Belgierin bereit für Sanremo Women

Kopecky sprintet bei Nokere Koerse zum Rekordsieg, Riedmann 7.

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Lotte Kopecky (SD Worx - Protome) hat das 7. Nokere Koerse gewonnen. | Foto: Cor Vos

18.03.2026  |  (rsn) – Lotte Kopecky (SD Worx – Protime) hat bei der 7. Ausgabe von Nokere Koerse (1.Pro) nicht nur ihren ersten Saisonsieg gefeiert, sondern mit ihrem Erfolg bei dem flämischen Klassiker auch eine neue Rekordmarke aufgestellt.

Die 30-jährige Belgierin, zuletzt Siebte der Trofeo Alfredo Binda (1.WWT), setzte sich über 133 Kilometer von Deinze nach Nokere, im Sprint einer rund 20-köpfigen Spitzengruppe vor der starken Niederländerin Charlotte Kool (Fenix – Premier Tech) und der Irin Lara Gillespie (UAE – Team ADQ) durch.

Hinter der Belgierin Shari Bossuyt (AG Insurance – Soudal), der Norwegerin Susanne Andersen (Uno-X Mobility) und der Australierin Georgia Baker (Liv – AlUla – Jayco) holte sich Linda Riedmann (Lotto – Intermarché) als Siebte und beste deutsche Starterin ihr bestes Saisonergebnis. Zeitgleiche Elfte wurde die Österreicherin Kathrin Schweinberger (Human Powered Health).

“Mir ist ein riesiger Stein vom Herzen gefallen. 'Ich kann es doch noch!‘ Viele hatten daran gezweifelt. Es fühlt sich richtig gut an“, kommentierte Kopecky im Flash-Interview ihren ersten Sieg seit dem September 2025, als sie nach einer schwierigen Saison eine Etappe der Ardèche-Rundfahrt gewinnen konnte. 

Nunmehr scheint die zweimalige Weltmeisterin auch bereit für Sanremo Women (1.WWT), den ersten großen Klassiker der Saison, bei dessen Premiere sie im vergangenen Jahr beim Sieg ihrer Teamkollegin Lorena Wiebes Neunte geworden war. Mit der Niederländerin, die auf Nokere Koerse verzichtete hatte sie sich bisher auch den Rekord bei dem flämischen Eintagsrennen geteilt. "Ich sage nicht, dass ich Mailand-San Remo am Samstag gewinnen werde, aber das Selbstvertrauen ist definitiv da", fügte Kopecky an.

Die deutlich geschlagene Kool war trotz des verpassten zweiten Saisonsiegs zufrieden mit ihrer Vorstellung. “Ich denke, da wäre noch etwas mehr drin gewesen, aber ich sollte keinesfalls unzufrieden sein. Heute ging es ein bisschen darum, wie ich mich von der längeren Trainingsphase erholt haben würde. Aber es lief auf jeden Fall sehr gut, deshalb freue ich mich auf die nächsten Rennen“, so die 26-Jährige im Ziel.

Franziska Brauße (Rembe – rad-net) war eine von ursprünglich vier Fahrerinnen, die sich bei sonnigem Frühlingswetter gut zwei Minuten Vorsprung erarbeiten konnten, ehe im Feld früh die Zügel angezogen wurden. Vor allem aufgrund der Tempoarbeit von Uno-X Mobility wurden die letzten drei Ausreißerinnen um die Deutsche bereits gut 40 Kilometer vor dem Ziel gestellt wurden.

Leidtragende der Aktion war unter anderem die zweimalige Nokere-Gewinnerin Kopecky, die nach einem Defekt zurückgefallen war und sich nun durch das zersplitternde Feld nach vorn kämpfen musste. Nach der zweiten Überquerung des Nokereberg blieb zwar das Tempo hoch, aber sämtliche weiteren Attacken waren erfolglos.

In einer Kurve rund 30 Kilometer vor dem Ziel ging die Irische Meisterin Mia Griffin (Picnic – PostNL) zu Boden, ehe kurz darauf Liv –AlUla – Jayco eine Attacke von Mackenzie Coupland vorbereitete. Doch weder der Australischen Meisterin noch kurz darauf Mischa Bredewold (SD Worx – ProTime) gelang es, sich abzusetzen.

Das Streckenprofil der 7. Nokere Koerse | Foto: Veranstalter

20 Kilometer vor dem Ziel bereitete SD Worx dann Kopeckys Angriff im ansteigenden Kopfsteinpflastersektor Lange Ast vor. Der Belgierin folgen konnten deren Landsfrauen Fleur Moos (Lidl – Trek) und Bossuyt sowie die Niederländerin Kool. Doch da Kopecky kaum Unterstützung erhielt, kam das von Uno-X angeführte, deutlich reduzierte Feld 17 Kilometer vor dem Ziel wieder heran. Wenige Kilometer später schafften dies auch die weiteren Verfolgerinnen.

SD Worx und Lidl – Trek ließen nun aber nicht mehr locker und schraubten vor allem auf dem Kopfsteinpflaster das Tempo hoch. Doch dann ging Ilse Pluimers (AG Insurance - Soudal Team) neun Kilometer vor dem Ziel auf der Hoevestraat in die Offensive. Während die Niederländerin sich einen Vorsprung von gut zehn Sekunden herausfuhr, fiel ihre sprintstarke Teamkollegin Bossuyt mit einem Defekt zurück – um sich dann doch wieder zurückzukämpfen.

Doch Pluimers hatte am Ende keinen Grund zum Jubeln. Uno-X und Fenix – Premier Tech reduzierten den Rückstand, ehe die Ausreißerin eingangs der letzten beiden Kilometer wieder im Feld verschwunden war. Auf der ansteigenden Zielpassage wartete Kopecky lange, ehe sie auf den letzten 150 Metern fast zeitgleich mit Gillespie antrat und sich souverän den dritten Sieg in Nokere holte.

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