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14.03.2026 | (rsn) – Auch die 6., wohl anspruchsvollste Etappe von Tirreno-Adriatico (2.UWT), meisterte Max Walscheid (Lidl-Trek) gemeinsam mit seinem Kapitän Jonathan Milan. Rund 28 Minuten nach dem Tagessieger und Gesamtführenden Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG) überquerten sie die Ziellinie in Camerino. Innerhalb des Zeitlimits. Darum ging es bisher an den meisten der sechs Renntage – dieses Rennen zwischen den Meeren war keines für die Sprinter.
“Wenn man aktuell die Treppe zum Frühstück runtergeht, merkt jeder im Feld die Anstrengung. Es waren harte Tage bisher“, sagte Walscheid vor dem Start der Etappe gegenüber RSN. Aber die schnellen Männer könnten am siebten und letzten Tag der Fernfahrt belohnt werden. Zwar stellen sich ihnen während der ersten Hälfte der Etappe zwei längere Anstiege in den Weg, das Finale um San Benedetto del Tronto ist aber komplett flach und wurde in der Vergangenheit häufig im Massensprint entschieden. ___STEADY_PAYWALL___
“Wir sind für morgen extrem motiviert“, sagte Walscheid. “Es wird nicht einfach, aber es sind rhythmischere und flachere Anstiege als in den vergangenen Tagen. Es wird ein großer Kampf werden und man muss sehen, wie motiviert die anderen sind, uns abzuhängen.“ Neben dem Einzelzeitfahren, bei dem Walscheid und Milan mit Platz drei und fünf sehr gut abschnitten, ist es die beste Gelegenheit für das neue Duo, seine Chemie auszutesten.
Die Form sollte stimmen, so Walscheid: “Wir sind gut durch die Berge gekommen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass Jonathan auf der letzten Rille gefahren ist, das war schon alles sehr kontrolliert. Ich bin glücklicherweise auch gut drauf und hatte daher keine Probleme. Mit einer guten Form ist es machbar. Ohne wird es sehr schwierig.“
Der Deutsche wechselte im Winter zum Top-Team Lidl – Trek und zu seinem neuen Sprintkapitän Milan. Die beiden harmonieren bereits sehr gut miteinander und werden wohl auch weitere Rennen gemeinsam bestreiten. “Ich bin für die Ökonomisierung im Rennen inzwischen auch wichtig für ihn, unabhängig vom Sprint“, analysierte Walscheid. “Jonny fährt gerne weit vorne, ich auch, insofern passt das, aber man muss es von der Rennsituation abhängig machen. Da bin ich etwas konservativer als er, er will schon früher weiter nach vorne. Bei allem anderen müssen wir eigentlich nicht so viel einspielen, das passt so.“
Mit dem dritten Platz im Zeitfahren von Lido di Camaiore unterstrich Walscheid seine gute Form.
Im neuen Team spürt der 1,99-Meter-Hüne auch eine neue Verantwortung – und neue Motivation. Zum ersten Mal in seiner Karriere ist Walscheid von absoluten Topfahrern wie Milan oder Mads Pedersen umgeben. Eine Anpassung, die dem 32-Jährigen gefällt und fordert: . “Es ist das beste Team für das ich bisher gefahren bin“, sagte er klar. “Man arbeitet mit absoluten Topfahrern zusammen, also muss man selbst stark sein, sonst fällt das auf. Hier fahren keine mittelmäßigen Fahrer mit, das bedeutet für mich, dass ich motiviert trainiere, weil ich Teil von einem sehr guten Team sein will. Das hat bisher geklappt, aber da muss man dranbleiben.“
Das muss Walscheid in diesem Frühjahr allemal: Für ihn geht es nach Tirreno direkt mit Eintagesrennen in Belgien und Frankreich weiter. Zuvor will er mit der deutschen Equipe aber noch einen Etappensieg mit Milan einfahren.