In der Gravel-Weltspitze angekommen

Laing imponiert mit Plaz drei bei der Sea Otter Classic

Von Jens Claussen

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Nele Laing (Canyon x DT Swiss ATR) hat sich innerhalb kürzester Zeit in die Gravel-Weltspitze gefahren | Foto: Canyon

19.04.2026  |  (rsn) - Nur wenige Rennen in der noch jungen Gravel-Saison hat Nele Laing benötigt, um sich endgültig in der Weltspitze der Gravelspezialistinnen zu etablieren. Die 27-jährige Darmstädterin vom Canyon x DT Swiss ATR Team belegte Platz drei bei der Sea Otter Classic in Salinas, dem neben dem “Unbound“ bekanntesten Rennen der sechs Events umfassenden Lifetime-Serie in den USA.

Bei ihrem bis dato besten Saisonergebnis fehlte Laing nach einer Fahrzeit von 5:10:45 Stunden nur die Winzigkeit von sechs Sekunden, um den an diesem Tag zweiten ganz großen Coup für ihr neues Team zu landen. Zuvor hatte schon der US-Amerikaner Bradyn Lange das Männerrennen in einem hochkarätig besetzten Feld vor Keegan Swenson (Specialized Off-Road Team) und Alexey Vermeulen (USA) gewonnen.

Die ausgewiesene Kletterspezialistin hatte schon mit Platz zehn bei Santa Vall und Rang sechs beim UCI-Rennen in Castellon gezeigt, welches Potenzial in ihr steckt. Auf einem mit 147 Kilometer Länge, gespickt mit 3000 Höhenmetern extrem anspruchsvollen Kurs nur sechs Sekunden hinter der aktuellen “Überfahrerin” Sofia Gomez Villafane (Specialized Off-Road Team) sowie der zweitplatzierten Lauren Stephens (Aegis Cycling/+0:03) aufs Podium zu fahren, katapultiert die ehemalige Kontinental-Fahrerin nochmals in andere Dimensionen.

”Ich hatte im Vorfeld schon gedacht, dass der technische Kurs mit den vielen Höhenmetern mir liegen könnte und insgeheim mit Platz fünf geliebäugelt”, meinte Laing auf Anfrage von RSN. In der letzten von drei Runden, als einem Großteil der Konkurrenz bereits die Beine aufgingen, habe sie es dann einfach mal mit einem Vorstoß probiert.

“Ich bin dann am letzten Berg von vorne gefahren. Als ich merkte, dass eine nach der anderen abfällt, habe ich dann attackiert”, beschrieb Laing die Situation, die ihr letztendlich das Podium einbringen sollte. Zum Sieg langte es allerdings nicht mehr. “Dann bin aber selbst etwas eingegangen und kam auf dem schnellen Downhill ins Ziel an die beiden vor mir nicht mehr ran.”

Auch Klöser mit überzeugender Vorstellung

Bei ”The Traka”, dem europäischen Highlight im Kalender der Gravel-Pros, das vom 1. bis 3. Mai in Girona stattfindet, steht Laing nun auf einmal mit anderen Vorzeichen am Start. Denn innerhalb weniger Monate hat sich die Sportstudentin zum engeren Favoritinnenkreis bei den größten Gravel-Rennen der Welt gemausert. Angriffslustig fügte sie abschließend noch an: “Mit diesem dritten Platz hätte ich nicht wirklich gerechnet und hoffe mal, dass das jetzt erst der Start war.“

Rosa Klöser (Canyon - SRAM - zondacrypto / +0:38) auf Rang sieben rundete das gute Abschneiden der deutschen Starterinnen ab. Bei den Männern gelang keinem deutschen Fahrer der Sprung in die Top Ten, Luca Dressler (+7:49) vom Team Canyon x DT Swiss ATR wurde Fünfzehnter.

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