Beim Giro vom unbekannten Neoprofi zum Publikumsliebling

Rex sicherte sich mit “Gesichtskirmes“ Kollegenrespekt

Von Kevin Kempf

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Tim Rex (Visma Lease a Bike) auf der 14. Etappe des Giro d´Italia | Foto: Cor Vos

05.06.2026  |  (rsn) – Nicht jedes Painface ist gleich. Während jenes von Lennart Jasch (Tudor) als “großartig“ und “fotogen“ bezeichnet wurde, sorgte das Gegenteil beim Giro d’Italia bei einem anderen deutschsprachigen Fahrer für Aufsehen. Der Belgier Tim Rex holte für Visma Lease a Bike und seinen Kapitän Jonas Vingegaard wirklich alles und mehr aus seinem Körper – und dabei entgleisten ihm mehr als nur einmal die Gesichtszüge in monumental katastrophalem Ausmaß.

So avancierte der Neoprofi zum Publikumsliebling, wofür allerdings auch sein Teamkollege Victor Campenaerts mitverantwortlich war. Der nämlich probierte in seinem täglichen Vlog den Single an die Frau zu kriegen. Das hat zwar nicht geklappt, dafür trug Rex mehr als nur einen kleinen Stein zum Gesamtsieg seines Kapitäns bei. "Es ist einfach unbeschreiblich. Diese Rundfahrt werde ich nie vergessen", kommentierte der 22-Jährige in einem Radio-Interview beim Belgischen Rundfunk.

Dabei hätte es auch schnell anders ausgehen können, denn auf der 2. Etappe in Ungarn war T-Rex in den berüchtigten Massensturz verwickelt. "Wir sind bergab knapp 70 km/h gefahren. Einer vorne ist weggerutscht, dann gibt es kein Zurück mehr", erinnerte sich. Schon am zweiten Tag wurde fast die halbe Mannschaft von UAE – Emirates – XRG ausgeschaltet, Rex erging es besser. "Ich hatte echt Glück im Unglück."

T-Rex-T-Shirts

So konnte er unzählige Kilometer an der Spitze des Pelotons abspulen – und dabei sein Painface etalieren. Das wurde auf der 14. Etappe von den Kameraleuten so gut eingefangen, dass Rex zum internationalen Phänomen, sowohl im Netz als auch in den Print- und Fernsehmedien, wurde. "Eigentlich kann man das nur cool finden. Die Leute finden das, was ich mache, cool", sagte er. Ein kleiner Hype begann, Fans riefen seinen Namen und ließen T-Rex-T-Shirts drucken. "Das fühlt sich eigentlich surreal an. Vor dem Giro kannten mich wahrscheinlich noch nicht so viele."

Trotz des Painface-Fames bleibt der jüngere Bruder von Klassiker-Spezialist Laurenz Rex (Soudal – Quick-Step) aber natürlich auf dem Boden. “Das interessiert mich nicht so wirklich. Mein Ziel ist, schnell Rad zu fahren. Ich bin auch nicht der einzige, der ein bisschen Gesichtskirmes hat, wenn er richtig leidet. In dem Moment war die Kamera auf mich gerichtet. Es wurde gesehen – und ja…die Leute finden es cool, das zu sehen. Ich weiß es nicht“, zeigte er sich etwas ratlos.

Thomas Voeckler wurde in den besten Zeiten vorgeworfen, extra für die Kamera seine Gesichtskirmes mit ein paar zusätzlichen Attraktionen auszuschmücken. Ein ähnlicher Verdacht kam bei Rex nicht auf – auch nicht im Peloton. “Ich habe da auch Respekt bekommen. Es ist keine Show. Ich bin die ganze Zeit gefahren und die Tür vom Peloton stand offen. Die haben gesagt, sie finden es geil. Man würde bei mir wirklich sehen, wie weh das eigentlich tut“, paraphrasierte der Raerener seine Kollegen.

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