Die Stimmen zur 18. Etappe des Giro d’Italia

Zwiehoff: “Jetzt kann das Wochenende kommen“

Von Kevin Kempf

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Ben Zwiehoff (Red Bull - Bora - hansgrohe) | Foto: Cor Vos

28.05.2026  |  (rsn) – Sprinter oder Ausreißer, so lautete die Frage vor der 18. Etappe und als nach einer aktiven Anfangsphase nur vier Fahrer die Gruppe des Tages bildeten war klar, dass das Peloton die Muro di Ca' del Poggio gemeinsam in Angriff nehmen würde. Dort setzten sich rund 15 Kletterer ab, von denen sich der zuvor bei der Verpflegung schwer gestürzte Afonso Eulalio (Bahrain Victorious) und Johannes Kulset (Uno-X Mobility) mit noch sechs zu fahrenden Kilometern lösten. Kurz vor dem Teufelslappen rollte alles wieder zusammen und es kam in Pieve di Soligo zum Massensprint, den Paul Magnier (Soudal – Quick-Step) nach toller Vorarbeit von Jasper Stuyven souverän gewann.

In unserem Stimmensammler können Sie nachlesen, was die Protagonisten zum Rennen zu sagen hatten.

Die Stimmen zur 18. Etappe des Giro d’Italia:

Paul Magnier (Soudal – Quick-Step / Sieger / Ziel-Interview): “Ich hatte nicht erwartet, heute meinen dritten Sieg zu holen. Ich muss mich bei meinem Team für sein Vertrauen in mich danken. Heute früh hatte ich selbst noch gar kein Vertrauen. Ich wurde am ersten Anstieg sogar abgehängt. Meine Teamkollegen haben mir am letzten Anstieg geholfen und sie haben dafür gesorgt, dass es ein Sprint wird. Darum bin ich unglaublich glücklich, dass ich heute gewonnen habe. Durch das Adrenalin kann ich mich gar nicht ans Finale erinnern. Ich kann nur meinem Team danken, dass sie alles zusammengebracht haben und Jasper (Stuyven) ist ein fantastisches Leadout gefahren.“

Edoardo Zambanini (Bahrain Victorious / Zweiter / Eurosport):“Ich wollte heute eine gute Leistung zeigen. Es war bisher ein fantastischer Giro für mich mit toller Moral im Team. Ich möchte ihm dafür danken. Wir waren sehr stark und deswegen bin ich sehr glücklich heute. Ich habe versucht, so gut es geht, über die Wand zu kommen. Ich wollte so nah wie möglich an der Spitze dranbleiben, an einer guten Position. Ich wusste, dass es sehr technisch wird, und ich habe mir selbst eine gute Chance gegeben. Magnier hat seine Erwartungen übertroffen. Er war vorne vertreten und ich habe einfach mein Bestes gegeben.“

Jonathan Milan (Lidl - Trek / Dritter / Eurosport): “Es kein einfacher Tag. Es war keine hundertprozentige Sprintetappe. Wir haben von Anfang an probiert zu kontrollieren und die Jungs haben einen fantastischen Job gemacht. Ich muss mich bei ihnen entschuldigen, dass ich nicht das erwünschte Resultat erzielen konnte. Nach so einem großen Effort hätten sie das gebraucht. Wir haben unser Bestes gegeben und es war mein Fehler, dass ich in der letzten Kurve in vier Position war. Ich hätte direkt hinter Magnier bleiben sollen.“

Corbin Strong (NSN / Fünfter / Eurosport): “Mein Team ist den ganzen Tag über gut gefahren. Ich habe immer an mich geglaubt. Heute fühlte ich mich sehr privilegiert, mit ihnen gemeinsam gefahren zu sein. Unglücklicherweise hätte das Tempo über den Anstieg etwas härter sein müssen. Normalerweise, wenn das Tempo perfekt ist, sollte ich nicht als Fünfter in der Gruppe fahren. Der Anstieg war nicht hart genug. Magnier und Milan sprinten sehr gut. Sie waren heute sehr motiviert und sind sehr stark gefahren.“

Jasper Stuyven (Soudal – Quick-Step / Zwölfter / Eurosport):“Das war nicht der Plan, den wir heute Morgen besprochen haben, aber manchmal zahlt sich auch das aus. Als er (Magnier) da war, mussten wir ihn nur in die richtige Position in die letzte Kurve bringen, weil es auch bergab ging. Es war etwas chaotisch, aber wir haben uns im richtigen Moment gefunden.“

Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike / 46. / CyclingPro.net): “Ich habe dieses Szenario, dass die Sprintermannschaften alles kontrollieren, nicht erwartet. Sie haben einen guten Job gemacht und verdienen den Sieg. Es war beeindruckend, wie sie mit der Situation umgegangen sind.“

Franco Pellizotti (Sportlicher Leiter Bahrain Victorious / Eurosport): “Wir wissen nicht, was passiert ist. Das lag nicht so hoch. Er (Eulalio) hat den Verpflegungsbeutel selbst abgenommen, aber das war keine gute Idee. Seine Attacke im Finale war nicht geplant, aber als die Etappe sich so entwickelt hatte, hatten wir ein Auge auf Narvaez. In einem Finale wie diesem ist Afonso großartig. Er hat es probiert. Das war vermutlich auch nicht die beste Idee. Für den Kopf ist es aber so vermutlich doch besser.“

Johannes Kulset (Uno-X Mobility / 25. / Eurosport): “Ich habe gespürt, dass ich noch etwas Kraft in meinen Beinen hatte und habe dann gewartet, bis jemand attackiert, weil ich wusste, dass Konterattacken immer besser sind. Es war eigentlich das perfekte Szenario für mich, aber dann war die Gruppe dahinter leider zu groß. Es war bisher nicht die beste Grand Tour für mich. Es gab viele Auf und Abs und in meinen Beinen hat es ein bisschen an etwas gefehlt. Die letzte Woche habe ich mich immer besser gefühlt, aber ich konnte nie in die Gruppe gehen, weil Visma mir immer gefolgt ist aufgrund des Weißen Trikots.“

Ben Zwiehoff (Red Bull – Bora - hansgrohe / 57. / Eurosport): “Es war natürlich wieder ein Riesenstress, da mit dem ganzen Bunch reinzufahren. Es war den ganzen Tag klar, dass es hektisch wird. Unsere Jungs haben wieder super geliefert. Ich habe sie drei Kilometer vorher ein bisschen verloren und musste mich vorkämpfen. Das hat aber ganz gut funktioniert und wir waren zu dritt in der zweiten Gruppe. Das Ziel war möglichst lange bei Jai zu bleiben, falls er einen Defekt hat. Es war alles gut und jetzt kann das Wochenende kommen.“

Maximilian Walscheid (Lidl - Trek / 142. / Eurosport): “Wir haben uns das Tempo gut eingeteilt und die Ausreißer in einem guten Moment zurückgeholt. Ich muss sagen, dass ich es ziemlich beeindruckend finde, dass Johnny hier Dritter wird. Um den heutigen Plan überhaupt auszuarbeiten, brauchte man schon Grinta. Die meisten Leute haben nicht an einen Sprint geglaubt, wir nicht. Wir haben nicht gewonnen, waren aber nah dran. Platz drei finde ich fantastisch.“

Geert Van Bondt (Sportdirektor Soudal – Quick-Step / Eurosport): “Wir haben gehört, dass es im Finale regnet, und haben unseren Fahrern gesagt, dass sie vorsichtig sein sollen. Wir haben dann einen wie Jasper, der so viele Talente hat und so viel Erfahrung. Wenn jemand wie er neben einem jungen Fahrer wie Paul ist, ist das ganz wichtig. Wir wussten, dass es ganz wichtig ist, die letzte Kurve auf der rechten Seite zu fahren. Wenn Paul aus dem Hinterrad des Vordermanns rausfährt, ist es schwer, ihn zu schlagen.“

Gregory Rast (Sportlicher Leiter Lidl – Trek / Eurosport): “Ich bin enttäuscht, weil ich denke, dass das Team vollen Einsatz gezeigt hat. Am Ende hat es nicht geklappt, aber wir sind trotzdem stolz darauf, wie wir heute gefahren sind. Wir brauchen aber immer noch den Sieg. Johnny (Milan) hat einen guten Anstieg gezeigt. Er weiß, was er tun kann und was nicht. Die Idee war es, die Straße etwas zu blockieren, damit der Anstieg etwas kürzer wird. Dann sind aber ein paar Fahrer weggefahren. Er war sehr lang dabei, aber am Gipfel haben wir im Fernsehen gesehen, dass er eine kleine Lücke hatte."

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