RSNplusWie haben sich die Klassementfahrer geschlagen?

Gewinner und Verlierer des Tour-Auftakts von Barcelona

Von Kevin Kempf

Foto zu dem Text "Gewinner und Verlierer des Tour-Auftakts von Barcelona"
Jonas Vingegaard (Visma - Lease a Bike) feiert den Auftaktsieg mit seiner Mannschaft. | Foto: Cor Vos

04.07.2026  |  (rsn) – Davon, dass Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) nach der 1. Etappe der Tour de France das Gelbe Trikot übernehmen würde, konnte man nicht unbedingt ausgehen. Die meisten Experten sahen Netcompany – Ineos mit Filippo Ganna an der Spitze, doch der Däne ließ den Italiener in Barcelona nach 19,6 Kilometern um acht Sekunden hinter sich..

Mit zwölf Sekunden Rückstand sicherte sich mit Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) derjenige Fahrer den dritten Rang, der in Kombination mit seiner Mannschaft wohl am höchsten eingeschätzt wurde. Doch gerade der Titelverteidiger könnte einen Anteil daran gehabt haben, dass sein Team nicht das zeigte, was man sich von ihm erwartet hatte. 

“Ich war direkt hinter Tadej, der hat es in den Kurven extrem laufen lassen, da habe ich dann eine Lücke bekommen, die ich zufahren musste. Dann musste ich die Führung noch oben drauf fahren, das war ein Stück zu viel für mich“, erklärte Nils Politt bei der ARD, warum er schon rund elf Kilometer vor dem Ziel seine Kollegen ziehen lassen musste.

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Juan Ayuso (Lidl - Trek) büßte 16 Sekunden auf Vingegaard ein. Von seiner Krankheit war nichts zu spüren, dafür hatte seine Mannschaft Pech. “Skjelli (Skjelmose) hatte ein technisches Problem und wir haben auch Quinn (Simmons) verloren. Mit den beiden wäre es natürlich noch besser gelaufen“, verriet der Katalane in seiner Heimatstadt. Mattias “Skjelli“ Skjelmose büßte nach seinem Defekt 1:33 Minuten ein und gehörte damit zu den Verlierern des Tages.

Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) kommt ins Ziel | Foto: Cor Vos

Auch Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) handelte sich Rückstand ein, wenn auch deutlich weniger als der Däne. Sein achter Platz mit einem Rückstand von 35 Sekunden blieb im Rahmen, allerdings konnte er seinen Teamkollegen Remco Evenepoel und Maxim Van Gils bergauf nicht folgen. 

“Hinter Remco ist es einfach superhart. Ich habe mein Bestes gegeben. Ich hatte dann einfach schon superviel Lactat in den Beinen, als wir über den ersten Anstieg gefahren sind“, sagte der Deutsche in der ARD. Doppel-Olympiasieger Evenepoel wollte mit der Mannschaft den Tagessieg und dürfte deswegen mit Rang fünf und 19 Sekunden Rückstand auch nicht zufrieden sein.

Del Toro der beste Zweitbeste

Sieben Sekunden hinter ihm erreichte mit Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG) der "beste Zweitbeste" einer Mannschaft das Ziel. Weitere zwei Sekunden dahinter folgte mit Davide Piganzoli (Visma – Lease a Bike) ein weiterer potenzieller Klassementfahrer, der als Helfer eingeplant ist.

Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM) liegt als Zehnter im Klassement 39 Sekunden hinter Vingegaard und dürfte mit dieser Zeit zufriedener sein als Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech), dessen kühner Gelber Plan wohl missglückt ist.

Wenig gesprochen wurde vor der Frankreich-Rundfahrt über Antonio Tiberi (Bahrain Victorious). Der Italiener verlor 47 Sekunden, drei weniger als sein Teamkollege Lenny Martinez, der aber angekündigt hat, nicht aufs Klassement zielen zu wollen. Gleiches tat der Vuelta-Dritte Tom Pidcock (Pinarello – Q36.5), der 57 Sekunden mehr benötigte als der Mann in Gelb. Tobias Johannessen (Uno-X Mobility) verlor eine Minute, Thymen Arensman (Netcompany – Ineos) 1:01 Minuten.

Für Filippo Ganna und den Tagessieg wurde bei Netcompany - Ineos viel geopfert - geklappt hat es nicht. | Foto: Cor Vos

Seine britische Mannschaft setzte in Barcelona voll auf den Etappensieg und verzichtete darauf, den Niederländer mit Ganna ins Ziel zu bringen. Noch auffallender war, dass auf den nominellen Kapitän, Kevin Vauquelin, nicht gewartet wurde, als der einen Defekt hatte. Der Franzose erreichte das Ziel mit 1:14 Minuten Rückstand.

Hypothek für Carapaz und Van Eetvelt

Mit je 1:36 Minuten Rückstand nehmen Richard Carapaz (EF Education – EasyPost) und Lennert Van Eetvelt (Lotto – Intermarché) schon eine ordentliche Hypothek mit auf die 2. Etappe. Noch schlimmer erwischte es Cian Uijtdebroeks (Movistar). “Ich hatte kurz vor dem ersten Anstieg Krämpfe. Danach war es einfach schwer weiterzufahren. Ich habe getan, was ich konnte“, erzählte der Belgier bei Eurosport, nachdem fast seine gesamte Mannschaft am ersten Hügel auf ihn warten musste. 1:53 Minuten Rückstand lautete das Ergebnis.

Ebenfalls in die Bremsen gegriffen wurde für einen Fahrer, den wohl kaum jemand auf der Rechnung hatte. “Wir sind ganz gut gestartet und hatten eigentlich einen guten Rhythmus, dann ist leider unser GC Fahrer Harold Tejada gestürzt und wir mussten auf ihn warten“, bilanzierte Max Kanter (XDS - Astana) am ARD-Mikrofon. Der Kolumbianer erreichte das Ziel als Zweitbester seiner Mannschaft 2:46 Minuten hinter Vingegaard.

Ben O’Connor (Jayco – AlUla) ließ seine Teamkollegen ohne großen Widerstand fahren und machte so deutlich, dass er diesmal kein Interesse am Klassement hat. 

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