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18.05.2026 | (rsn) – Nach seinem Sturz in die Heckscheibe des UAE-Begleitfahrzeugs auf der 5. Etappe zeigt Mathys Rondel (Tudor) weiterhin eine starke Leistung bei seiner Grand-Tour-Premiere. Auf dem neunten Tagesabschnitt belegte er den siebten Platz, nur 46 Sekunden hinter Tagessieger Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike). Im Ziel war der Franzose dennoch nicht ganz zufrieden mit seiner Leistung.
Bereits am Blockhaus zwei Tage zuvor überraschte Rondel mit dem sechsten Rang. Im Gesamtklassement rückte er nach der zweiten Bergankunft nun auf den achten Platz vor. Allerdings rechnen er und sein Team mit einem Zeitverlust im langen Einzelzeitfahren am Dienstag. In der letzten Woche stehen jedoch noch einige harte Bergetappen an, auf denen Rondel sich wieder nach vorne arbeiten könnte.
Rondel war vor seinen Auftritten beim diesjährigen Giro d’Italia wohl nicht jedem Radsportfan bekannt. Mit dem fünften Gesamtrang bei der Tour of the Alps (2.Pro) ließ er aufhorchen. Seine Aussagen im Ziel der 9. Etappe der Italien-Rundfahrt zeigen, dass die Ansprüche des 22-Jährigen an sich selbst mittlerweile gestiegen sind.
“Ich bin mir nicht sicher, ob es heute super war. Ich hatte mir mehr gewünscht im Vergleich zu den anderen Etappen, die wir schon hatten“, sagte er bei Eurosport. “Nach dem Blockhaus dachte ich, dass ich heute besser sein kann.“ Dort belegte er hinter Vingegaard, Felix Gall (Decathlon – CMA CGM), dem Red-Bull-Duo Jai Hindley und Giulio Pellizzari sowie Ben O’Connor (Jayco – AlUla) den sechsten Platz.
Zwei Tage später konnte er auf den letzten Kilometern zur Bergankunft Corno alle Scale diese Fahrer hinter sich lassen. Trotzdem reichte es “nur“ zum siebten Platz im Tagesklassement. Rondel sieht darin wohl eine kleine Niederlage - vielleicht die Folge von etwas Übermut: “Heute wollte ich vielleicht etwas zu viel, am Ende hatte ich sehr zu kämpfen.“
Für das am Dienstag anstehende 42 Kilometer lange Einzelzeitfahren an der italienischen Riviera erwartet Rondel, dass er wieder etwas Zeit verlieren wird. “Ich bin noch am Lernen und noch nicht der Beste darin. Ich werde sehen, wo ich stehe im Vergleich zu den anderen Kapitänen", erklärte er. Mit Blick auf das Gesamtklassement, in dem er übrigens drei Positionen vor seinem etatmäßigen Kapitän Michael Storer geführt wird, sind vor allem die direkt hinter ihm liegenden O’Connor und Pellizzari stärker einzuschätzen. Hinter Pellizzaris Verfassung steht nach seinen gesundheitlichen Problemen am Sonntag jedoch ein Fragezeichen.
Bisher kann Rondel kaum Ergebnisse auf dem Zeitfahrrad vorweisen. Auf der 4. Etappe der Skoda Tour de Luxembourg (2.Pro) verlor er auf einem etwas hügeligeren Kurs als Elfter fast eineinhalb Minuten auf den Sieger. Aber in den kommenden zwei Wochen stehen beim Giro noch vier Bergankünfte sowie einige hügelige Etappen an, die für das Gesamtklassement ebenfalls wichtig sein können.
Nach seinen bisherigen Leistungen ist es gut möglich, dass Rondel den erwarteten Zeitverlust dort wieder wettmacht. An einen Platz unter den ersten Fünf im Gesamtklassement nach 21 Etappen will er jedoch noch nicht denken. “Es ist großartig in dieser Position zu sein, aber es ist noch ein weiter Weg vor mir. Wir werden sehen, wer zuerst einbricht. Ich werde versuchen, so lange wie möglich meine beste Performance zu zeigen", sagte Rondel abschließend.