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20.06.2026 | (rsn) – Zeitfahren und Elisa Longo Borghini (UAE – ADQ) passen in diese Saison einfach nicht zusammen. Auf der 4. Etappe der Tour de Suisse Women (2. WWT) verlor die Italienerin das Gelbe Trikot der Gesamtführenden an Marlen Reusser. Die Weltmeisterin gewann souverän in ihrer Paradedisziplin. Vor der Königsetappe am Sonntag ist im Gesamtklassement jedoch noch alles offen.
“Dieses Jahr kann ich einfach kein gutes Zeitfahren fahren. Ich weiß nicht, warum“, zeigte sich Longo Borghini im Ziel ratlos. “Die Leistung ist okay, aber ich bin einfach nicht zufrieden. Aber ich habe alles versucht und mich so gut wie möglich verteidigt.“ Im Tagesklassement erreichte sie den fünften Platz mit einem Rückstand von 1:04 Minuten auf Reusser.
Eine echte Erklärung hatte die Italienerin nicht. “Ich fühle mich ein bisschen wie ein Lastwagen im Windtunnel. Ich kann einfach nicht richtig meine Leistung abrufen“, zog sie einen ungewöhnlichen Vergleich heran. In dieser Saison hatte Longo Borghini bisher nur ein weiteres Zeitfahren bestritten. Beim Giro d’Italia Women (2. WWT) verlor sie im Bergzeitfahren fast 50 Sekunden auf die Tageszweite Reusser.
Ihre Unzufriedenheit in der Schweiz bezog sich dabei nicht unbedingt auf den Zeitverlust und ihre Wattzahlen, sondern vor allem auf ihr Gefühl auf dem Rad. Das sei auf der Zeitfahrmaschine ganz anders als auf dem Straßenrad. “Etwas mehr als eine Minute auf Marlen (Reusser) zu verlieren, ist okay. Sie ist die Weltmeisterin“, sagte Longo Borghini, um anzufügen: “Aber ich hätte das Trikot gerne behalten.“
Besagtes Trikot trägt nun Marlen Reusser, die damit auf Kurs Titelverteidigung zu sein scheint. Ihr Vorsprung auf Longo Borghini beträgt aber nur zehn Sekunden. Ein kleiner Abstand angesichts der schweren Bergetappe mit einem Rundkurs über den Col de la Croix.
Auf 100 Kilometern sind knapp über 3000 Höhenmeter zu bewältigen. Neben den Bonussekunden im Ziel gibt es unterwegs noch weitere Bonifikationen am langen Mittelanstieg. Es läuft wohl auf ein Duell der beiden Bestplatzierten im Gesamtklassement hinaus. Die DritteCédrine Kerbaol (EF Education - Oatly) liegt mehr als eine Minute zurück.
Zieht man nur Reussers und Longo Borghinis jüngste Leistungen am Berg heran, ist die Italienerin wohl leicht favorisiert. Vor allem wegen ihrer Sprintstärke mit Blick auf die Bonussekunden. Beim Giro d’Italia war bergauf mal die Italienerin stärker, dann wieder die Schweizerin. Longo Borghini sieht sich jedenfalls in einer aussichtsreichen Situation.
“Ich glaube, ich bin für morgen in einer guten Position. Ich freue mich schon darauf“, sagte sie mit einem Lächeln.