Charmig bewirbt sich für Tour-de-France-Aufgebot

Uno-X beweist mal wieder den richtigen Riecher

Von Jan Zesewitz

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Anthon Charmig (Uno-X Mobility) auf dem Weg zu seinem zweiten Sieg als Profi. | Foto: Cor Vos

08.06.2026  |  (rsn) – Es war das 2. Teilstück des Critérium du Dauphiné. Nach einer hügeligen Etappe mit einem anspruchsvollen Finale war es ein Däne von Uno-X Mobility, der auf der Ziellinie die Faust nach oben reckt. Es war das Jahr 2024 und es war Magnus Cort, der den ersten WorldTour-Sieg der norwegischen Equipe vor dem Superstar Primoz Roglic im Sprint einfuhr.

Etwas mehr als zwei Jahre später ,feierte Anthon Charmig einen weiteren Sieg für die Mannschaft bei der gleichen Rundfahrt, die inzwischen Tour de Auvergne-Rhone-Alpes (2.UWT) heißt. Der Erfolg des Dänen kam völlig anders zustande als jener seines Landsmanns, aber er verdeutlicht umso mehr die DNA des skandinavischen Teams. Es war der bereits siebte Sieg bei einem WorldTour-Rennen für Uno-X, vier davon entstanden wie jener von Charmig: aus einer Ausreißergruppe heraus.

Der 28-Jährige behielt in einer zehnköpfigen Gruppe die Ruhe, als seine Kontrahenten attackierten und setzte 13 Kilometer vor dem Ziel den entscheidenden Angriff, dem seine müden Gegner nicht mehr folgen konnten. “Der vorletzte Anstieg war etwas zu lang für meine Fähigkeiten“, erklärte der Etappensieger. “Ich habe versucht, geduldig zu bleiben und nicht in Panik zu verfallen, als sie wegfuhren. Vor allem mit Benjamin Thomas arbeitete ich gut zusammen, um zurückzukommen. Der finale Anstieg war perfekt für mich. Das war richtig gut.“

Gerade einmal zwei Wochen ist es her, dass sein Teamkollege Fredrik Dversnes den Sprintern beim Giro d’Italia in den Straßen Mailands eins auswischte und einen überraschenden Ausreißer-Etappensieg im Sprint eines Quartetts einfuhr. Ein Jahr zuvor war Jonas Abrahamsen auf der 11. Etappe der Tour de France der stärkste – und cleverste – Ausreißer in einer Gruppe mit Stars wie Mathieu van der Poel und Wout van Aert.

Die norwegische Equipe hat ein Händchen für Fluchtgruppen und maximiert damit seine Chancen als Neuling in der WorldTour, der in Sachen Budget nicht mit den Giganten des Sports mithalten kann. In diesem Jahr sammelte der Rennstall immerhin bereits sechs Siege, die entweder durch starke und robuste Sprinter oder Ausreißversuche zustande kamen.

“Wir haben einen großen Schritt als Team gemacht“, sagte Charmig. “Das ganze Team hat einen Schritt nach vorne gemacht. Die Atmosphäre im Team ist sehr gut. Wir haben so viel Spaß zusammen. Ich komme gerade direkt von einem vierwöchigen Höhentrainingslager. Wir hatten eine gute Zeit dort. Um Motivation zu sammeln, ist das das perfekte Umfeld. Das sieht man auch in den Ergebnissen.“

Ideale Voraussetzungen für die Tour

Das ist eine ideale Voraussetzung, um den Tour-Erfolg vom Vorjahr zu wiederholen. Bei einer Grand Tour gibt es immer einige Möglichkeiten für eine Fluchtgruppe – und dafür hat das Team das perfekte Personal. Unter anderem auch mit Charmig, der eine sehr gute Bewerbung abgab, um am 4. Juli in Barcelona am Start zu stehen. “Ich hoffe, dieses Ergebnis ist gut für die Fahrerauswahl. Jetzt ist es aber wichtig, einmal diesen Sieg zu genießen“, wiegelte der Etappensieger auf Nachfrage ab.

Mit Tobias Halland Johannessen peilt die Mannschaft von Thor Hushovd in Frankreich erneut eine Topplatzierung im Gesamtklassement an, die meisten anderen Fahrer im Tour-Aufgebot dürften Grünes Licht bekommen, anzugreifen, was das Zeug hält. Die Chance für Ausreißer ist bei großen Rennen oft klein, die Skandinavier zeigen mit verschiedenen Fahrern, wie man diese kleine Chance nutzen kann.

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