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02.06.2026 | (rsn) – Anna van der Breggen (SD Worx – Protime) hat ein dickes Ausrufezeichen beim Giro d’Italia Women (2.WWT) gesetzt. Die 36-Jährige gewann das Bergzeitfahren über 12,7 Kilometer auf der 4. Etappe in 31:38 Minuten mit 64 Sekunden Vorsprung auf die Zweite Marlen Reusser (Movistar) und Demi Vollering (FDJ United – Suez), die nochmal sechs Sekunden langsamer war.
Mit ihrer Fabelzeit übernahm van der Breggen auch das Rosa Trikot von Elisa Balsamo (Lidl – Trek), die nach drei Etappensiegen am Stück auf ungeliebtem Terrain in den Ruhemodus geschaltet hatte und auf den letzten Plätzen ins Ziel schipperte. Die Top 3 des Tages bilden in dieser Reihenfolge und gleichen Abständen auch die neue Spitze der Gesamtwertung.
Das fühlt sich natürlich richtig gut an. Ich habe das wirklich nicht erwartet - es ist unglaublich, ich bin wirklich happy", sagte die Siegerin in einer ersten Reaktion im Ziel. "Ich habe die letzten zwei Jahre sehr hart gearbeitet, um an diesen Punkt wieder zu kommen. Und jetzt hier heute so zu gewinnen, das bedeutet mir sehr, sehr viel."
Eine gute Vorstellung zwischen Belluno und Nevegal lieferte auch Antonia Niedermaier (Canyon - SRAM) ab. Die 23-Jährige wurde auf der Strecke, die einen 7,5 Kilometer langen Anstieg mit mehr als acht Prozent Steigung im Schnitt, beinhaltete, mit 1:26 Minuten Rückstand Tagesvierte. Auch sie findet sich in eben jener Position im Gesamtklassement wieder.
Van der Breggen feierte beim Giro derweil den 65. Sieg ihrer Karriere und den dritten seit ihrem Comeback. Als sie 2021 ihre aktive Laufbahn zunächst beendete, war der Giro-Gesamtsieg ihr vorerst letzter Erfolg. Eingefahren hatte sie ihn unter anderem durch einen Zeitfahrsieg auf der 4. Etappe.
"Das Trikot zu holen ist die eine Sache, aber es bis zum Schluss zu tragen eine andere schwere Aufgabe", sagte die Niederländerin; zum 100. Mal in der Giro-Geschichte trägt es nun sie oder eine ihrer Landsfrauen. "Es kommen noch viele harte Etappen und jetzt gerade beginnt es zu regnen und das wird es in den nächsten Etappen auch tun. Ich weiß, dass viel passieren kann und es wirklich schwer wird, das Trikot zu verteidigen. Aber Ziel 1 ist jetzt erreicht und das feiern wir jetzt."
Feiern könnte van der Breggen auch weiterhin das Blaue Trikot für die Bergbeste. Der vom Veranstalter gestellte Castelli-Rennanzug hat sie offenbar nicht beeinträchtigt. Balsamo verteidigte die Punktewertung und wird künfig auch im entsprechenden Ciclamino-Trikot unterwegs sein. Beste Nachwuchsfahfrerin ist Isabella Holmgren (Lidl - Trek), die als Tages- und Gesamtzehnte 1:55 Minuten Rückstand auf van der Breggen aufweist.
143 Frauen nahmen das Bergzeitfahren des Giro in Angriff. Den Anfang machte Ilaria Marinetto (Mendelspeck E-Work), die Erste im Ziel war aber Becky Storrie (Picnic PostNL). Die Zeit der Britin war mit 35:57 Minuten zunächst deutlich schneller als die der Konkurrenz, schon nach den ersten zehn Fahrerinnen taten sich Abstände im Ziel von mehr als zehn Minuten auf.
Das Profil der 4. Etappe des Giro d’Italia Women | Foto: Veranstalter
Es war Valentina Venerucci (Aromitalia Vaiano), die eine halbe Stunde nach Storrie ins Rennen ging - gestartet wurde zunächst im 90-Sekunden-Rhythmus, der zu den Top 15 auf drei Minuten erweitert wurde – und ihr die Bestzeit um 26 Sekunden abjagte. Die Frau aus San Marino musste später für Solène Muller (St Michel - Preference Home - Auber93) vom Hot Seat weichen. Was die Zeit der Französin wert war, zeigte unter anderem das Abschneiden von Marion Bunel (Visma – Lease a Bike), die die Zeit ihrer Landsfrau nicht unterbieten konnte. Urska Zigart (AG Insurance – Soudal) gelang es hingegen. Und zwar gleich um mehr als eine Minute.
Als Erste der Favoritinnen ging Reusser ins Rennen. Mit dem Straßenrad gestartet, machte sie vor allem im Bergteil des Tages viel Zeit gut. 50 Sekunden nahm sie Zigart noch ab. Am nahesten kam dieser Zeit zunächst Niedermaier, die 22 Sekunden langsamer war als Reusser. Auch Monica Trinca Colonel (Liv – AlUla – Jayco) blieb im Bereich von einer halben Minute Rückstand.
Auch Vollering konnte Reusser nicht von der Spitze verdrängen, sechs Sekunden fehlten. An der Zwischenzeit, die vor dem Anstieg genommen wurde, hatte die Niederländerin noch sechs Sekunden Vorsprung. Doch dann kam van der Breggen. Schon an der Zwischenzeit mit 42 Sekunden Vorsprung, baute sie den Abstand im Ziel auf mehr als eine Minute aus. Elisa Longo Borghini (UAE – ADQ), die noch zum Favoritenkreis gehört hatte, musste fast zwei Minuten Rückstand hinnehmen.
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