Aldag macht Ergebniskrise nicht an der Form fest

Ackermann nach Rang sieben: “Die sind alle bescheuert“

Von Paul Grosch

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Pascal Ackermann auf der 3. Etappe des Giro d´Italia | Foto: Cor Vos

10.05.2026  |  (rsn) – Ein wirkliches Top-Ergebnis ist Pascal Ackermann (Jayco – AlUla) bei den ersten beiden Sprintankünften des 109. Giro d’Italia (2.UWT) bisher nicht gelungen. Auf dem ersten und dritten Tagesabschnitt kam er jeweils als Siebter ins Ziel. Nach eigener Aussage kommt er jedoch langsam in Form. Außerdem nennt Eurosport-Experte Rolf Aldag einen weiteren Grund, warum der Deutsche in letzter Zeit nicht mehr ganz vorne mitfahren kann.

Auf der 1. Etappe war Ackermann einer von elf Fahrern, die den Massensturz 700 Meter vor dem Ziel vermeiden konnten und in Burgas um das erste Maglia Rosa sprinteten. Als Siebter kam er als letzter Sprinter der Gruppe ins Ziel - und das, obwohl er im Finale gut positioniert war.

Auf dem dritten Tagesabschnitt war Ackermann 500 Meter vor der Ziellinie am Hinterrad des späteren Etappensiegers Paul Magnier in einer noch besserern Ausgangssituation. “Ich habe voll auf Magnier gesetzt, was am Ende ja auch richtig gewesen wäre“, sagte Ackermann am Eurosport-Mikrofon im Ziel.

Der Grund für den Konjunktiv hieß Madis Mihkels (EF Education – EasyPost). "Der Este ist mir voll in die Karre gefahren, die sind alle bescheuert“, kommentierte Ackermann das riskante Manöver des estnischen Landesmeisters Mihkels, der ihn ihn im letzten Linksknick aggressiv von Magniers Hinterrad  verdrängt hatte.

Der ehemalige Deutsche Meister kam der Bande auf der breiten Straße gefährlich nahe und verlor dadurch Geschwindigkeit. Während Mihkels am Ende als Vierter knapp das Podium verpasste, verlor Ackermann auf dem Kopfsteinpflaster ins Ziel drei weitere Positionen.

Natürlich war der 32-Jährige enttäuscht über das Ergebnis, zugleich aber erleichtert, einem Sturz erneut entkommen zu sein. “Ich bin einfach nur froh, dass ich auf dem Rad bleiben konnte und meine Haut noch habe. Ich war heute sehr nervös, weil den ganzen Tag nichts passiert ist", sagte er.

Eurosport-Experte Rolf Aldag sieht genau darin den Unterschied zwischen Ackermanns früheren Top-Platzierungen und seinem bisherigen Saisonverlauf. “Das ist das Alter. Du willst einfach irgendwann auf dem Rad nicht mehr sterben“, sagte Aldag im Velo Club nach der Etappe.

Aldag sieht Grund für die fehlenden Ergebnisse nicht in der Form

“Wenn du 21 bist, ist das dem Fahrer völlig egal, da hältst du halt dagegen. Wenn der dir reinfährt, ist das Motto: ‘Dann fallen wir halt beide hin.‘ Als Sprinter hast du irgendwann die Routine und Klasse, aber du gewinnst nicht, wenn du dazu nicht mehr bereit bist.“

Der ehemalige Sportliche Leiter von Red Bull – Bora – hansgrohe macht dem deutschen Sprinter jedoch keinen Vorwurf. Eine solche Entwicklung mache jeder durch. Außerdem ist Ackermann vor kurzem Vater geworden. Laut Aldag hat er aber immer noch die Beine für ein Top-Ergebnis.

In dieser Saison war Ackermann nur bei der Bredene Koksijde Classic (1.Pro) als Zweiter hinter Dylan Groenewegen (Unibet - Rose Rockets) knapp am Sieg dran gewesen. Daneben verbuchte Ackermann noch einen dritten Platz auf der 2. Etappe der AlUla Tour (2.Pro).

Ackermann sieht seine Chancen in der ersten Giro-Woche

Der Pfälzer selbst glaubt an seine Chancen in den nächsten Giro-Tagen. “Ich mag die leichten Etappen nicht. Ich freue mich auf die nächste Woche. Da gibt es ein paar härtere Etappen, und dann werde ich da sein“, kündigte er selbstbewusst an.

Noch am Sonntagabend werden die Fahrer mit dem Flieger nach Italien gerbacht. Am Montag gibt es wegen des Transfers einen Ruhetag. “In der nächsten Woche hat man dann schon ein paar Tage in den Beinen. In Italien wird der klassische Giro erst losgehen", sagte Ackermann.

Schon am Dienstag könnte sich für die bergfesten Sprinter eine neue Chance bieten. Der Anstieg in der Mitte der Etappe ist deutlich länger als noch am Sonntag. Dieses Profil könnte Ackermann liegen. Hoffentlich macht dann kein Este wieder etwas “völlig Verrücktes.“

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