--> -->

04.07.2026 | (rsn) – Mit seinen gerade mal 27 Jahren hat Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) bereits zahlreiche Rekorde aufgestellt. Bei der heute in Barcelona beginnenden 113. Ausgabe der Tour de France (2.UWT) kann der Slowene diese Liste verlängern.
Mit einem möglichen fünften Gelben Trikot etwa würde er dem Kreis der Rekordhalter beitreten. Doch Jacques Anquetil (30 Jahre bei seinem fünften Toursieg 1964), Eddy Merckx (29 / 1974), Bernard Hinault (30 / 1985) und Miguel Indurain (31 / 1995) waren damals älter als Pogacar, der auch in diesem Jahr als Top-Favorit an den Start gehen wird.Als aussichtsreichster Herausforderer gilt wieder einmal Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike), der sich in den vergangenen fünf Jahren die Gesamtsiege mit Pogacar aufgeteilt und dabei zweimal (2022/2023) die Nase vorn hatte. Dreimal jedoch (2021, 2024/25) hatte er gegenüber seinem Dauerrivalen das Nachsehen, in den beiden vergangenen Jahren mit jeweils deutlichem Rückstand. Diesmal rechnet sich der 29-jährige Dänen nach einer bisher planmäßig verlaufenen Saison und dem souveränen Giro-Gesamtsieg bessere Chancen aus.
Doch Pogacar war in diesem Jahr praktisch unbezwingbar, feierte an nur 16 Renntagen meist mit großer Überlegenheit herausgefahrene 13 Siege. Zwar betonte er auf der Pressekonferenz der Favoriten pflichtschuldig: “Ich glaube nicht, dass er (Vingegaard) der Einzige ist, auf den man achten muss; es gibt auch andere Rivalen, die um den Sieg mitfahren können.“ Im nächsten Satz relativierte er diese Aussage aber gleich wieder und nannte als das zu erwartende Szenario doch ein Duell mit dem Visma-Kapitän.
“Die Rivalität zwischen Jonas und mir war in den letzten Jahren spektakulär, und ich hoffe, dass sie so weitergeht. Wir treiben uns gegenseitig zu neuen Höchstleistungen an; wir werden sehen, wie weit wir kommen.“ Dabei dürfte der zweimalige Weltmeister angesichts seiner bisherigen Leistungen sehr weit kommen. Kaum jemand zweifelt daran, dass sich Pogacar – so er von Verletzungen und Erkrankungen verschont bleibt – am 26. Juli in Paris sein fünftes Gelbes Trikot überstreifen wird. “Ich habe in dieser Saison zwar erst 16 Renntage absolviert, aber die waren sehr gut. Auch die Trainingskilometer zählen, und davon habe ich reichlich gesammelt“, ließ der Überflieger dann auch wenige Selbstzweifel erkennen.
Dazu gibt auch seine Helferriege kaum Anlass, in der mit Adam Yates, Tour-Dritter von 2023, und Tour-Debütant Isaac Del Toro, Giro-Zweiter von 2025, sowie dem Österreicher Felix Großschartner drei ausgewiesene Kletterspezialisten stehen. Den 22-jährigen Del Toro hatte Pogacar auf der Presskonferenz übrigens auch im Blick, als er von denjenigen Fahrern sprach, die seiner Meinung nach für den Toursieg in Frage kämen. Auf die abschließende Frage, was er sich für die kommenden drei Wochen erhoffe, antwortete Pogacar dann mit einem Blick auf den neben ihm sitzenden Del Toro (und einem Augenzwinkern): “Dass Isaac die Tour de France gewinnt.“
Der zeigte sich allerdings vor seiner ersten Frankreich-Rundfahrt angemessen bescheiden. “Ich möchte lernen und diesen Traum genießen, den ich gerade lebe: mit dem besten Team der Welt und an der Seite von Tadej am Start der Tour zu stehen“, sagte Del Toro, der aber quasi in Pogacars Windschatten ein Kandidat für das Tour-Podium und das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers ist.
Daran wollte der Gesamtsieger der Tour Auvergne-Rhone-Alpes aber noch nicht denken. “Es ist ein langes und sehr hartes Rennen, jeder Tag ist taktisch wichtig. Ich bin glücklich, fühle mich privilegiert und möchte einfach alles geben“, kündigte Pogacars junger Edelhelfer an.