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13.04.2026 | (rsn) – Zwischenzeitlich sah es für Red Bull – Bora – hansgrohe mal richtig gut aus bei Paris-Roubaix (1.UWT). Als das Rennen schon längst in der heißen Phase war, hatte das Team in Mick van Dijke, Gianni Vermeersch, Jordi Meeus und Laurence Pithie vier Fahrer in den ersten beiden Gruppen. Dafür ist das, was am Ende bei herauskam, fast ein bisschen wenig. Nur van Dijke schaffte es letztlich als Sechster in die Top 10, die Vermeersch als Zwölfter noch relativ knapp verpasste.
Insgesamt war die Teamleistung aber wieder eine gute. Und das ist die Geschichte der gesamten Klassikersaison. In der Breite stark, doch für ganz vorne reichte es selten. Einen Sieg auf Kopfsteinpflaster landete nur Meeus bei Le Samyn (1.1) am verlängerten Openingsweekend, an dem Tim van Dijke als Zweiter beim Omloop Niewusblad (1.UWT) einen verheißungsvollen Start hingelegt hatte. Pithie als Fünfter bei Dwars door Vlaanderen (1.UWT), vor allem aber Rang drei von Remco Evenepoel bei der Flandern-Rundfahrt (1.UWT), zeigten, dass Red Bull im Vergleich zum Vorjahr wieder vorne mitfahren kann.
Mick van Dijke, der als Roubaix-Sechster ebenfalls einen teaminternen Höhepunkt setzen konnte und als Erster seit Peter Sagan wieder in Podiumsnähe fuhr, brachte die Situation dabei auf den Punkt. Ich weiß, dass wir nicht Fahrer wie Mathieu (van der Poel), Tadej (Pogacar) oder Wout (van Aert) in unserem Team haben“, sagte er bei Eurosport. Und damit brachte er auf den Punkt, was der Mannschaft auf Kopfsteinpflaster noch fehlt: ein Siegfahrer.
Doch dessen war sich die Teamführung – anders als noch vor einem Jahr, so scheint es – durchaus bewusst. Denn das Fazit, das Sven Vanthourenhout als verantwortlicher Sportlicher Leiter für die Klassiker, und Zak Dempster als Sportchef zogen, fiel positiv aus. "Ich bin sehr zufrieden mit den vergangenen Wochen und der Art und Weise, wie wir als Team aufgetreten sind“, sagte Vanthourenhout auf der Website des Teams. “Der gesamte Prozess seit dem Dezember-Trainingslager ist sehr positiv verlaufen, mit großem Engagement von Fahrern und Staff. Besonders die enge Zusammenarbeit innerhalb des Teams war deutlich spürbar. Wir haben uns kontinuierlich in Richtung Klassiker-Saison weiterentwickelt und dabei auch sportlich überzeugt.“ Den Omloop und die Ronde hob er dabei nochmal hervor.
Dempster, wie Vanthourenhout vor einem Jahr noch nicht im Team, ergänzte: “Wir haben den ganzen Winter darüber gesprochen, die Kopfsteinpflaster-Klassiker als Team zu beginnen und als Team zu beenden – und genau das ist uns in jedem Rennen gelungen, auch wenn nicht immer alles reibungslos lief. Die Ergebnisse waren stark, aber am meisten beeindruckt hat mich, wie die Gruppe mit Rückschlägen umgegangen ist und wie schnell wir uns wieder gefunden haben, wenn es mal nicht ganz gepasst hat.“
Auf einer Skala von 1 bis 10 wählen beide die 8. “Ich bin sehr zufrieden mit einer 8. Ein weiterer Sieg wäre natürlich das i-Tüpfelchen gewesen, aber wir haben alle unsere Ziele erreicht“, so Vanthourenhout. “Wenn ich es bewerten müsste, würde ich eine 8 geben – wir waren konkurrenzfähig, haben gewonnen und unsere Ziele erreicht, aber wir wollen mehr und werden weiter alles dafür tun, die 10 zu erreichen“, sagte Dempster.
Eines der Ziele, die ansonsten nicht konkreter aufgeschlüsselt wurden, war es nach Dempster, nach dem letzten Jahr wieder Momentum aufzubauen. Dass die Klassikerfraktion lebt, hat sie jedenfalls bewiesen.
Und wäre zum Abschluss in Roubaix durch van Dijke noch ein wenig mehr rausgesprungen, hätte vielleicht sogar einer zur 9 tendiert. Möglich war es, schließlich kam er in der ersten Verfolgergruppe von Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) und Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) ins Ziel. Aber wie alle Top-Favoriten blieb auch der Niederländer nicht von Defekten verschont. “Ich persönlich hatte am Anfang ziemliches Pech. Ich musste immer wieder das Rad wechseln“, erklärte der 26-Jährige. Aber die Beine waren gut. “Ich habe alles gegeben und wenn dann ein sechster Platz rauskommt, bin ich stolz auf mich. Es hätte natürlich auch der dritte Platz sein können.“