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12.04.2026 | (rsn) – Die 6. Austragung von Paris-Roubaix Femmes (1.WWT) hat aus deutscher Sicht etwas bislang Einmaliges erlebt. Franziska Koch vom Team FDJ United – Suez hat nach einem beeindruckenden und vor allem fehlerfreien Rennen als erste deutsche Profi-Frau das Rennen in der Hölle des Nordens gewonnen.
Nach 143 Kilometern und 20 Pflastersektoren kam die 25-Jährige gemeinsam mit Pauline Ferrand-Prévot und Marianne Vos (beide Visma – Lease a Bike) auf der Radrennbahn in Roubaix an. Und was keiner für möglich gehalten hätte, trat ein. Koch eröffnete als Erste den Sprint und siegte hauchdünn vor der endschnellen Vos und der französischen Vorjahressiegerin (+0:06)
Die im Vorfeld hochgehandelten Lotto Kopecky und Lorena Wiebes (beide SD Worx – Protime) verpassten den entscheidenden Antritt von Koch und den beiden Visma-Profis und kamen, in dieser Reihenfolge, auf Platz vier und sechs ins Ziel.
Franziska Koch (FDJ United - Suez / Siegerin / Flash-Interview): “ Das ist kaum zu glauben. Ich habe natürlich davon geträumt und gehofft, dass es mal klappt. Die Positionierung zu Beginn ist der Schlüssel, das ist wie ein Krieg, vor allem bei den Sektoren. Mir ist es gelungen, mich aus allen Problemen rauszuhalten. Im Sprint dachte ich dann: Jetzt bist du so nahe dran, jetzt musst du gewinnen, es gab keine andere Option. Ich habe gemerkt, wie sie aufkam, konnte aber am Ende etwas mehr beschleunigen. In der ersten Ausgabe wurde ich hier Siebte, von da an mochte ich dieses Rennen und wusste, dass ich es eines Tages gewinnen wollte. Und dieser Tag ist heute. "
Marianne Vos (Visma – Lease a Bike / Zweite / Eurosport): "Es ist natürlich fantastisch, hier mit den Gefühlen aus den letzten Wochen mit im Finale zu sein. Die ganze Mannschaftsarbeit, dann nur noch Pauline (Ferrand-Prévot) und ich zu zweit und dann hier ins Velodrom in den Sprint zu Dritt zu kommen, war natürlich großartig. Ich wollte es natürlich zu Ende bringen, aber Koch war unglaublich. Sie war einfach stärker. Wenn ich gewusst hätte, wie stark sie heute ist, hätten wir vermutlich ein paar Dinge anders gemacht. Wir wussten aber, dass sie in einem harten Finale sehr stark ist. >
Kata Blanka Vas (SD Worx - Protime / 17. Platz / Eurosport): “Ab einem gewissen Punkt war ich einfach durch und dann sind wir hinten mit der Mannschaft natürlich Vollgas gefahren, um noch nach vorne zu kommen. Das war sehr, sehr hart heute. Auf den ersten Sektoren denkt man noch, alles sei ok. Aber dann killt es dich, du spürst deine Hände nicht mehr und wirst nur noch durchgerüttelt.“
Alison Jackson (St. Michel - Preference Home - Auber93 / 48. Platz / Eurosport): “Für mich war es ganz ok heute. Ich hatte früh einen Platten, aber das Team hat mich zurückgebracht und dann war eigentlich erstmal alles gut. Vor dem Mons-en Pavé hatte ich dann den nächsten Platten und konnte nur vom neutralen Materialwagen versorgt werden. Das war dann Pech.“
Stephen Delcourt (FDJ United - Suez / Generalmanager / Eurosport): “Es ist wirklich sehr hart zu realisieren, was heute passiert ist. Als wir gestern mit Franzi gesprochen haben, sagten wir, dass wir von Demi den Winner-Spirit mit hierher nehmen können. Du kannst sprinten und hast die Größten schon abgehängt – wir haben ihr viel erklärt, was sie heute machen muss. Aber wie sie es umgesetzt hat, ist einfach unglaublich. Dass sich wie mit Elise (Chabbey) und Demi (Vollering) auch bei Franzi etwas Großes anbahnen kann, wussten wir.“
Nathan van Hooydonck (Visma – Lease a Bike / Sportlicher Leiter / Eurosport): "Ich muss erstmal meine Emotionen ordnen. Wir wollten es so sehr, dass Marianne heute gewinnt. Und es ist so unglücklich, dass es nicht geklappt hat. Trotzdem haben wir als Mannschaft einen großartigen Job gemacht, für Marianne sollte es heute einfach nicht sein.“