rennen Beteiligte im Laufe einer Rundfahrt bezichtigt werden können, ist lang. Genauso lang wie das Reg

25.08.2026Die Highlight-Videos der Vuelta a Espana

(rsn) – Für Leser und Leserinnen, die lieber schauen statt lesen, bietet radsport-news.com die Highlight-Videos. Die Eurosport-Mitschnitte aller 21 Teilstücke der diesjährigen Vuelta a Espana (2.

25.08.2026Onley: “Wir fahren unser eigenes Rennen“

(rsn) – Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG) dominiert die Vuelta a Espana 2026  weiter nach Belieben. Auf der 104,8 Kilometer langen Schleife mit Start und Ziel in Andorra la Vella attackierte der

25.08.2026Nächster Meilenstein: Pogacar siegt mit 50-km-Solo

(rsn) – Mit einem 50-Kilometer-Solo hat Top-Favorit Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) bereits auf der 4. Etappe der 81. Vuelta a Espana (2.UWT) für klare Verhältnisse gesorgt. Der Weltmeist

25.08.2026Novak und Riska schrammen am Podium der West Bohemia Tour vorbei

(rsn) - Die parallel zur Tour de l’Avenir ausgetragene West Bohemia Tour (2.2U) konnte auch ohne einige der international stärksten U23-Fahrer ein gut besetztes Feld vorweisen. An den vier Renntag

25.08.2026Finn pariert auf Königsetappe alle Angriffe und baut Führung aus

(rsn) – Lorenzo Finn (Red Bull – Bora – hansgrohe) hat mit einer souveränen Vorstellung auf der Königsetappe der 62. Tour de l´Avenir (2.2U) seine Führung im Gesamtklassement ausgebaut und n

25.08.2026Neue Shimano Dura Ace: 13 Gänge für die Flaggschiff-Gruppe

(rsn) - Sie wäre langsam fällig, zumindest wenn man auf die letzten Produktzyklen der Dura Ace Schaltgruppe schaut. 2016 kam die Dura Ace 9100 auf den Markt, fünf Jahre später die 9200. 2026 würd

25.08.2026Hotel wird mit “Hagelschauer“ an 5-Sterne-Bewertungen belohnt

(rsn) – Der IGESA Village Club Les Sorbiers in Mont-Louis kann sich seit Montagabend vor 5-Sterne-Bewertungen bei seinen Google-Rezensionen kaum mehr retten. Nachdem im Hagelsturm der 3. Etappe bei

25.08.2026Lidl-Trek-Talent O’Brien wird Profi bei Pinarello

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

RADRENNEN HEUTE

    WorldTour

  • Vuelta a Espana (2.UWT, ESP)
  • Radrennen Männer

  • Muur Classic Geraardsbergen (1.1, BEL)
  • TPC en Nouvelle-Aquitaine (2.1, FRA)
  • Tour de l`Avenir (2.2u, FRA)