Deutsche Gravel-Teams räumen bei “The Traka 200“ ab

Pöstlberger: “A Dream is coming true“ – Laing auf dem Podium, Platz 10 für Schiff

Von Jens Claussen

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Lukas Pöstlberger (Rose Racing Circle) im Trikot des österreichischen Gravelmeisters | Foto: Pierre Barton/Rose Bikes

03.05.2026  |  (rsn) – Nach dem Sieg von Rosa Klöser (Canyon – SRAM – zondacrypto) bei The Traka 360 setzten Lukas Pöstlberger (Rose Racing Circle) und Nele Laing (Canyon x DT Swiss ATR) die Erfolgsserie deutschsprachiger Fahrer bei The Traka 200 fort. Pöstlberger triumphierte im Männerrennen und feierte seinen ersten großen Gravel-Sieg, während Laing mit Platz 3 bei den Frauen ihre bis dato starke Saison weiter untermauerte.

Mit einem Vorsprung von lediglich 19 Sekunden auf den Zweitplatzierten Bradyn Lange (Canyon – SRAM – zondacrypto) sowie den zeitgleichen Martin Stosek (Buff BH) auf Platz drei hing der Erfolg des ehemaligen WorldTour-Profis nach 202 Rennkilometern mit 2650 Höhenmetern bis ins Finale hinein am seidenen Faden. “Ich habe zwar bis zum Ende an den Sieg geglaubt, aber dann doch noch gezittert als Becki (Hans Becking) auch noch fliegen ging und ich alleine vorne war“, verriet der 34-Jährige Österreicher RSN nach dem Rennen. Pöstlberger hatte schon früh nach 64 Kilometern mit Becking (Buff BH) und Jeremy Presbury (Whoosh - NZ) als Führungstrio die Initiative ergriffen. 20 Kilometer vor dem Ziel lag er dann alleine an der Spitze und hatte vor dem letzten Singletrail bergab nach Girona nur noch einen Vorsprung von zehn Sekunden auf die Verfolger. “Ich hätte vielleicht nicht schon so früh losfahren müssen und am Ende war es richtig hart“, so Pöstlberger. “A Dream is coming true!“

Ähnlich spannend gestaltete sich das Frauenrennen, aus dem Vorjahressiegerin Sofia Gomez Villafane (Specialized Off-Road Team) erneut als Siegerin hervorging und damit bereits ihren siebten Saisonsieg feiern konnte. Die Argentinierin, die im Jahr 2026 bislang jedes ihrer Rennen gewinnen konnte, konnte sich schon nach 48 Kilometern gemeinsam mit Larissa Hartog (Canyon x DT Swiss ATR) von der Konkurrenz lösen. Zehn Kilometer vor dem Ziel erwies sich Gomez dann als die stärkere der beiden und konnte in der Folge noch einen Vorsprung von 1:09 Minuten auf ihre ehemalige Begleiterin herausfahren. “Wir haben wirklich gut zusammengearbeitet und ich wusste, dass sie vielleicht ein wenig Schmerzen bekommen würde, wenn ich am letzten Anstieg über 300 Watt treten könnte“, meinte die Siegerin im Ziel zu Cyclingnews. “Also gab ich Gas und fuhr so hart ich konnte, um so viel Zeit wie möglich für den Singletrack zu bekommen“.

Laing sieht Sterne, Schiff mit ansteigender Formkurve

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Drittplatzierte Laing (+7:51) von The Traka 200 bereits von den Fahrerinnen distanzieren können, mit denen sie auf der Verfolgung des Spitzenduos Gomez/Hartog über lange Zeit unterwegs war. “Ich hatte schon von Beginn an versucht, das Rennen an den Bergen richtig hart zu machen, um auszusieben“, meldete sich eine sichtlich müde Laing noch in der Nacht bei RSN aus Girona. “Auf einer Abfahrt, in der sich dann Sofia (Gomez) und Larissa (Hartog) absetzen konnten, konnte ich nicht ganz folgen. Die Gruppe, in der ich dann dahinter saß, lief nicht und der Abstand nach vorne wurde immer größer. An einem langen Anstieg konnte ich mich dann von den anderen lösen und bin alleine ins Ziel gefahren. Ich war so breit und habe nur noch Sterne gesehen“, ließ sie wissen, dass sie alles aus sich herauspressen musste, um bei ihrem Traka-Debüt auf dem Podium zu stehen.

Das erfolgreiche Abschneiden der deutschen Gravel-Teams bei The Traka rundete Carolin Schiff (Canyon x DT Swiss ATR) ab. Mit deutlich mehr Erfahrung als Teamkollegin Laing angetreten, fuhr die Siegerin der Jahre 2023 und 2024 mit Platz 10 (+17:34) noch in die Top-Ten – und bewies mit diesem Resultat ihre ansteigende Form. Auf Anfrage von RSN fand die Bremerin dann auch nur positive Worte zu ihrem Rennen. “Mit Platz 10 bin ich heute sehr zufrieden“, so Schiff. “Anfangs bin ich an den Anstiegen wohl doch etwas drübergegangen, sodass ich danach erstmal kurzzeitig den Rückwärtsgang einlegen musste. Dann konnte ich mich aber von Gruppe zu Gruppe nach vorne arbeiten und bin letzten Endes im Sprint um Platz 7 Zehnte geworden. Ich hatte mir eine Top-Ten-Platzierung als Ziel gesetzt und bin super happy, dass ich trotz meiner 40 Jahre noch einigermaßen mitfahren kann.“

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