Teamkollege Pogacar verteidigt Gelb in der Schweiz

Narvaez schlägt in Bad Ragaz Meurisse im Ausreißerduell

Von Guido Scholl

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Jhonatan Narvaez (UAE – Emirates – XRG) hat die 3. Etappe der Tour de Suisse gewonnen. | Foto: Cor Vos

19.06.2026  |  (rsn) - Im Zweiersprint hat Jhonatan Narvaez (UAE – Emirates – XRG) die 3. Etappe der Tour de Suisse (2.UWT) rund um Bad Ragaz gewonnen. Auf der Zielgeraden wartete der Ecuadorianer trotz des heranjagenden Feldes lange am Hinterrad seines Begleiters Xandro Meurisse (Pinarello – Q36.5), ehe er beschleunigte und locker am Belgier vorbeizog.

  Narvaez setzte damit auf dem 157,4 Kilometer langen Teilstück seine starke Saison fort. Beim Giro d’Italia hatte der 29-Jährige bereits drei Etappen gewonnen. Im Januar hatte es bei der Tour Down Under zu einem zweiten Tagesplatz gereicht, ehe der Titelverteidiger nach einem Sturz aufgeben musste.

  “Ich werde den heutigen Tag erstmal genießen. Es war ein schweres Rennen für uns. Für morgen bin ich kein großer Spezialist. Wir haben Tadej hier und werden ihn die nächsten beiden Tage unterstützen“, erklärte Narvaez im Ziel schon mit Blick auf das Zeitfahren. Auf die Gesamtwertung werfe er kein Auge. Dort verbesserte sich der Ecuadorianer durch Zeitgutschriften immerhin vom zehnten auf den neunten Platz.

  Meurisse zeigte sich nicht allzu enttäuscht ob des doch deutlich entgangenen Sieges. “Auf dem letzten Kilometer habe ich noch ein letztes Mal die Führung übernommen, aber er (Narvaez, d.Red.) ist dann nicht mehr durchgefahren und an meinem Hinterrad geblieben. Er ist so schnell. Er hat er bereits beim Giro seine Form gezeigt“, lobte er seinen Konkurrenten.

Aus dem zeitgleich gewerteten Feld heraus spurtete der Däne Magnus Cort (Uno-X Mobility) auf den dritten Platz, wobei er die Niederländer Marijn van den Berg (EF Education – EasyPost) und Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) auf die weiteren Positionen verwies. Die Helfer der schnellen Leute hatten zwar nach den beiden Bergen der 1. Kategorie alles dafür getan, die einzige Chance dieser Tour de Suisse auf einen Massensprint zu nutzen. Doch stattdessen kam es zum dritten Ausreißersieg in Folge.

Bester Deutscher war auf Rang 49 wie schon am Vortag Maximilian Schachmann (Soudal - Quick Step), der sich zeitweise in einer Verfolgergruppe des Spitzenduos befand. Im Gesamtklassement belegt Schachmann den gleichen Rang. Bestplatzierter Schweizer ist dort Marc Hirschi (Tudor) auf Position 23 mit 8:34 Minuten Rückstand. 

Das Gelbe Trikot sitzt vor dem morgigen Zeitfahren weiter fest auf den Schultern von Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG), dessen Team wegen Narvaez’ Präsenz an der Spitze einen ruhigen Tag verlebte. Zweiter bleibt dessen Landsmann Richard Carapaz (EF Education – EasyPost / +2:50) vor dem Italiener Andrea Bagioli (Lidl – Trek / +3:07), dem Tschechen Mathias Vacek (Lidl – Trek / +4:16) und dem Briten Finlay Pickering (Jayco – AlUla / +4:41).

In der Bergwertung übernahm Louis Vervaeke (Soudal – Quick Step) die Führung von Pogacar. In der Punktewertung liegen der Slowene und Romain Grégoire (Groupama – FDJ) weiter punktgleich vorn. Vacek geht morgen im Weißen Trikot des besten Jungprofis in den Kampf gegen die Uhr.

So lief die 3. Etappe der Tour de Suisse:

Der Start verzögerte sich um rund zehn Minuten, weil das Team Lotto – Intermarché im Stau gesteckt hatte. Nachdem die Fahrer loslegen konnten, löste sich eine siebenköpfige Spitzengruppe vom Feld. Dazu gehörten Sam Oomen (Lidl - Trek), Louis Vervaeke (Soudal - Quick Step), Marco Brenner (Tudor) und Axel Laurance (Netcompany – Ineos). Im ersten Anstieg der 1. Kategorie stießen unter anderem Narvaez (UAE – Emirates – XRG), Aleksandr Vlasov, Finn Fisher Black (beide Red Bull – Bora – hansgrohe), Mikel Landa (Soudal – Quick Step) sowie Enric Mas (Movistar) dazu. Vervaeke gewann die erste Bergwertung vor Double und Vlasov.

Doch dann wurden die meisten der 16 Ausreißer wieder gestellt, da der Vorsprung nie sonderlich groß war. In der Abfahrt bildete sich ein Trio mit Narvaez, Meurisse und Michal Kwiatkowski (Netcompany – Ineos). Auf die Verfolgung machten sich acht Fahrer – dazu gehörten Emiel Verstrynge (Alpecin – Premier Tech), Maximilian Schachmann (Soudal – Quick Step) und erneut Brenner und Vlasov. Kwiatkowski fiel bald in diese Gruppe zurück.

  Meurisse war Erster an der zweiten Bergwertung der 1. Kategorie. Die Verfolger folgten mit zwei Minuten Rückstand, das Feld lag bereits vier Minuten zurück. Unterwegs gaben Rémi Cavagna (Groupama – FDJ), Casper van Uden (Picnic – PostNL) und Cedric Beullens (Lotto – Intermarché) und Marius Mayrhofer (Tudor) die Tour de Suisse auf.

Das Streckenprofil der 2. Etappe der Tour de Suisse | Foto: Veranstalter

48 Kilometer vor dem Ziel wurden die acht Verfolger gestellt. Zu diesem Zeitpunkt betrug der Vorsprung von Narvaez und Meurisse noch 3:40 Minuten. Zwischenzeitlich setzte heftiger Regen inklusive Wind ein, zu Stürzen kam es aber nicht. Das Ausreißerduo machte es den Helfern der Sprinter schwer – der Vorsprung schmolz nur langsam, obwohl sich mehrere Teams ums Tempo bemühten.

  Erst auf den letzten 25 Rennkilometern wurde der Abstand dann schnell kleiner. Auf die letzten zehn Kilometer nahmen Narvaez und Meurisse dennoch rund eine Minute mit. Den Kampf auf Biegen und Brechen gewann das Duo schließlich – die beiden Ausreißer konnten sich auf der Zielgeraden sogar noch kurz belauern, ehe der UAE-Profi überlegen zum Sieg sprintete. Aus dem Feld heraus gewann Cort den Spurt um Platz drei.

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