Große Medienrunde im Höhencamp

Lipowitz schwitzt in Spanien für die Tour: “Lieber zu warm, als zu kalt“

Von Felix Mattis

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Florian Lipowitz (Red Bull - Bora - hansgrohe) | Foto: Cor Vos

28.05.2026  |  (rsn) – Seit anderthalb Wochen frönt Florian Lipowitz der südspanischen Hitze. In der Sierra Nevada verbringt der Tour-de-France-Dritte des vergangenen Jahres sein insgesamt dreieinhalb Wochen langes Höhentrainingslager, in dem der letzte richtig große Trainingsblock mit Blick auf die am 4. Juli in Barcelona beginnende Frankreich-Rundfahrt absolviert wird.

"Viereinhalb Stunden mit Intervallen bei 35 oder 36 Grad" hat Lipowitz dort am Donnerstag absolviert. "Ganz schön kräftezehrend", gab er zu, erklärte aber auch, dass er das mag: "Wir können uns hier auf sehr warmes Wetter vorbereiten und dann macht es mir auch bei der Tour nichts aus, wenn es richtig heiß wird – lieber zu warm als zu kalt."

Nach dem harten Training saß Lipowitz am Donnerstagabend vor einem Bildschirm, auf dem er in vielen kleinen Kacheln genauso viele kleine Gesichter vor sich hatte: Medienvertreter. Der 25-Jährige nahm sich Zeit für eine große, 45-minütige Online-Interviewrunde, aus der der allergrößte Teil der Aussagen stammen wird, die man in den kommenden Wochen in den Gazetten in Deutschland und auch auf radsport-news.com von ihm wird lesen können.

Denn bis auf ganz wenige Exklusiv-Interviews und seinen Auftritt bei der Slowenien-Rundfahrt (2.Pro / 17.-21. Juni) soll es nun bis zur Anreise zum Grand Départ Anfang Juli ruhig um 'Lipo' werden. Sein Team Red Bull – Bora – hansgrohe hat bewusst mit viel Vorlauf vor der Tour einen großen Medientermin geplant, um dem deutschen Hoffnungsträger ansonsten eine möglichst ungestörte und aufs Wesentliche konzentrierte Vorbereitung für die "Große Schleife" zu ermöglichen.

Über Sierra Nevada, Slowenien und Kühtai zur Tour

Bis zum 10. Juni bleibt Lipowitz, so der Plan, in der Sierra Nevada, danach geht es für einige Tage nach Hause nach Seefeld in Tirol bevor besagte Tour of Slovenia ansteht. Die habe man als letztes Vorbereitungsrennen ausgewählt, weil man hoffe, "dass die Rundfahrt etwas ruhiger ist, ohne allzu große Erwartungen, ohne zu viel Stress", so Lipowitz. Nach Slowenien folgt noch einmal ein rund einwöchiges Höhencamp. Das wird dann aber nicht mehr in Südspanien stattfinden, sondern quasi direkt vor der Haustür in Kühtai gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, der Mountainbikerin Antonia Weeger.

Auch aktuell ist der gebürtige Schwabe nicht allein in der Höhe. Mit dabei in der Sierra Nevada sind die Slowenen Primoz Roglic und Jan Tratnik sowie die Belgier Maxim Van Gils, Gianni Vermeersch und Remco Evenepoel, der zweite Teil der geplanten Doppelspitze des Red-Bull-Teams für die Tour. Dass die Höhencamp-Truppe auch komplett zur Tour fahren wird, das wollte am Donnerstag auf Nachfrage von RSN natürlich noch niemand bestätigen. Der finale Tour-Kader wird, wie immer, erst Ende Juni bekanntgegeben.

Tour-Kader? "Hätte gern noch einen deutschen Fahrer an der Seite"

Lipowitz verriet aber, dass er und Evenepoel in Sachen Zusammensetzung des Tour-Kaders auch gefragt und immer wieder mal zur Seite genommen werden – und, dass er auch einen Wunsch hätte: "Am Ende hätte ich natürlich immer gern noch einen deutschen Fahrer an der Seite. Das ist manchmal ein bisschen einfacher in den drei Wochen, wenn man manchmal auch ein Wort auf Deutsch wechseln kann", erklärte er und nannte konkret als Beispiel Nico Denz – wohlwissend, dass bei dem erst einmal abgewartet werden müsse, wie er nach seinem Sturz aus dem Giro d'Italia herauskommt und wie er sich erholen wird.

"Aber grundsätzlich haben wir insgesamt eine gute Stimmung im Team - egal mit welchen Fahrern wir am Ende bei der Tour am Start stehen werden", sagte Lipowitz aber auch und meinte: "So ein Höhentrainingslager, wenn man hier zu sechst oder siebt jeden Tag trainiert, isst und die Zeit verbringt, schweißt natürlich auch zusammen."

"Sie wissen ja mehr über meine Vorfahren als ich selbst"

Besonders auf die Harmonie mit Evenepoel wurde Lipowitz selbstverständlich auch mehrmals angesprochen. Die angedachte Doppelspitze mit dem Neuzugang des Teams und Tour-Dritten von 2024 war bereits beim Medientag im Dezember Kernbestandteil des allgemeinen Fragenkatalogs und beschäftigte auch weiterhin. "Ich glaube es läuft ziemlich gut. Wir haben in Katalonien gut zusammen funktioniert und die Stimmung ist auch immer gut, wenn wir zusammen sind", meinte Lipowitz – was hätte er auch sonst sagen sollen?

Insgesamt wirkte Lipowitz am Donnerstag sehr aufgeräumt und entspannt, ging freundlich auf jedes Thema ein und musste bei einer sehr konkreten Frage zu den slowenischen Wurzeln seiner Familie schmunzelnd zugeben: "Sie wissen ja mehr über meine Vorfahren als ich selbst!"

radsport-news.com wird die kompletten Inhalte der Presserunde vom Donnerstagabend in den kommenden Tagen nach und nach für seine Leser und Leserinnen aufbereiten.

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