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06.06.2026 | (rsn) - Demi Vollering (FDJ United – Suez) hat die verkürzte Königsetappe des Giro d’Italia Women (2.WWT) gewonnen. Wegen einer auf die Straße abgerutschten Schneeplatte wurde der Zielstrich auf einen Kilometer vor der eigentlichen Bergwertung am Colle delle Finestre vorverlegt. Die Abfahrt und die Auffahrt nach Sestriere entfielen somit.
Nach 76 Kilometern war die Niederländerin auf den letzten 300 Metern schneller als ihre drei Begleiterinnen Isabella Holmgren (Lidl – Trek), Antonia Niedermaier (Canyon – SRAM) und Anna van der Breggen (SD Worx – Protime). Die Weltmeisterin von 2018 und 2020 verteidigte ihr Rosa Trikot souverän und wird am Sonntag aller Wahrscheinlichkeit nach ihren fünften Gesamtsieg bei der Italien-Rundfahrt feiern. Tagesfünfte wurde Femke de Vries (Visma – Lease a Bike) vor Marlen Reusser (Movistar), die früh zurückgefallen war.
Für Vollering war es der zweite Tagessieg beim Giro. Sie hatte schon die erste Bergetappe nach Sante Stefano di Cadore zu ihren Gunsten entschieden. Wie an jenem fünften Tag der Rundfahrt blieben die besten vier Kletterinnen des Rennen auch dieses Mal zusammen. So gewann die Siegerin auf van der Breggen lediglich fünf Sekunden plus die fünf Bonussekunden.
Niedermaier fuhr erneut ein sehr starkes Rennen und geriet nie in Schwierigkeiten. Einen eigenen Angriff probierte die Deutsche allerdings nicht. Dem Schlusssprint von Vollering war sie nicht gewachsen.
Im Klassement behauptet van der Breggen 50 Sekunden auf Vollering. Niedermaier folgt mit 1:20 Minuten Rückstand. 35 Sekunden hinter der Canyon-Athletin lauert Holmgren, die weiter beste Nachwuchsfahrerin ist. Elisa Balsamo (Lidl – Trek) verteidigte das Punkte-Trikot, van der Breggen jenes der Bergwertung.
Im flachen Anlauf zum Finestre lösten sich 16 Fahrerinnen um die beiden Besten des gestrigen Tages, Celia Gery (FDJ United – Suez) und Lucinda Brand (Lidl – Trek). Diese Gruppe spielte aber keine Rolle, denn Gerys Teamkolleginnen schlugen als es in den Berg ging, ein hohes Tempo an und holten sie gut 40 Kilometer vor dem Ziel zurück.
Reusser hatte da schon mehrmals Probleme angemeldet, während noch circa 15 Athletinnen in der Favoritengruppe saßen. Als die 35,4 Kilometer vor dem Ziel die Schotterstraßen erreichten, hatte Lauren Dickson für ihre Kapitänin Vollering lediglich sechs Fahrerinnen am Hinterrad.
Das Streckenprofil der 8. Etappe des Giro d’Italia Women | Foto: Veranstalter
In dem Moment kam auch die offizielle Mitteilung, dass das Ziel vorverlegt wurde. Als Niedermaier das hörte, setzte sie sich an die Spitze des Septetts und erhöhte die Schlagzahl. Als Vollering einen Kilometer später angriff, lieferte sich die Deutsche ein Dragrace mit der Niederländerin. Sie wollte niemanden an sich vorbeilassen.
Erst bei einem zweiten Angriff der Weltranglistenersten suchte Niedermaier den Windschatten. Auch van der Breggen und Holmgren gingen mit. Da mussten noch rund 5 Kilometer geklettert werden. Wenig später fiel die Kanadierin in einer Spitzkehre zurück. Da Vollering aber mit ihren Versuchen ihre verbleibenden Gegnerinnen nicht abschütteln konnte, stellte sie ihre Bemühungen ein. Holmgren kehrte zurück und auch de Vries schaffte fast den Anschluss.
Dann wurde vorn aber wieder attackiert und um die Situation zu beruhigen, ging eingangs der letzten drei Kilometer die Frau in Rosa an die Spitze. Die gab sie bis zur letzten Kurve nicht mehr ab. Dort lancierte Vollering ihren Sprint, dem keine ihrer Kontrahentinnen etwas entgegenzusetzen hatte.
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