Die Stimmen zur 2. Etappe des Giro d´Italia

Stewart: “Da hat jemand einfach einen dummen Fehler gemacht“

Von Jan Zesewitz

Foto zu dem Text "Stewart: “Da hat jemand einfach einen dummen Fehler gemacht“"
Jake Stewart (NSN) zählte zu de Sturzopfern auf der 2. Etappe des Giro d´Italia | Foto: Cor Vos

09.05.2026  |  (rsn) - Guillermo Thomas Silva (XDS - Astana) hat die 2. Etappe des Giro d'Italia (2.UWT) im Sprint einer kleinen Gruppe gewonnen. Kurz vor dem entscheidenden schweren Anstieg der 221 Kilometer langen Etappe von Burgas nach Veliko Tarnovo kam es zu einem schweren Massensturz, in den rund 30 Fahrer verwickelt waren. Das Rennen wurde kurzzeitig neutralisiert und 18 Kilometer vor dem Ziel wieder aufgenommen.

Am Anstieg machte Jonas Vingegaard (Visma - Lease a Bike) Ernst und setzte sich mit Lennert Van Eetvelt (Lotto - Intermarché) und Giulio Pellizzari (Red Bull - Bora - hansgrohe) ab. Das Trio wurde auf dem letzten Kilometer gestellt, im Sprint hatte Silva dann die besten Beine.

In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.

Die Stimmen nach der 2. Etappe des Giro d'Italia:

Guillermo Thomas Silva (XDS - Astana / Sieger und Rosa Trikot / Flash-Interview): "Ich bin sehr zufrieden. Es war ehrlich gesagt ein unerwarteter Sieg hier bei meinem ersten Giro d’Italia. Ich bin sprachlos. Ich wusste, dass meine Form gut ist, aber es ist immer schwer, eine Etappe in einer Grand Tour zu gewinnen. Im Finale war es auch Glück. Aber wir hatten ein starkes Team. Dieser Sieg ist sehr wichtig für mich. Ich war nicht sicher, ob wir Vingegaard noch einholen, aber Scaroni hat ein sehr hartes Tempo angeschlagen. Dieser Sieg ist für das ganze Team."

Jake Stewart (NSN / Eurosport): “Ich denke, Fahrer wurden etwas panisch, es wurde zu sehr auf die Bremse getreten und dann kommt es zu einer Kettenreaktion. Es gab eigentlich keinen Grund für uns zu stürzen an dieser Stelle. Da hat jemand einen dummen Fehler gemacht. Ich hatte ziemlich Schmerzen, als ich gestürzt bin, aber konnte das Ziel erreichen. Ich habe einfach ein paar Schürfwunden und Prellungen, wir werden sehen, wie es am Bus ist und dann entscheiden. Es hat wirklich keinen Spaß gemacht zu Ende zu fahren, aber das ist ein Teil des Sports."

Florian Stork (Tudor / Zweiter / Eurosport): "Nach dem Sturz war das Rennen kurz neutralisiert. Da sind wir dann einfach weitergerollt und das Rennen wurde nicht angehalten. Dadurch waren wir schon kurz vor dem finalen Anstieg und es war nicht mehr viel Zeit, Positionen gut zu machen, falls man beim Restart nicht gut platziert war. Am Anstieg ging es dann Vollgas los. Ich habe in der Abfahrt einfach abgewartet, weil es sehr unübersichtlich war. Als wir wieder zurückkamen, war ich dann genau am Hinterrad der Astana-Fahrer."

Christian Scaroni (XDS - Astana / Vierter / Eurosport): "Als Silva wieder in die erste Gruppe kam, habe ich daran geglaubt, dass wir gewinnen können. Es waren drei Leute vorne, aber wir sind ruhig geblieben. Ich habe im Finale unglaublich für ihn gearbeitet. Er konnte 150 Meter vor dem Ziel seinen Sprint beginnen, wir wissen, dass er sehr schnell ist, darum war es logisch für mich, für ihn zu arbeiten. Es war schade, dass ich am Berg nicht bei Vingegaard mitgehen konnte, aber das war ein bisschen zu viel für mich. Und im Finale geht es ums Team, wir haben alle sehr gearbeitet und sollten für denjenigen da sein, der die besten Chancen hat. Heute war Silva dran."

Giulio Pellizzari (Red Bull – Bora – hansgrohe / Fünfter / Eurosport): “Ich habe mich sehr gut gefühlt, ich hatte gute Beine, es war eine sehr lange Etappe. Ich habe heute alles gegeben und fühle mich selbstbewusst für die kommenden Tage. Vingegaard ist sehr stark und ich habe einfach versucht, an ihm dranzubleiben."

Lennert Van Eetvelt (Lotto – Intermarché /13. /Eurosport): “Es war ein langweiliger Tag, und mir hat das Finale sehr gut gefallen. Ich wollte auf das Rosa Trikot gehen, vielleicht habe ich etwas zu sehr gepokert. Jonas‘ Attacke war sehr stark, selbst in der Abfahrt musste ich hart arbeiten, um an ihm vorbeizugehen. Ich wusste, dass ich nicht zu viel mit ihm kooperieren durfte, am Ende ist es schade, dass wir eingeholt wurden, aber es war ein gutes Finale. Das wichtigste ist, dass die Form stimmt und jetzt kommen noch 19 weitere Tage."

Antonio Morgado (UAE – Emirates – XRG / Eurosport): "Ich glaube es war klar, dass jemand stürzen wird auf diesem Untergrund. Und heute hatten wir das Pech. Die Straße ist komplett rutschig. Jeder weiß das und deswegen gibt es einen großen Kampf. Wir waren auf der Außenseite in der Kurve und sind gestürzt. Ich habe auch Schmerzen, aber wir werden nicht aufgeben."

Giulio Ciccone (Lidl – Trek / Dritter / Eurosport): "Es war ein sehr merkwürdiges Finale. Wir wussten nicht, wann es nach der Neutralisation weitergeht und dann ging es direkt in einen sehr explosiven Anstieg hinein. Jonas sah sehr stark aus und hat gezeigt, dass er hier in Topform ist. Es ist schade mit dem Ende, aber es war eben einer dieser Tage. Es waren nasse, dreckige Straßen, viel Stress, da passiert so was leider häufig, ich war zum Glück auf der anderen Seite. Ich hoffe, dass alle okay sind."

Paul Magnier (Soudal – Quick – Step / Maglia Ciclamina / Mixed Zone): "Es war ein sehr schöner Tag, aber ehrlich gesagt etwas lang. Aber ich habe es richtig genossen, im Rosa Trikot zu fahren. Der Regen hat es ein bisschen weniger erfreulich gemacht, aber wir haben es als Team gut gemacht. Ich habe versucht, mein Bestes an dem steilen Anstieg zu geben. Aber durch den Sturz und die Neutralisation sind wir von unten voll gefahren und ich habe schnell gesehen, dass ich keine Chance habe. Jetzt fokussiere ich mich voll auf morgen."

Mauro Gianetti (UAE – Emirates – XRG / CEO / Eurosport): "Wir hatten Angst, weil der Regen dafür gesorgt hat, dass die Straße sehr gefährlich wird. Dann ist es passiert. Alle Teams sind praktisch gestürzt. Wir haben zwei Fahrer, die auf dem Weg ins Krankenhaus sind. Wir hoffen nur, dass es nichts allzu Schlimmes ist. Die Betroffenen sind Jay Vine und Marc Soler. Bisher ist noch nichts klar, wir warten auf die Informationen der Ärzte."

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