Tour Auvergne: Baudin verteidigt Gelb

Van Aert nutzt die letzte Chance für die Sprinter, Bauhaus Dritter

Von Marc Zeiringer

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Wout van Aert (Visma - Lease a Bike) hat die 5. Etappe der Tour Auvergne-Rhone-Alpes gewonnen. | Foto: Cor Vos

11.06.2026  |  (rsn) – Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) hat die 5. Etappe der 78. Tour Auvergne-Rhone-Alpes (2.UWT) gewonnen. Der 31-jährige Belgier setzte sich über 195,8 Kilometer von Saint-Chamond zum Parc des Oiseaux in Villars-les-Dombes im Massensprint nach perfekter Vorbereitung seines Teams souverän vor dem Franzosen Hugo Hofstetter (NSN) durch und feierte damit seinen zweiten Saisonsieg.

Stark präsentierte sich auch Phil Bauhaus (Bahrain Victorious), der als bester deutscher Profi Dritter wurde vor dem Belgier Vito Breat (Lotto - Intermarché) und dem Franzosen Henri-François Renard-Haquin (Picnic – PostNL). Mit Henri Uhlig (Alpecin – Premier Tech) auf Rang acht landete ein weiterer deutscher Sprinter in den Top Ten

“Zu gewinnen ist natürlich immer schön, besonders in einem Rennen wie diesem. Von daher bin ich sehr zufrieden mit diesem Etappensieg. Meine Form ist sicherlich nicht viel besser als zu Beginn (der Rundfahrt), aber die letzten zwei Tage waren etwas leichter und kamen mir in meiner aktuellen Form entgegen“, erklärte Van Aert, der bereits auf der 4. Etappe den Sprint des Feldes für sich entschieden hatte. Da aber waren zehn Ausreißer durchgekommen, so dass es nur zu Rang elf für den Paris-Roubaix-Gewinner gereicht hatte.

Hofstetter mit Tränen der Enttäuschung

Nach seinem Trainingssturz kurz vor dem Start der Rundfahrt und seiner Vorstellung im Teamzeitfahren, in dem er den Anschluss an seine am Ende siegreichen Mannschaftskollegen verloren hatte, war der heutige Erfolg eine offensichtliche Erleichterung.

 “Heute war es auch vor dem Start mental schwierig für mich, besonders, wenn man vor dem Start der Rundfahrt noch gestürzt ist. Ehrlich gesagt, haben meine Sprints das ganze Jahr gut funktioniert und auch in den letzten zwei Trainingswochen. Heute habe ich mich im Sprint zuversichtlich gefühlt. Aber wir sind hier in einem so harten Rennen und es sind auch nicht viele Sprinterteams am Start. So war die Frage, ob wir das Feld überhaupt kontrollieren können, wenn eigentlich 15 Teams versuchen, in die Fluchtgruppe zu kommen“, erzählte van Aert im Ziel-Interview weiter.

Bitter enttäuscht war dagegen der 32-jährige Hofstetter, der knapp den bisher größten Erfolg in seiner Karriere verpasste. “Es ist wirklich sehr schwer“, sagte der NSN-Profi und konnte Tränen nicht verbergen. “Ich wollte meine Chance wahrnehmen. Ich muss aber ehrlich sein, ich hatte nicht die Beine, um Wout zu schlagen.“

An der Spitze der Gesamtwertung gab es vor den ab morgen anstehenden drei Bergetappen keine Änderungen. Der Franzose Alex Baudin (EF Education – EasyPost) verteidigte ein weiteres Mal sein Gelbes Trikot und führt die Gesamtwertung unverändert mit je zwölf Sekunden Vorsprung auf das Netcompany-Duo Kévin Vauquelin und Oscar Onley an.

Baudins Landsmann Clément Braz Afonso (Groupama - FDJ United) bleibt in der Bergwertung vorn, der Israeli Nadav Raisberg (NSN) ist weiterhin punktbester Fahrer, Baudin wird auch als bester Nachwuchsprofi geführt. Groupama – FDJ United bleibt bestes Team.

So lief die 5. Etappe der Tour Auvergne-Rhone-Alpes:

Kurz nach dem Start lösten sich Pepijn Reijnderink (Soudal - Quick-Step), Thibault Guernalec (TotalEnergies), Julen Arriola-Bengoa (Caja Rural - Seguros RGA), Felix Engelhardt (Jayco - AlUla), Hugo Houle (Alpecin - Premier Tech) und Robbe Dhondt (Picnic - PostNL). Sie fuhren sich schnell einen Vorsprung von knapp drei Minuten heraus. Reinderink sicherte sich die beiden Bergwertungen der 4. Kategorie, zunächst an der Cote de la Croix Blanche und kurz darauf am Col de la Gachet, wo sich das Denkmal zu Ehren des 2003 auf der 2. Etappe von Paris-Nizza tödlich verunglückten Andrei Kivilev befindet.

Die Sprinterteams wie Visma, Cofidis oder Tudor begrenzten aber frühzeitig den Rückstand und hielten das Sextett in der Folge an der kurzen Leine. Nachdem der Abstand zwischenzeitlich sogar auf nur noch rund 30 Sekunden geschrumpft war und einige Fahrer erfolglos versucht hatten zur Spitzengruppe aufzuschließen, ließ das Feld die Schere dann aber wieder auf rund zweieinhalb Minuten aufgehen.

Das Streckenprofil der 5. Etappe der Tour Auvergne-Rhone-Alpes | Foto: Veranstalter

Den Zwischensprint 90 Kilometer vor dem Ziel sicherte sich Arriolabengoa kampflos vor Engelhardt, ehe die Sprinterteams den Rückstand auf den folgenden Kilometern auf unter anderthalb Minuten drückten und auch danach weiter planmäßig vorgingen, so dass die letzten der sechs Ausreißer schließlich zwölf Kilometer vor dem Ziel eingefangen waren.

Danach formierten sich Visma – Lease a Bike, Cofidis, Bahrain Victorious und zeitweilig auch Red Bull – Bora – hansgrohe an der Spitze. Bei hohem Tempo ließen van Aerts Helfer keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie ihren Kapitän zum Sieg eskortieren wollten. Eingangs des Schlusskilometers hatte der noch zwei Teamkollegen vor sich, die ihn ideal in Position fuhren.

Mit Bauhaus am Hinterrad eröffnete van Aert schließlich den Sprint. Der Deutsche kam nicht mehr aus dem Windschatten heraus und musste auf den letzten Metern auch noch den stark aufkommenden Hofstetter an sich vorbeiziehen lassen, der wiederum van Aert nicht mehr gefährden konnte.

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