Giro-Abschluss in Bulgarien endet im Massensprint

Milan zu früh, Groenewegen zu spät – Magnier timt perfekt

Von Kevin Kempf

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Paul Magnier bejubelt in der bulagrischen Hauptstadt Sofia seinen zweiten Etappensieg beim diesjährigen Giro. | Foto: Cor Vos

10.05.2026  |  (rsn) – Paul Magnier hat am dritten Tag des 109. Giro d’Italia zum zweiten Mal zugeschlagen. Der Franzose gewann nach 175 ereignisarmen Kilometern zwischen Plovdiv und Sofia knapp vor Dylan Groenewegen (Unibet – Rose) und Jonathan Milan (Lidl – Trek). Auf dem vierten Platz landete Madis Mihkels (EF Education – EasyPost) vor Matteo Malucelli (XDS – Astana)- Pascal Ackermann (Jayco - AlUla) wurde wie zum Auftakt Siebenter.

Magnier feierte seinen zweiten Tageserfolg in drei Tagen. “Wir hatten den Plan, einen Kilometer vor dem Ziel in guter Position zu sein. Das haben wir dann umgesetzt“, so Magnier, dessen Mannschaftskollegen allerdings nicht an der Spitze des Feldes zu sehen waren. Den Sprint angefahren hat Unibet für Groenewegen und Milan probierte früh davon zu profitieren. Diese Drei machten dann den Sieg unter sich aus – und sie lagen auf dem Zielstrich ganz nah zusammen. “Ich war mir dann nicht sicher, ob ich die Etappe gewonnen habe. Zuerst habe ich gejubelt, aber dann kurz gezögert. Aber jetzt habe ich gewonnen und bin wirklich glücklich.“

Da ein Ausreißertrio sich im Finale überraschend stark zur Wehr setzte und erst auf dem letzten Kilometer gestellt wurde, war neben dem Soudal-Zug auch der von Lidl nicht mehr zu sehen. Milan trat früh an und am Ende fehlten ihm einige Zentimeter auf Magnier. “Wir haben versucht, dass wir nicht eingeklemmt werden. Dann wollten wir unsere Stärke nutzen und in der richtigen Position sein. Ich glaube, wir haben alles richtig gemacht“, urteilte Lidl-Anfahrer Simone Consonni am Eurosport-Mikrofon. “Dann habe ich Jonathan 700 Meter vor dem Ziel abgesetzt. Es ist immer noch früh in der Rundfahrt. Unser Level wird besser. Wir sind immer noch hier und das ist wichtig“, meinte er weiter.

Unibet – Rose hatte auf dem letzten Kilometer die Oberhand. Groenewegen wurde der Sprint angezogen, doch bevor der Niederländer selbst angehen konnte, schoss Milan an ihm vorbei. “Ich hatte den Speed, aber ich bin zu spät losgefahren. Das Team hat einen guten Job gemacht. Das, was am ersten Tag ein bisschen gefehlt hatte, haben wir heute gut gemacht. Ich hätte einfach losfahren müssen 300 Meter vor dem Ziel. Das war dumm“, äußerte sich der Groenewegen gegenüber Eurosport selbstkritisch.

An der Spitze des Klassements änderte sich nichts. Thomas Silva (XDS - Astana) führt weiter sechs Sekunden vor Florian Stork (Tudor) und Egan Bernal (Netcompany – Ineos Grenadiers). Das Punktetrikot bleibt bei Magnier. Diego Pablo Sevilla (Polti – VisitMalta) baute seine Führung in der Bergwertung ein weiteres Mal als Ausreißer aus. Bester Nachwuchsfahrer ist weiterhin der Gesamtführende.

So lief die 3. Etappe des Giro d’Italia:

Das erfolgreiche Prozedere der letzten Tage wiederholte Sevilla ein weiteres Mal. Direkt nach dem Startschuss machte er sich auf den Weg und auch am dritten Tag bekam er italienische Begleiter; dieses Mal allerdings sogar zwei. Zum einen zog sein Teamkollege Alessandro Tonelli mit, zum anderen hatte Manuele Tarozzi (Bardiani – CSF – 7 Saber) nach einem Tag Pause Lust auf Runde 2. Maximal wurden dem Trio drei Minuten gegönnt.

Im Feld formierten sich die Sprinterteams, beim von Tarozzi gewonnenen Zwischensprint in Dolna Banya wurde deutlich, dass nur Jonathan Milan (Lidl – Trek) Interesse am Punktetrikot hat. Er durfte sich den vierten Platz sichern. Am Borovets Pass (2.Kat.) sammelte Sevilla die 18 Punkte ein. Bei keiner der Zwischenwertungen wurde um die Punkte gekämpft.

Das Streckenprofil der 3. Etappe des Giro d’Italia | Foto: Veranstalter

Auf dem langen Weg hinab nach Sofia passierte nichts. Tudor versäumte es, die Ausreißer vor dem Red Bull Sprint 13 Kilometer vor dem Ziel einzuholen und Stork eine Chance zu geben, ins Rosa Trikot zu spurten. Tarozzi sprintete als Erster über den Wertungsstrich, das Feld lag in diesem Moment 30 Sekunden hinten. Auch auf den letzten zehn Kilometern auf breiten Straßen wurde der Abstand nur langsam kleiner.

Das Trio wurde erst 500 Meter vor dem Ziel gestellt, als Unibet – Rose doch noch einen kleinen Leadout-Zug aufstellen konnte. Vom Hinterrad der Franzosen lancierte Milan früh seinen Sprint und schloss damit Groenewegen ein. Magnier saß am Hinterrad des Italieners und zog an ihm vorbei, Groenewegen kam noch auf – tat das aber zu spät.

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