Seixas bleibt nach 3. Etappe in Gelb

Laurance trotzt den Krämpfen und schlägt bergauf Arrieta

Von Marc Zeiringer

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Axel Laurance (Ineos Grenadiers) hat die 3. Etappe der Baskenland-Rundfahrt gewonnen. | Foto: Cor Vos

08.04.2026  |  (rsn) – Auch die 3. Etappe der 65. Baskenland-Rundfahrt (2.UWT) endete mit dem Sieg eines Franzosen. Nachdem Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM) die ersten beiden Abschnitte für sich hatte entscheiden können, schlug sein Landsmann Axel Laurance (Ineos Grenadiers) auf dem dritten Teilstück aus einer Ausreißergruppe heraus zu.

Der 24-Jährige setzte sich über 152,8 Kilometer rund um Basauri im Bergaufsprint gegen den Spanier Igor Arrieta (UAE – Team Emirates – XRG) durch und feierte seinen vierten Saisonsieg, der zugleich 2025 der erste auf WorldTour-Niveau war.

Dritter wurde der Eritreer Natnael Tesfatsion (Movistar) vor dem Belgier Ilan Van Wilder (Soudal – Quick-Step) und dem Norweger Tobias Halland Johannessen (Uno-X).

Seixas gewann 1:04 Minuten später den Sprint des Feldes und verteidigte damit souverän sein Gelbes Trikot vor Primoz Roglic und Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe).

Laurance nach Sturz vom Vortag obenauf

“Igor Arrieta war heute sehr stark. Ich weiß, dass er ein starker Bergfahrer ist“, lobte Laurance im Flash-Interview zunächst seinen Kontrahenten, mit dem er sich in der vorletzten Abfahrt des Tages aus der großen Gruppe des Tages hatte absetzen können – und das, obwohl er einen Sturz auf der 2. Etappe verkraften musste. “Es war sehr hart heute. Ich wusste nicht, was ich erwarten sollte mit dem Sturz gestern. Ich habe alles gemacht, um so gut wie möglich zu regenerieren und war sehr optimistisch, was den heutigen Tag anging. Wir wussten nicht, ob es eine Etappe für eine Ausreißergruppe oder einen Sprint wird. Ich war für alles vorbereitet und am Ende war es ein super Tag für mich“, strahlte der ehemalige U23-Weltmeister.

“Es war ein wirklich harter Tag“, ergänzte der geschlagene Arrieta im Flash-Interview. “Ich wusste, dass Axel ein großer Favorit für diese Etappe war. Ich habe in der Ausreißergruppe mein Bestes versucht, doch am Ende war ich sehr an meinem Limit. Ich habe versucht, an ihm vorbeizufahren. Ich wusste, dass er im Sprint der Schnellere ist. Es ist, wie es ist. Ich habe mein Bestes gegeben. Gratulation an ihn.“

Nach zwei furiosen Auftritten ließ es Spitzenreiter Seixas am dritten Tag etwas ruhiger angehen. Im Gesamtklassement liegt der 19-jährige Shootingstar unverändert 1:59 Minuten vor Roglic, dessen Teamkollege Lipowitz folgt weitere neun Sekunden dahinter auf Rang drei.

Seixas führt auch weiterhin mit jeweils komfortablem Vorsprung die Nachwuchs- und die Punktewertung an. Sein Bergtrikot musste er allerdings an den Spanier Joan Bou (Caja Rural) abtreten. Als bestes Team wird XDS – Astana geführt.

So lief die 3. Etappe der Baskenland-Rundfahrt:

Auf den ersten Kilometern versuchten immer wieder Fahrer, sich vom Peloton zu lösen. In mehreren Instanzen gelang das für kurze Zeit, doch das Hauptfeld holte die Ausreißer stets wieder ein. Meist an den kurzen, knackigen Anstiegen, der sehr hügeligen Strecke wurden die Attacken gesetzt. Bis zur 50-Kilometer-Marke blieb alles beisammen.

Nur sieben Kilometer später bildete dann eine große Spitzengruppe mit insgesamt 14 Fahrern, die sich bis zum Fuße der ersten kategorisierten Steigung des Tages zum Barrerilla Pass einen Vorsprung von 1:45 Minuten herausfuhren. Die bekanntesten Namen in der Ausreißergruppe waren Laurance, Arrieta, Tesfatsion, Van Wilder, Johannessen, Lorenzo Fortunato (XDS – Astana) und Guillaume Martin (Groupama – FDJ United). Mit dabei war auch Bou, der Zweite der Bergwertung. Van Wilder hatte mit 4:29 Minuten den geringsten Rückstand zum Gesamtführenden Seixas, dessen Mannschaft auch sofort die Nachführarbeit übernahm.

Bei einem Sturz gingen auch einige Klassementfahrer zu Boden, darunter Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG). Der Mexikaner konnte zunächst wie seine Kollegen weiterfahren, musste aber wenig später das Rennen aufgeben. Am Weg zur Bergwertung lösten sich mit Mikel Bizkarra und Jonathan Lastra zwei Fahrer der Mannschaft Euskaltel – Euskadi und schafften kurz danach den Anschluss an die Ausreißergruppe. Bou entschied den Bergsprint für sich und konnte sich mit sechs Zählern vorbei an Seixas ins virtuelle Bergtrikot schieben.

Das Streckenprofil der 3. Etappe der Baskenland-Rundfahrt | Foto: Veranstalter

Vor dem nächsten Anstieg blieb es über rund 30 Kilometer hin ruhig, der Abstand variierte zwischen anderthalb und zwei Minuten. Cofidis unterstützte Decathlon – CMA CGM in der Führungsarbeit im Peloton und kontrollierte damit die Ausreißer. Drei Kilometer vor der Abnahme der Bergwertung am Bikotx gane attackierte Jardi Van der Lee (EF Education – EasyPost), konnte sich zunächst lösen, wurde aber vor dem Gipfel wieder von seinen Fluchtgefährten gestellt.

Die sechs Punkte an der Bergwertung holte sich dann Arrieta, der sich in der folgenden Abfahrt gemeinsam mit Laurance von der Gruppe löste und einige Sekunden an Vorsprung herausfahren konnte. Am Weg zur nächsten Bergwertung in Sarasola 28 km vor dem Ziel, die erneut Arrieta gewann, hatten sie bereits 30 Sekunden Abstand auf die Gruppe.

Laurance mit cleverem Bergaufsprint zum Sieg

Das Peloton, das weiterhin von Decathlon – CMA CGM weiter kontrolliert wurde, hatte mittlerweile die Jagd aufgeben - zehn Kilometer vor dem Ende lag es bereits über drei Minuten hinter dem Führungsduo, die Verfolgergruppe um Van Wilder hatte ebenfalls bereits über eine Minute Rückstand.

An der letzten Rampe des Tages versuchte Laurance seinen Begleiter vergeblich abzuschütteln. Danach taktierte das Spitzenduo etwas, wodurch die Verfolger wieder etwas näher kamen. Arrieta trat schließlich auf der 300 Meter langen und zehn Prozent steilen Schlussrampe schon früh an. Laurance machte es souverän, positionierte sich am Hinterrad seines Gegners und erst auf den letzten knapp 100 Metern am Basken vorbei zum Sieg.

Viel länger hätte die Etappe wohl auch nicht dauern dürfen, denn kurz hinter der Ziellinie wurde der Sieger von Krämpfen geplagt. Im Sprint um Platz drei war Tesfatsion (Movistar) vor Van Wilder und Johannessen erfolgreich. Im Peloton gewann Seixas den Sprint, ohne weiter Zeit herausfahren zu können.

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